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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • DREIZEHNTES BUCH
    • Vierzehntes Kapitel
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Vierzehntes Kapitel

Auch ich spreche: Wo bist du, mein Gott? Ach, wo bist du? ich atme in dir etwas auf, wenn ich mein Herz herausschütte bei mir selbst mit Frohlocken und Danken, unter dem Haufen derer, die da eifern. Doch ist meine Seele noch traurig, weil sie bald wieder herabsinkt und ein Abgrund wird, oder vielmehr, weil sie fühlt, daß sie noch ein Abgrund ist. Da spricht zu ihr mein Glaube, den du in der Nacht angezündet hast: Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Hoffe und harre, bis die Nacht, die Mutter der Gottlosen, vorübergeht, bis der Zorn des Herrn vorübergehe, dessen Kinder auch wir einst waren, aber wir noch Finsternis waren, deren Überbleibsel noch dieser durch die Sünde sterbende Leib an sich trägt, bis der Tag kühl werde und die Schatten abnehmen. Harre auf den Herrn; frühe will ich mich zu dir schicken und darauf merken und will immerdar dein Lob verkündigen. Frühe will ich mich zu dir schicken und werde das Heil meines Angesichtes sehen, meinen Gott, der auch unsere sterblichen Leiber lebendig macht um deswillen, dessen Geist in uns wohnt, und der erbarmend über unserem finsteren und flutenden Innern schwebt. Durch ihn haben wir auf der Pilgerfahrt dieses Lebens das Unterpfand empfangen, daß wir bereits Licht sind, während wir schon in Hoffnung selig sind, Kinder des Lichtes und Kinder des Tages, nicht Kinder der Nacht noch der Finsternis, die wir einst waren. Zwischen diesen und uns unterscheidest, bei der Ungewißheit menschlicher Erkenntnis, allein du, der du unsere Herzen prüfst und das Licht Tag und die Finsternis Nacht nennst, wer kann uns unterscheiden als du? Was haben wir aber, was wir nicht empfangen haben, sind wir nicht alle von derselben Erde genommen, um Gefäße der Ehre oder Gefäße der Unehre zu sein?




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