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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • ZEHNTES BUCH
    • Achtzehntes Kapitel
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Achtzehntes Kapitel

Es hatte jenes Weib ihren Groschen verloren und suchte ihn mit der Leuchte; wäre er ihr nicht in der Erinnerung gewesen, sie hätte ihn nicht gefunden. Als er sich aber fand, woher hätte sie gewußt, ob er es wirklich wäre, wenn sie sich nicht an ihn noch erinnert hätte? Auch ich erinnere mich, schon viel Verlorenes gesucht und gefunden zu haben. Daher weiß ich, daß, wenn ich so etwas suchte und mir gesagt wurde: +Ist's vielleicht das oder jenes?« ich so lange sagte: +Nein«, bis mir das gebracht wurde, was ich suchte. Hätte ich mich nicht daran erinnert, was es sei, so hätte ich es auch nicht gefunden, wenn mir es gebracht worden wäre, denn ich hätte es nicht gekannt. Und so geht es immer zu, wenn wir etwas Verlorenes suchen und finden. Aber wenn zufällig etwas aus den Augen entschwindet, nicht aus dem Gedächtnis schwindet es da, wie irgendein sichtbarer Körper, sondern es wird sein Bild im Innern festgehalten und gesucht, bis es wieder vor die Augen gebracht wird. Sobald es gefunden ist, wird es erkannt aus dem Bilde,l das im Innern ist. Wir können nicht sagen, daß wir gefunden haben, was verloren war, wenn wir es nicht erkennen; und nicht erkennen können wir es, wenn wir uns nicht seiner erinnern: aber das war wohl für die Augen verlorengegangen, im Gedächtnis aber wurde es festgehalten.




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