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Immanuel Kant
Kritik der reinen Vernunft
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I. Transzendentale Elementarlehre
Zweiter Teil Die transzendentale Logik
Erste Abteilung Die transzendentale Analytik
Zweites Buch Die Analytik der Grundsätze
Zweites Hauptstück System aller Grundsätze des reinen Verstandes
Dritter Abschnitt Systematische Vorstellung aller synthetischen Grundsätze desselben
zurück
-
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Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen auszublenden
Dritter
Abschnitt
Systematische
Vorstellung
aller
synthetischen
Grundsätze
desselben
Daß
überhaupt
irgendwo
Grundsätze
stattfinden
, das ist
lediglich
dem
reinen
Verstande
zuzuschreiben
, der nicht allein das
Vermögen
der
Regeln
ist, in
Ansehung
dessen, was
geschieht
,
sondern
selbst der
Quell
der
Grundsätze
, nach
welchem
alles (was uns nur als
Gegenstand
vorkommen
kann)
notwendig
unter
Regeln
steht
, weil, ohne solche, den
Erscheinungen
niemals
Erkenntnis
eines ihnen
korrespondierenden
Gegenstandes
zukommen
könnte
. Selbst
Naturgesetze
, wenn sie als
Grundgesetze
des
empirischen
Verstandesgebrauchs
betrachtet
werden,
führen
zugleich
einen
Ausdruck
der
Notwendigkeit
,
mithin
wenigstens
die
Vermutung
einer
Bestimmung
aus
Gründen
, die
a
priori
und
vor
aller
Erfahrung
gültig
sind, bei sich. Aber ohne
Unterschied
stehen
alle
Gesetze
der
Natur
unter
höheren
Grundsätzen
des
Verstandes
,
indem
sie diese nur auf
besondere
Fälle
der
Erscheinung
anwenden
. Diese allein
geben
also den
Begriff
, der die
Bedingung
und
gleichsam
den
Exponenten
zu einer
Regel
überhaupt
enthält
,
Erfahrung
aber
gibt
den
Fall
, der unter der
Regel
steht
.
Daß man
bloß
empirische
Grundsätze
für
Grundsätze
des
reinen
Verstandes
, oder auch
umgekehrt
ansehe
, deshalb kann
wohl
eigentlich
keine
Gefahr
sein
;
denn
die
Notwendigkeit
nach
Begriffen
,
welche
die
letztere
auszeichnet
, und deren
Mangel
in jedem
empirischen
Satze
, so
allgemein
er auch
gelten
mag
,
leicht
wahrgenommen
wird, kann diese
Verwechslung
leicht
verhüten
. Es
gibt
aber
reine
Grundsätze
a
priori
, die ich
gleichwohl
doch nicht dem
reinen
Verstande
eigentümlich
beimessen
möchte
, darum, weil sie nicht aus
reinen
Begriffen
,
sondern
aus
reinen
Anschauungen
(obgleich
vermittelst
des
Verstandes
)
gezogen
sind;
Verstand
ist aber das
Vermögen
der
Begriffe
. Die
Mathematik
hat
dergleichen
, aber ihre
Anwendung
auf
Erfahrung
,
mithin
ihre
objektive
Gültigkeit
, ja die
Möglichkeit
solcher
synthetischer
Erkenntnis
a
priori
(die
Deduktion
derselben
)
beruht
doch immer auf dem
reinen
Verstande
.
Daher
werde
ich unter meine
Grundsätze
die der
Mathematik
nicht
mitzählen
, aber
wohl
diejenigen
,
worauf
sich dieser ihre
Möglichkeit
und
objektive
Gültigkeit
a
priori
gründet
, und die
mithin
als
Principium
dieser
Grundsätze
anzusehen
sind, und von
Begriffen
zur
Anschauung
, nicht aber von der
Anschauung
zu
Begriffen
ausgehen
.
