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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • SIEBENTES BUCH
    • Viertes Kapitel
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Viertes Kapitel

Nun strebte ich, auch das übrige aufzufinden, wie ich denn bereits gefunden hatte, daß das Unwandelbare besser sei als das Wandelbare, und ich bekannte, daß du, was du auch sein magst, unveränderlich seiest. Denn kein Geist vermag oder wird je vermögen, etwas Besseres, als du bist, auszudenken, der du das höchste und beste Gute bist. Wenn nun aber wahrhaftig und gewiß das Unwandelbare dem Wandelbaren vorzuziehen ist, wie ich davon schon überzeugt war, so konnte ich mit meinem Forschen etwas erreichen, nämlich, daß es etwas Besseres als dich, o mein Gott, geben müßte, wenn du veränderbar wärest.

Sobald ich einsah, daß das Unveränderbare dem Veränderlichen vorzuziehen sei, mußte ich dich suchen und von da aus forschen, wo der Sitz des Bösen sei, das heißt, woher das Verderben selbst stamme, von dem dein Wesen nie ergriffen werden kann. Denn keine Vergänglichkeit vermag unsern Gott in irgendeiner Weise zu verletzen, weder durch den Willen noch durch eine Notwendigkeit noch durch ein Ungefähr, weil er selbst Gott ist, und was er will, ist gut, er selbst ist das Gute, verderbt werden aber heißt nicht gut sein. Auch wirst du nie wider deinen Willen zu etwas genötigt, weil dein Wille nicht größer ist als deine Macht. Größer wäre er nur, wenn du selbst größer wärest, als du bist; denn Gottes Wille und Gottes Macht sind Gott selbst. Und was käme dir, der du alles kennst, wohl unvermutet? Es gibt kein Geschöpf als nur dadurch, daß du es erkennst. Was sollen wir noch viel darüber sagen, warum das Wesen, welches Gott heißt, unveränderlich ist? Denn wäre es nicht also, so wäre Gott nicht.




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