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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • DREIZEHNTES BUCH
    • Dreizehntes Kapitel
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Dreizehntes Kapitel

Doch sind wir dies nur erst im Glauben, nicht schon im Schauen. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung. Noch rauschen deine Fluten daher, daß hier eine Tiefe und da eine Tiefe brauset; und alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich, aber die Tiefe ruft doch bereits mit der Stimme deiner Fluten. Auch jener, welcher spricht, ich konnte nicht mit euch reden als mit Geistlichen, sondern als mit Fleischlichen, schätzt sich selbst noch nicht, daß er es begriffen habe; ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, was da vorne ist; er seufzet unter der Last, die ihn niederdrückt, er dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott, wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, und sagt, wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Wir sehnen uns nach unserer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlanget, daß wir damit überkleidet werden, und er ruft dem untern Abgrunde zu, da er spricht: Stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes; und, werdet nicht Kinder an dem Verständnis, sondern vor der Bosheit seid Kinder, an dem Verständnis aber seid vollkommen; und, o ihr unverständigen Galater, wer hat euch bezaubert? Aber schon läßt sich nicht mehr seine Stimme, sondern deine Stimme selbst vernehmen, der du vom Himmel herab deinen Geist gesandt hast durch den, welcher zum Himmel aufgefahren ist und die unerschöpfliche Quelle deiner Gnade öffnete, um Ströme von Freude über deine heilige Stadt auszugießen. Nach ihr sehnt sich der Freund des Bräutigams, der schon die Erstlinge des Geistes empfangen hat, seufzt aber auch bei sich selbst nach der Kindschaft und wartet auf des Leibes Erlösung; nach ihr seufzt er (aber auch bei sich selbst), denn er ist ein Glied der Kirche, der Braut; für sie eifert er, denn er ist ein Freund des Bräutigams; für ihn eifert er, nicht für sich, weil er durch die Stimme deiner Wasserfluten, nicht mit seiner eigenen Stimme den andern Abgrund anruft; im Eifer für diesen befürchtet er, daß nicht, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer Schalkheit, also auch eure Sinne verrückt werden von der Einfältigkeit in Christo, unserm Bräutigam, deinem Eingeborenen. Wie wird das Licht seines Angesichts leuchten, wenn wir ihn sehen werden, wie er ist, und wenn die Tränen vorüber sein werden, die Tag und Nacht meine Speise sind, weil man täglich zu mir sagt - Wo ist nun dein Gott?




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