In der
Anwendung
der
reinen
Verstandesbegriffe
auf
mögliche
Erfahrung
ist der
Gebrauch
ihrer
Synthesis
entweder
mathematisch
, oder
dynamisch
:
denn
sie
geht
teils
bloß
auf die
Anschauung
,
teils
auf das
Dasein
einer
Erscheinung
überhaupt
. Die
Bedingungen
a
priori
der
Anschauung
sind aber in
Ansehung
einer
möglichen
Erfahrung
durchaus
notwendig
, die des
Daseins
der
Objekte
einer
möglichen
empirischen
Anschauung
an sich nur
zufällig
. Daher werden die
Grundsätze
des
mathematischen
Gebrauchs
unbedingt
notwendig
d.i.
apodiktisch
lauten
, die aber des
dynamischen
Gebrauchs
werden zwar auch den
Charakter
einer
Notwendigkeit
a
priori
, aber nur unter der
Bedingung
des
empirischen
Denkens
in einer
Erfahrung
,
mithin
nur
mittelbar
und
indirekt
bei sich
führen
,
folglich
diejenige
unmittelbare
Evidenz
nicht
enthalten
, (
obzwar
ihrer auf
Erfahrung
allgemein
bezogenen
Gewißheit
unbeschadet
,) die
jenen
eigen ist. Doch dies wird sich beim
Schlusse
dieses
Systems
von
Grundsätzen
besser
beurteilen
lassen
.
Die
Tafel
der
Kategorien
gibt
uns die
ganz
natürliche
Anweisung
zur
Tafel
der
Grundsätze
, weil diese doch nichts
anderes
, als
Regeln
des
objektiven
Gebrauchs
der
ersteren
sind. Alle
Grundsätze
des
reinen
Verstandes
sind
demnach
1.
Axiome
der
Anschauung
2.
Antizipationen
der
Wahrnehmung
3.
Analogien
der
Erfahrung
4.
Postulate
des
empirischen
Denkens
überhaupt
Diese
Benennungen
habe ich mit
Vorsicht
gewählt
, um die
Unterschiede
in
Ansehung
der
Evidenz
und der
Ausübung
dieser
Grundsätze
nicht
unbemerkt
zu
lassen
. Es wird sich aber
bald
zeigen
: daß, was sowohl die
Evidenz
, als die
Bestimmung
der
Erscheinungen
a
priori
, nach den
Kategorien
der
Größe
und der
Qualität
(wenn man
lediglich
auf die
Form
der
letzteren
acht hat)
betrifft
, die
Grundsätze
derselben
sich darin von den zwei
übrigen
namhaft
unterscheiden
;
indem
jene
einer
intuitiven
, diese aber einer
bloß
diskursiven
,
obzwar
beiderseits
einer
völligen
Gewißheit
fähig
sind. Ich
werde
daher
jene
die
mathematischen
, diese die
dynamischen
Grundsätze
nennen
25
. Man wird aber
wohl
bemerken
: daß ich hier
ebensowenig
die
Grundsätze
der
Mathematik
in Einem
Falle
, als die
Grundsätze
der
allgemeinen
(
physischen
)
Dynamik
im
anderen
,
sondern
nur die des
reinen
Verstandes
im
Verhältnis
auf den
inneren
Sinn
(ohne
Unterschied
der darin
gegebenen
Vorstellungen
)
vor
Augen
habe,
dadurch
denn
jene
insgesamt
ihre
Möglichkeit
bekommen
. Ich
benenne
sie also mehr in
Betracht
der
Anwendung
, als um ihres
Inhalts
willen
, und
gehe
nun zur
Erwägung
derselben
in der
nämlichen
Ordnung
, wie sie in der
Tafel
vorgestellt
werden.
1.
Axiome
der
Anschauung
Das
Prinzip
derselben
ist: Alle
Anschauungen
sind
extensive
Größen
.
