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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • ZWÖLFTES BUCH
    • Achtundzwanzigstes Kapitel
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Achtundzwanzigstes Kapitel

Andere dagegen, für welche diese Worte kein Nest mehr sind, sondern schattiges Gebüsch, erblicken die in ihnen verborgenen Früchte, fliegen fröhlich umher, suchen schwatzend und pflücken sie. Denn wenn sie diese Worte lesen oder hören, sehen sie, mein Gott, daß deine unwandelbare Ewigkeit über alle vergangenen und zukünftigen Zeiten erhaben ist und daß es doch nichts in der zeitlichen Schöpfung gibt, was du nicht geschaffen hast, der du selbst dein eigener Wille bist, in welchem sich nichts ändert oder Neues entsteht, was nicht schon vorher dagewesen wäre und kraft dessen du alles geschaffen hast; aber nicht dein Ebenbild aus deinem Wesen, das Urbild aller Dinge, sondern aus nichts das Gestaldose, das dir unähnlich, aber durch dein Ebenbild gestaltet werden sollte, so daß jede Art von Geschöpfen sich dir, dem Allrnächtigen, nach dem ihr verliehenen Vermögen anschlösse, und daß alles sehr gut würde, möge es mit dir vereint bleiben oder stufenweise der Zeit und dem Raume nach sich von dir entfernend die herrliche Mannigfaltigkeit des Alls bewirken oder erleiden. Dies sehen sie und freuen sich im Lichte deiner Wahrheit, soviel sie hier es vermögen.

Ein anderer von ihnen sieht auf das, daß gesagt ist, im Anfang schuf Gott, und versteht unter dem Anfange die Weisheit, weil auch sie selbst zu uns spricht. Ein anderer sieht ebenfalls auf diese Worte und versteht unter dem Anfang das Entstehen der geschaffenen Dinge, und so faßt er, im Anfang schuf Gott, auf, als wenn gesagt wäre, zuerst schuf er. Von denen, die unter im Anfang verstehen, in der Weisheit hast du Himmel und Erde gemacht, meint der eine, Himmel und Erde sei der noch zu erschaffende Stoff des Himmels und der Erde genannt; ein anderer sieht darin die bereits gebildeten verschiedenen Wesen; noch ein anderer ein gestaltetes, und zwar geistiges Wesen unter dem Worte Himmel und eine ungestaltete körperliche Materie unter dem Namen Erde. Die aber unter dem Namen Himmel und Erde eine noch ungestaltete Materie verstehen, aus der Himmel und Erde gebildet werden sollen, die fassen auch dies auf verschiedene Weise auf. der eine versteht darunter die geistige und leibliche Schöpfung, der andere erkennt darin nur das, woraus jene sichtbare körperliche Masse, die in ihrem großen Schoße sichtbare und erkennbare Wesen birgt, vollendet werden sollte. Auch die sind nicht eins, die der Ansicht sind, daß die bereits geordneten und ausgebildeten Geschöpfe an dieser Stelle Himmel und Erde genannt würden; sondern der eine versteht darunter die unsichtbare und sichtbare Schöpfung; der andere bloß die sichtbare, in der er den lichtvollen Himmel erblickt und die finstere Erde und was auf ihnen ist.




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