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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • VIERTES BUCH
    • Elftes Kapitel
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Elftes Kapitel

Sei nicht eitel, meine Seele, und laß dir nicht betäuben das Ohr deines Herzens durch das Getümmel deiner Eitelkeit. Höre mich, du: das Wort selbst ruft dir zu zurückzukehren, und bei ihm ist der Ort lauterer Ruhe; er die Liebe nicht verlassen wird, es sei denn, sie verließe sich selbst. Siehe, jenes vergehet, damit anderes an seine Stelle trete und das irdische Ganze aus all seinen Teilen sich zusammensetze. Entferne ich mich irgendwohin? so sagt Gottes Wort. Da gründe deine bleibende Heimat; vertraue alles an dem Worte, was du von ihm hast, meine Seele, endlich der Täuschungen müde. Der Wahrheit vertraue an, was du hast von der Wahrheit, und du wirst nichts verlieren, und was vermorscht, es wird wieder grünen und all deine Gebrechen werden geheilt werden, und was dir zerronnen, es wird wieder Gestalt gewinnen, erneut und mit dir verbunden werden, und es wird dich nicht niederschlagen, wo es herabströmt, sondern es wird mit dir bestehen und bleiben beim ewig bestehenden und bleibenden Gott.

Warum, verkehrte Seele, folgst du deinem Fleische? Sollte doch vielmehr dieses bekehrt werden und dir folgen. Was du vermöge der Seele empfindest, es ist nur ein Teil des Ganzen; doch das Ganze hassest du nicht, davon du Teile genommen, und doch erfreuen sie dich. Wären aber die Sinne deines Fleisches fähig, das Ganze zu fassen, und wäre es nicht selbst in einem Teil des Alls gemäß deiner Strafe auf ein bestimmtes Maß beschränkt, so würdest du wünschen, daß alles Gegenwärtige vorüberginge, damit du ein größeres Gefallen am Ganzen haben könntest. Denn auch das, was wir reden, hörst du durch denselben Sinn des Fleisches, und du willst nicht, daß die einzelnen Silben bleiben, sondern daß sie vorübereilen, daß andere folgen und du das Ganze hörst. So geht stets alles vorüber in seinen Teilen, woraus etwas besteht, und alle, woraus es besteht, sind nicht ein Ganzes, sondern eben nur Teile; das Ganze aber erfreut mehr als seine Teile, könnten sie auf einmal als ein Ganzes empfunden werden. Aber weit besser als alles dies ist der Schöpfer des Alls, unser Gott selbst, er vergeht nicht, denn nach ihm ist nichts.




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