Beweis
Alle
Erscheinungen
enthalten
, der
Form
nach, eine
Anschauung
im
Raum
und
Zeit
,
welche
ihnen
insgesamt
a
priori
zum
Grunde
liegt
. Sie
können
also nicht anders
apprehendiert
,
d.i.
ins
empirische
Bewußtsein
aufgenommen
werden, als durch die
Synthesis
des
Mannigfaltigen
,
wodurch
die
Vorstellungen
eines
bestimmten
Raumes
oder
Zeit
erzeugt
werden,
d.i.
durch die
Zusammensetzung
des
Gleichartigen
und das
Bewußtsein
der
synthetischen
Einheit
dieses
Mannigfaltigen
(
Gleichartigen
). Nun ist das
Bewußtsein
des
mannigfaltigen
Gleichartigen
in der
Anschauung
überhaupt
,
sofern
dadurch
die
Vorstellung
eines
Objekts
zuerst
möglich
wird, der
Begriff
einer
Größe
(
quanti
). Also ist selbst die
Wahrnehmung
eines
Objekts
, als
Erscheinung
, nur durch
dieselbe
synthetische
Einheit
des
Mannigfaltigen
der
gegebenen
sinnlichen
Anschauung
möglich
,
wodurch
die
Einheit
der
Zusammensetzung
des
mannigfaltigen
Gleichartigen
im
Begriffe
einer
Größe
gedacht
wird;
d.i.
die
Erscheinungen
sind
insgesamt
Größen
, und zwar
extensive
Größen
, weil sie als
Anschauungen
im
Raume
oder der
Zeit
durch
dieselbe
Synthesis
vorgestellt
werden
müssen
, als
wodurch
Raum
und
Zeit
überhaupt
bestimmt
werden.
Eine
extensive
Größe
nenne
ich
diejenige
, in
welcher
die
Vorstellung
der
Teile
die
Vorstellung
des
Ganzen
möglich
macht
, (und also
notwendig
vor
dieser
vorhergeht
). Ich kann mir keine
Linie
, so
klein
sie auch
sei
,
vorstellen
, ohne sie in
Gedanken
zu
ziehen
,
d.i.
von einem
Punkte
alle
Teile
nach und nach zu
erzeugen
, und
dadurch
allererst
diese
Anschauung
zu
verzeichnen
.
Ebenso
ist es auch mit jeder auch der
kleinsten
Zeit
bewandt
. Ich
denke
mir darin nur den
sukzessiven
Fortgang
von einem
Augenblick
zum
anderen
, wo durch alle
Zeitteile
und deren
Hinzutun
endlich
eine
bestimmte
Zeitgröße
erzeugt
wird.
Da
die
bloße
Anschauung
an
allen
Erscheinungen
entweder der
Raum
, oder die
Zeit
ist, so ist jede
Erscheinung
als
Anschauung
eine
extensive
Größe
,
indem
sie nur durch
sukzessive
Synthesis
(von
Teil
zu
Teil
) in der
Apprehension
erkannt
werden kann. Alle
Erscheinungen
werden
demnach
schon als
Aggregate
(
Menge
vorher
gegebener
Teile
)
angeschaut
,
welches
eben
nicht der
Fall
bei jeder
Art
Größen
,
sondern
nur derer ist, die uns
extensiv
als solche
vorgestellt
und
apprehendiert
werden.
Auf diese
sukzessive
Synthesis
der
produktiven
Einbildungskraft
, in der
Erzeugung
der
Gestalten
,
gründet
sich die
Mathematik
der
Ausdehnung
(
Geometrie
) mit ihren
Axiomen
,
welche
die
Bedingungen
der
sinnlichen
Anschauung
a
priori
ausdrücken
, unter denen allein das
Schema
eines
reinen
Begriffs
der
äußeren
Erscheinung
zustande
kommen
kann;
z
.
E
. zwischen zwei
Punkten
ist nur eine
gerade
Linie
möglich
; zwei
gerade
Linien
schließen
keinen
Raum
ein
usw
. Dies sind die
Axiome
,
welche
eigentlich
nur
Größen
(
quanta
) als solche
betreffen
.
Was aber die
Größe
, (
quantitas
)
d.i.
die
Antwort
auf die
Frage
: wie
groß
etwas
sei
?
betrifft
, so
gibt
es in
Ansehung
derselben
, obgleich
verschiedene
dieser
Sätze
synthetisch
und
unmittelbar
gewiß
(
indemonstrabilia
) sind,
dennoch
im
eigentlichen
Verstande
keine
Axiome
.
