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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • DREIZEHNTES BUCH
    • Zwanzigstes Kapitel
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Zwanzigstes Kapitel

Auch das Meer empfange und gebäre eure Werke und es errege sich das Wasser mit webenden, lebendigen Tieren. Denn ihr unterscheidet Kostbares von Gemeinem und seid der Mund Gottes geworden, durch die er sprach. Es errege sich das Wasser nicht mit der lebendigen Seele, welche die Erde hervorbringt, sondern mit webenden, lebendigen Tieren und mit Gevögel, die auf Erden unter der Veste des Himmels fliegen. Denn deine Geheimnisse, mein Gott, gehen durch die Werke deiner Heiligen mitten unter den Fluten der Versuchungen der Welt hindurch, um die Völker in deinem Namen, in deiner Taufe zu weihen. Und es geschehen wunderbare Taten, wie große Ungeheuer, und die Stimme deiner Boten flog über die Erde unter der Veste deines Wortes, das ihnen zum höchsten Ansehen gesetzt war, unter dem sie hineilten, wohin sie immer gingen. Denn es ist keine Sprache noch Rede, da man nicht ihre Stimme höre, als ihr Ruf in alle Länder ausging und ihre Rede an der Welt Ende; denn du, Herr, hast dies segnend vermehrt.

Irre ich etwa und vermenge und unterscheide ich nicht die helle Erkenntnis dieser Dinge an der Veste des Himmels von den körperlichen Werken im flutenden Meere und unter dem Firmamente des Himmels? Die Erkenntnis der Dinge ist klar und gewiß und begrenzt ohne Zuwachs von Geschlecht zu Geschlecht, gleich den Lichtern der Weisheit und der Erkenntnis; die körperlichen Wirkungen derselben Dinge sind viel und mannigfaltig und werden unaufhörlich vermehrt, indem eins aus dem andern erwächst unter deinem Segen, mein Gott, der du den Überdruß der sterblichen Sinne dadurch tröstest, daß in der Erkenntnis des Geistes eine Sache sich in der körperlichen Bewegung auf vielfache Weise darstellt und offenbart. Die Wasser haben dies erzeugt, aber in deinem Worte. Die Bedürfnisse der der Ewigkeit deiner Wahrheit entfremdeten Völker haben dies hervorgebracht, aber in deinem Evangelium; denn die Wasser selbst werfen dasjenige aus, deren Bitterkeit und Erschlaffung die Ursache war, daß in deinem Worte solches hervorging.

Alles ist schön, wenn du es machst, du aber, der du alles gemacht hast, bist unaussprechlich schöner; wäre Adam nicht gefallen, so hätte sich nicht aus seinem Schoße das salzige Meer ergossen, das übermäßig vorwitzige, stürmisch schwülstige und unstät wogende Menschengeschlecht; und ebenso wäre es nicht nötig gewesen, daß mitten in diesen unermeßlichen Gewässern aller Völker die gläubigen Werkzeuge deines Willens so viele sinnliche und körperliche Zeichen anwendeten und zu so vielen geheimnisvollen Worten und Handlungen ihre Zuflucht nahmen. So traten mir nun die kriechenden Tiere und die Vögel entgegen, in deren vorbildliche Bedeutung eingeweiht, die Menschen, sinnlichen Symbolen unterworfen,

nicht weiter gelangt sein würden, wenn nicht geistig die Seele auf einer anderen Stufe lebte und nach dem Worte des Anfanges auf die Vollendung blickte.




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