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Aurelius Augustinus
Bekenntnisse

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  • DREIZEHNTES BUCH
    • Sechsundzwanzigstes Kapitel
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Sechsundzwanzigstes Kapitel

Genährt werden aber nur diejenigen von diesen Früchten, die Freude daran haben; aber es freuen sich ihrer nicht die, deren Gott der Bauch ist. Denn auch bei denen, die solches geben, ist das, was sie geben, nicht die Frucht, sondern der Geist ist es, mit dem sie geben. Daher erkenne ich ganz klar, weshalb sich jener, der Gott diente und nicht seinem Bauche, freuet; ich erkenne es und wünsche ihm Glück. Er hatte empfangen, was ihm die Philipper durch Epaphroditus geschickt hatten; aber ich erkenne den Grund, weshalb er sich freuet. Aber worüber er sich freuet, daran nährt er sich, indem er Wahrheit spricht, ich bin höchlich erfreut in dem Herrn, daß ihr wieder wacker geworden seid für mich und sorget; wiewohl ihr allewege gesorgt habt, aber die Zeit hat es nicht wollen leiden. jene waren also durch langwierige Bedrängnis kraftlos geworden und gleichsam dürre Zweige geworden, die nicht mehr die Früchte der guten Werke tragen; er freuet sich aber über sie, weil sie wieder wacker geworden sind, nicht weil sie seinem Mangel abgeholfen haben. Deshalb fügt er hinzu: Nicht sage ich das des Mangels halber; denn ich habe gelernt, bei welchen ich bin, mir genügen zu lassen. Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; ich bin in allen Dingen und bei allen geschickt, beides, satt sein und hungern, beides, übrig haben und Mangel leiden. Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.

Worüber freust du dich, großer Mann? Worüber freust du dich, wovon nährst du dich, du Mann, der erneuert ist zu der Erkenntnis nach dem Ebenbilde dessen, der dich geschaffen hat, und eine lebendige Seele von so großer Enthaltsamkeit, und eine geflügelte Zunge, welche die Geheimnisse verkündigt? Solchen Wesen gebührt diese Speise. Was ist es, was dich nährt? Die Freude. Hören wir, was folgt: Doch ihr habt wohlgetan, daß ihr euch meiner Trübsal angenommen habt. Darüber freut er sich, damit nährt er sich, daß sie wohlgetan haben, nicht, daß dessen Trübsal erleichtert wird, der zu dir spricht, in meiner Angst hast du mich getröstet. Den Mangel weiß er ebensogut zu ertragen wie den Überfluß. Ihr aber von Philippi wisset, daß von Anfang das Evangelium, da ich auszog aus Macedonien, keine Gemeinde mit mir geteilet hat nach der Rechnung der Ausgabe und Einnahme, denn ihr allein. Denn gen Thessalonich sandtet ihr zu meiner Notdurft einmal und darnach aber einmal. Er freut sich nun, daß sie zu diesen guten Werken zurückgekehrt sind, und ist erfreut, daß sie wieder wacker geworden sind wie ein Land, dessen Fruchtbarkeit immer wieder aufgrünt.

Ist es etwa wegen seiner Notdurft, weil er einmal sagte, ihr sandtet einmal zu meiner Notdurft? Freut er sich etwa darüber? Gewiß nicht. Und woher wissen wir dies? Weil er also fortfährt, nicht daß ich das Geschenk suche, sondern ich suche die Frucht. Von dir, mein Gott, hat er gelernt, das Geschenk von der Frucht zu unterscheiden. Das Geschenk ist die Sache selbst, dir gibt, welcher die Bedürfnisse darreicht, wie Geld, Speise, Trank, Kleidung, Obdach oder irgendeine Hilfe. Die Frucht aber ist der gute und rechte Wille des Gebers. Denn nicht sagt bloß der gute Meister, wer einen Propheten aufnimmt, sondern er fügt hinzu, in eines Propheten Namen; nicht sagt er nur, wer einen Gerechten aufnimmt, sondern fügt hinzu, in eines Gerechten Namen. Der wird nämlich eines Propheten Lohn empfangen, der wird eines Gerechten Lohn empfangen. Nicht bloß sagt er, wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kalten Wassers tränket, sondern er fügt hinzu, in eines Jüngers Namen, wahrlich, ich sage euch, es wird ihm nicht unbelohnt bleiben. Das Geschenk ist, einen Propheten aufnehmen, einen Gerechten aufnehmen, mit einem Becher kalten Wassers einen jünger; die Frucht aber, in eines Propheten Namen, in eines Gerechten Namen, in eines Jüngers Namen dieses tun. Mit solcher Frucht nährte die Witwe den Elias, die ihn als einen Mann Gottes kannte und ihn deshalb nährte. Von dem Raben wurde er durch das Geschenk ernährt. Elias wurde nicht dem innern Menschen nach, sondern dem äußeren nach genährt, wie denn auch bloß dieser äußere Mensch hätte aus Mangel an Speise verderben können.




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