Denn
daß
gleiches
zu
gleichem
hinzugetan
, oder von diesem
abgezogen
, ein
gleiches
gebe
, sind
analytische
Sätze
,
indem
ich mir der
Identität
der einen
Größenerzeugung
mit der
anderen
unmittelbar
bewußt
bin;
Axiome
aber
sollen
synthetische
Sätze
a
priori
sein
.
Dagegen
sind die
evidenten
Sätze
der
Zahlverhältnis
zwar
allerdings
synthetisch
, aber nicht
allgemein
, wie die der
Geometrie
, und
eben
um
deswillen
auch nicht
Axiome
,
sondern
können
Zahlformeln
genannt
werden. Daß 7+5=12
sei
, ist kein
analytischer
Satz
.
Denn
ich
denke
weder in der
Vorstellung
von 7, noch von 5, noch in der
Vorstellung
von der
Zusammensetzung
beider
die
Zahl
12, (daß ich diese in der
Addition
beider
denken
solle
, davon ist hier nicht die
Rede
;
denn
bei dem
analytischen
Satze
ist nur die
Frage
, ob ich das
Prädikat
wirklich
in der
Vorstellung
des
Subjekts
denke
). Ob er aber
gleich
synthetisch
ist, so ist er doch nur ein
einzelner
Satz
.
Sofern
hier
bloß
auf die
Synthesis
des
Gleichartigen
(der
Einheiten
)
gesehen
wird, so kann die
Synthesis
hier nur auf eine
einzige
Art
geschehen
,
wiewohl
der
Gebrauch
dieser
Zahlen
nachher
allgemein
ist. Wenn ich
sage
: durch drei
Linien
, deren zwei
zusammengenommen
größer
sind, als die
dritte
,
läßt
sich ein
Triangel
zeichnen
; so habe ich hier die
bloße
Funktion
der
produktiven
Einbildungskraft
,
welche
die
Linien
größer
und
kleiner
ziehen
,
imgleichen
nach
allerlei
beliebigen
Winkeln
kann
zusammenstoßen
lassen
.
Dagegen
ist die
Zahl
7 nur auf eine
einzige
Art
möglich
, und auch die
Zahl
12, die durch die
Synthesis
der
ersteren
mit 5
erzeugt
wird.
Dergleichen
Sätze
muß
man also nicht
Axiome
, (
denn
sonst
gäbe
es deren
unendliche
,)
sondern
Zahlformeln
nennen
.
Dieser
transzendentale
Grundsatz
der
Mathematik
der
Erscheinungen
gibt
unserem
Erkenntnis
a
priori
große
Erweiterung
.
Denn
er ist es allein,
welcher
die
reine
Mathematik
in ihrer
ganzen
Präzision
auf
Gegenstände
der
Erfahrung
anwendbar
macht
,
welches
ohne diesen
Grundsatz
nicht so von selbst
erhellen
möchte
, ja auch
manchen
Widerspruch
veranlaßt
hat.
Erscheinungen
sind keine
Dinge
an sich selbst. Die
empirische
Anschauung
ist nur durch die
reine
(des
Raumes
und der
Zeit
)
möglich
; was also die
Geometrie
von dieser
sagt
,
gilt
auch ohne
Widerrede
von
jener
, und die
Ausflüchte
, als wenn
Gegenstände
der
Sinne
nicht den
Regeln
der
Konstruktion
im
Raume
(
z
.
E
. der
unendlichen
Teilbarkeit
der
Linien
oder
Winkel
)
gemäß
sein
dürfe
,
muß
wegfallen
.
