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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • ELFTES BUCH
    • Zweiundzwanzigstes Kapitel
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Zweiundzwanzigstes Kapitel

Meine Seele brennt vor Verlangen, diesen rätselhaften Knoten zu lösen. Verschließe nicht, o mein Gott und Herr, gütiger Vater, ich flehe dich an im Namen Jesu Christi, verschließe meinem Verlangen nicht dieses Alltägliche und doch so Geheimnisvolle, auf daß mein Geist in dasselbe eindringe und es durch die Erleuchtung deiner Barmherzigkeit, Herr, erhelle. Wen kann ich, Herr, über diese Dinge befragen? Und wem kann ich mit größerem Nutzen meine Unwissenheit bekennen, als dir, der meinen Eifer nicht tadelt, der mich so in heißem Drange unwiderstehlich zu deiner Schrift hinzieht. Gib, was ich liebe; denn ich hebe und auch dies hast du mir gegeben. Gib, Vater, der du in Wahrheit deinen Kindern gute Gaben zu geben weißt. Gib mir's, denn ich hab's auf mich genommen, zur Erkenntnis zu gelangen, aber es ist mir zu schwer, bis du es mir aufschließest.

Bei Christus beschwör ich dich, im Namen dieses Heiligen der Heiligen, laß niemand mir dabei hinderlich sein. Ich glaubte, deshalb redete ich auch. Das ist meine Hoffnung und ihr lebe ich nach, daß ich schauen darf die Freude des Herrn. Siehe du hast von alters her meine Tage bestimmt und sie fliehen dahin, ich weiß nicht wie. Wir sprechen von Zeit und Zeit, von Zeiten und Zeiten und fragen: Wann hat er das gesagt? Wann hat er das getan? Wie lange habe ich das nicht gesehen? Und dann diese letzteren Silben nehmen doppelte Zeit in Anspruch im Vergleich mit jener einfachen kürzeren. Wir sagen es und hören es und wir verstehen es und werden verstanden. Das ist so klar und gewöhnlich wie etwas und doch auch wiederum so völlig dunkel und die Lösung des Rätsels noch unbekannt.




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