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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • ELFTES BUCH
    • Elftes Kapitel
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Elftes Kapitel

Die, welche so reden, erkennen dich noch nicht, du Weisheit Gottes, Licht des Geistes; sie erkennen nicht, wie das geschieht, was durch dich und in dir geschieht, sie erdreisten sich, das Ewige verstehen zu wollen, aber ihr Herz flattert noch in den vergangenen und zukünftigen Bewegungen der Dinge und ist noch voll Eitelkeit. Wer wird es festhalten und zum Stillstand bewegen, damit es nur ein wenig den Glanz der immer stetigen Ewigkeit erfasse und ihn vergleiche mit der nie stetigen Zeit; und erkenne, daß sie unvergleichbar seien, und sehe, daß eine lange Zeit nicht lang werde als nur durch viele vorübergehende Augenblicke, die nicht zugleich verfließen können; daß aber in der Ewigkeit nichts vorübergehe, sondern in ihr alles stets gegenwärtig sei; dagegen keine Zeit ganz gegenwärtig sei; daß er sehe, wie alle Vergangenheit von der Zukunft verdrängt werde und alle Zukunft der Vergangenheit folge und alle Vergangenheit und Zukunft von der ewigen Gegenwart erschaffen werde und ausgehe? Wer wird. das Herz des Menschen festhalten, daß es stehe und in der Gegenwart fußend erkenne, wie es festgegründete, zukünftige und vergangene Zeiten bestimme, wie aber die Ewigkeit weder zukünftig noch vergangen ist. Vermag etwa meine Hand dieses, oder kann die Hand meines Mundes durch Worte ein so großes Werk vollbringen?




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