Denn
dadurch
spricht
man dem
Raume
und mit
ihm
zugleich
aller
Mathematik
objektive
Gültigkeit
ab, und
weiß
nicht mehr, warum und wie
weit
sie auf
Erscheinungen
anzuwenden
sei
. Die
Synthesis
der
Räume
und
Zeiten
, als der
wesentlichen
Form
aller
Anschauung
, ist das, was
zugleich
die
Apprehension
der
Erscheinung
,
mithin
jede
äußere
Erfahrung
,
folglich
auch alle
Erkenntnis
der
Gegenstände
derselben
,
möglich
macht
, und was die
Mathematik
im
reinen
Gebrauch
von
jener
beweist
, das
gilt
auch
notwendig
von dieser. Alle
Einwürfe
dawider
sind nur
Schikanen
einer
falsch
belehrten
Vernunft
, die
irrigerweise
die
Gegenstände
der
Sinne
von der
formalen
Bedingung
unserer
Sinnlichkeit
loszumachen
gedenkt
, und sie, obgleich sie
bloß
Erscheinungen
sind, als
Gegenstände
an sich selbst, dem
Verstande
gegeben
,
vorstellt
; in
welchem
Falle
freilich
von ihnen
a
priori
gar
nichts,
mithin
auch nicht durch
reine
Begriffe
vom
Raume
,
synthetisch
erkannt
werden
könnte
, und die
Wissenschaft
, die diese
bestimmt
,
nämlich
die
Geometrie
, selbst nicht
möglich
sein
würde
.
2.
Antizipationen
der
Wahrnehmung
Das
Prinzip
derselben
ist: In
allen
Erscheinungen
hat das
Reale
, was ein
Gegenstand
der
Empfindung
ist,
intensive
Größe
,
d.i.
einen
Grad
.
Beweis
Wahrnehmung
ist das
empirische
Bewußtsein
,
d.i.
ein
solches
, in
welchem
zugleich
Empfindung
ist.
Erscheinungen
, als
Gegenstände
der
Wahrnehmung
, sind nicht
reine
(
bloß
formale
)
Anschauungen
, wie
Raum
und
Zeit
, (
denn
die
können
an sich
gar
nicht
wahrgenommen
werden). Sie
enthalten
also über die
Anschauung
noch die
Materien
zu
irgendeinem
Objekte
überhaupt
(
wodurch
etwas
Existierendes
im
Raume
oder der
Zeit
vorgestellt
wird),
d.i.
das
Reale
der
Empfindung
, also
bloß
subjektive
Vorstellung
, von der man sich nur
bewußt
werden kann, daß das
Subjekt
affiziert
sei
, und die man auf ein
Objekt
überhaupt
bezieht
, in sich. Nun ist vom
empirischen
Bewußtsein
zum
reinen
eine
stufenartige
Veränderung
möglich
,
da
das
Reale
desselben
ganz
verschwindet
, und ein
bloß
formales
Bewußtsein
(
a
priori
) des
Mannigfaltigen
im
Raum
und
Zeit
übrig
bleibt
: also auch eine
Synthesis
der
Größenerzeugung
einer
Empfindung
, von ihrem
Anfange
, der
reinen
Anschauung
=
O
, an, bis zu einer
beliebigen
Größe
derselben
.
Da
nun
Empfindung
an sich
gar
keine
objektive
Vorstellung
ist und in ihr weder die
Anschauung
vom
Raum
, noch von der
Zeit
,
angetroffen
wird, so wird ihr zwar keine
extensive
, aber doch eine
Größe
(und zwar durch die
Apprehension
derselben
, in
welcher
das
empirische
Bewußtsein
in einer
gewissen
Zeit
von nichts=
O
zu ihrem
gegebenen
Maße
erwachsen
kann), also eine
intensive
Größe
zukommen
,
welcher
korrespondierend
allen
Objekten
der
Wahrnehmung
,
sofern
diese
Empfindung
enthält
,
intensive
Größe
,
d.i.
ein
Grad
des
Einflusses
auf den
Sinn
,
beigelegt
werden
muß
.
Man kann alle
Erkenntnis
,
wodurch
ich
dasjenige
, was zur
empirischen
Erkenntnis
gehört
,
a
priori
erkennen
und
bestimmen
kann, eine
Antizipation
nennen
, und ohne
Zweifel
ist das die
Bedeutung
, in
welcher
Epikur
seinen
Ausdruck
prolhyiV
brauchte
.
