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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • SECHSTES BUCH
    • Fünfzehntes Kapitel
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Fünfzehntes Kapitel

Inzwischen mehrten sich meine Sünden. Und da die von meiner Seite gerissen ward - ein Hindernis freilich für meine Vermählung -, mit welcher ich mein Bett zu teilen gewohnt war, ward mein Herz, das an ihr hing, durchbohrt, verwundet und blutete. Sie aber war nach Afrika zurückgekehrt und hatte dir gelobt, nie mehr einem andern Manne anzugehören, und ließ mir zurück den natürlichen Sohn, welchen ich mit ihr gezeugt hatte. Ich aber war unglücklich und konnte nicht einmal Nachahmer des Weibes sein, sondern des Aufschubs ungeduldig, da ich erst in zwei Jahren die erhalten würde, um die ich geworben, verband ich mich, weil ich nicht Freund der Ehe, sondern Sklave der Lust war, mit einer andern, freilich nicht als Gattin, um so die Krankheit meiner Seele zu nähren und durch den Dienst ununterbrochener Gewohnheit bis in das Reich der Ehe ungeschwächt oder gar vergrößert fortzuführen. Doch heilte darum jene Wunde nicht, welche mir durch die Trennung von jener ersten geschlagen wurde, sondern nach Brand und wütendem Schmerz ging sie in Fäulnis über, schmerzte wohl weniger brennend, aber um so hoffnungsloser.




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