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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • DREIZEHNTES BUCH
    • Neuntes Kapitel
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Neuntes Kapitel

Schwebte nicht auch der Vater oder der Sohn über den Wassern? Wenn dies wäre gleich wie ein Körper über dem Raume, dann schwebte auch nicht der heilige Geist darüber; wenn diese Worte aber die Erhabenheit der unwandelbaren Gottheit über allem Wandelbaren anzeigen, so schwebte der Vater und der Sohn und der heilige Geist über dem Wasser. Warum also ist dies nur von dem heiligen Geist gesagt? Gleichsam als wenn er dort räumlich wäre, der doch nicht räumlich ist, sondern von welchem gesagt ist, daß er deine Gabe sei. In deiner Gabe wollen wir ruhen, dort deiner genießen. Dort ist unsere Ruhe, unsere Stätte. Dorthin erhebt uns die Liebe und dein guter Geist erhöhet unsere Niedrigkeit über die Pforten des Todes. Im guten Willen ist Friede für uns. Ein Körper strebt durch eigenes Gewicht zu seinem Mittelpunkt. Dies Gewicht zieht ihn nicht nur nach unten, sondern zu seinem Orte. Das Feuer steigt aufwärts, der Stein fällt abwärts. Von ihrem Gewichte getrieben, streben beide ihrem Mittelpunkte zu. Das Öl, auf welches man Wasser schüttet, erhebt sich über das Wasser; Wasser aber über Öl gegossen, sinkt unter das Öl hinab; von ihrem Gewichte getrieben, streben beide ihrem Mittelpunkte zu. Weniger geordnet, sind sie unruhig; wenn sie geordnet sind, ruhen sie. Mein Gewicht ist meine Liebe; durch sie werde ich getrieben, wohin ich immer getrieben werde. Durch deine Gabe werden wir entzündet und emporgehoben. Wir entbrennen und wir gehen. Wir steigen auf durch das Entzücken unseres Herzens und singen das Lied der Stufen. Durch dein Feuer, durch dein heiliges Feuer erglühen wir und wandeln wir; wir gehen hinauf zum Frieden Jerusalems, wie freue ich mich des, das mir geredet ist, daß wir werden in das Haus des Herrn gehen. Dorthin versetzt uns der gute Wille, der in uns keinen andern Wunsch aufkommen läßt, als dort zu bleiben in Ewigkeit.




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