Da
aber an den
Erscheinungen
etwas ist, was
niemals
a
priori
erkannt
wird, und
welches
daher auch den
eigentlichen
Unterschied
des
Empirischen
von dem
Erkenntnis
a
priori
ausmacht
,
nämlich
die
Empfindung
(als
Materie
der
Wahrnehmung
), so
folgt
, daß diese es
eigentlich
sei
, was
gar
nicht
antizipiert
werden kann.
Dagegen
würden
wir die
reinen
Bestimmungen
im
Raume
und der
Zeit
, sowohl in
Ansehung
der
Gestalt
, als
Größe
,
Antizipationen
der
Erscheinungen
nennen
können
, weil sie
dasjenige
a
priori
vorstellen
, was immer
a
posteriori
in der
Erfahrung
gegeben
werden
mag
.
Gesetzt
aber, es
finde
sich doch etwas, was sich an jeder
Empfindung
, als
Empfindung
überhaupt
, (ohne daß eine
besondere
gegeben
sein
mag
,)
a
priori
erkennen
läßt
; so
würde
dieses im
ausnehmenden
Verstande
Antizipation
genannt
zu werden
verdienen
, weil es
befremdlich
scheint
, der
Erfahrung
in
demjenigen
vorzugreifen
, was
gerade
die
Materie
derselben
angeht
, die man nur aus ihr
schöpfen
kann. Und so
verhält
es sich hier
wirklich
.
Die
Apprehension
,
bloß
vermittelst
der
Empfindung
,
erfüllt
nur einen
Augenblick
, (wenn ich
nämlich
nicht die
Sukzession
vieler
Empfindungen
in
Betracht
ziehe
). Als etwas in der
Erscheinung
, dessen
Apprehension
keine
sukzessive
Synthesis
ist, die von
Teilen
zur
ganzen
Vorstellung
fortgeht
, hat sie also keine
extensive
Größe
; der
Mangel
der
Empfindung
in demselben
Augenblicke
würde
diesen als
leer
vorstellen
,
mithin
=
O
. Was nun in der
empirischen
Anschauung
der
Empfindung
korrespondiert
, ist
Realität
(
realitas
phaenomenon
) ; was dem
Mangel
derselben
entspricht
,
Negation
=
O
. Nun ist aber jede
Empfindung
einer
Verringerung
fähig
, so daß sie
abnehmen
, und so
allmählich
verschwinden
kann. Daher ist zwischen
Realität
in der
Erscheinung
und
Negation
ein
kontinuierlicher
Zusammenhang
vieler
möglichen
Zwischenempfindungen
, deren
Unterschied
voneinander
immer
kleiner
ist, als der
Unterschied
zwischen der
gegebenen
und dem
Zero
, oder der
gänzlichen
Negation
. Das ist: das
Reale
in der
Erscheinung
hat
jederzeit
eine
Größe
,
welche
aber nicht in der
Apprehension
angetroffen
wird,
indem
diese
vermittelst
der
bloßen
Empfindung
in einem
Augenblicke
und nicht durch
sukzessive
Synthesis
vieler
Empfindungen
geschieht
, und also nicht von den
Teilen
zum
Ganzen
geht
; es hat also zwar eine
Größe
, aber keine
extensive
.
Nun
nenne
ich
diejenige
Größe
, die nur als
Einheit
apprehendiert
wird, und in
welcher
die
Vielheit
nur durch
Annäherung
zur
Negation
=
O
vorgestellt
werden kann, die
intensive
Größe
. Also hat jede
Realität
in der
Erscheinung
intensive
Größe
,
d.i.
einen
Grad
. Wenn man diese
Realität
als
Ursache
(es
sei
der
Empfindung
oder anderer
Realität
in der
Erscheinung
,
z
.
B
. einer
Veränderung
,)
betrachtet
; so
nennt
man den
Grad
der
Realität
als
Ursache
, ein
Moment
,
z
.
B
. das
Moment
der
Schwere
, und zwar darum, weil der
Grad
nur die
Größe
bezeichnet
, deren
Apprehension
nicht
sukzessiv
,
sondern
augenblicklich
ist. Dieses
berühre
ich aber hier nur
beiläufig
,
denn
mit der
Kausalität
habe ich
für
jetzt noch nicht zu tun.
So hat
demnach
jede
Empfindung
,
mithin
auch jede
Realität
in der
Erscheinung
, so
klein
sie auch
sein
mag
, einen
Grad
,
d.i.
eine
intensive
Größe
, die noch immer
vermindert
werden kann, und zwischen
Realität
und
Negation
ist ein
kontinuierlicher
Zusammenhang
möglicher
Realitäten
, und
möglicher
kleinerer
Wahrnehmungen
. Eine jede
Farbe
,
z
.
E
. die
rote
, hat einen
Grad
, der, so
klein
er auch
sein
mag
,
niemals
der
kleinste
ist, und so ist es mit der
Wärme
, dem
Momente
der
Schwere
usw
.
überall
bewandt
.
Die
Eigenschaft
der
Größen
, nach
welcher
an ihnen kein
Teil
der
kleinstmögliche
(kein
Teil
einfach
) ist,
heißt
die
Kontinuität
derselben
.
Raum
und
Zeit
sind
quanta
continua
, weil kein
Teil
derselben
gegeben
werden kann, ohne
ihn
zwischen
Grenzen
(
Punkten
und
Augenblicken
)
einzuschließen
,
mithin
nur so, daß dieser
Teil
selbst
wiederum
ein
Raum
, oder eine
Zeit
ist. Der
Raum
besteht
also nur aus
Räumen
, die
Zeit
aus
Zeiten
.
Punkte
und
Augenblicke
sind nur
Grenzen
,
d.i.
bloße
Stellen
ihrer
Einschränkung
;
Stellen
aber
setzen
jederzeit
jene
Anschauungen
, die sie
beschränken
oder
bestimmen
sollen
,
voraus
, und aus
bloßen
Stellen
, als aus
Bestandteilen
, die noch
vor
dem
Raume
oder der
Zeit
gegeben
werden
könnten
, kann weder
Raum
noch
Zeit
zusammengesetzt
werden.
Dergleichen
Größen
kann man auch
fließende
nennen
, weil die
Synthesis
(der
produktiven
Einbildungskraft
) in ihrer
Erzeugung
ein
Fortgang
in der
Zeit
ist, deren
Kontinuität
man
besonders
durch den
Ausdruck
des
Fließens
(
Verfließens
) zu
bezeichnen
pflegt
.
Alle
Erscheinungen
überhaupt
sind
demnach
kontinuierliche
Größen
, sowohl ihrer
Anschauung
nach, als
extensive
, oder der
bloßen
Wahrnehmung
(
Empfindung
und
mithin
Realität
) nach, als
intensive
Größen
. Wenn die
Synthesis
des
Mannigfaltigen
der
Erscheinung
unterbrochen
ist, so ist dieses ein
Aggregat
von
vielen
Erscheinungen
, und nicht
eigentlich
Erscheinung
als ein
Quantum
,
welches
nicht durch die
bloße
Fortsetzung
der
produktiven
Synthesis
einer
gewissen
Art
,
sondern
durch
Wiederholung
einer immer
aufhörenden
Synthesis
erzeugt
wird. Wenn ich
13Taler
ein
Geldquantum
nenne
, so
benenne
ich es
sofern
richtig, als ich darunter den
Gehalt
von einer
Mark
fein
Silber
verstehe
;
welche
aber
allerdings
eine
kontinuierliche
Größe
ist, in
welcher
kein
Teil
der
kleinste
ist,
sondern
jeder
Teil
ein
Geldstück
ausmachen
könnte
,
welches
immer
Materie
zu noch
kleineren
enthielte
. Wenn ich aber unter
jener
Benennung
13runde
Taler
verstehe
, als so viel
Münzen
, (ihr
Silbergehalt
mag
sein
,
welcher
er
wolle
,) so
benenne
ich es
unschicklich
durch ein
Quantum
von
Talern
,
sondern
muß
es ein
Aggregat
,
d.i.
eine
Zahl
Geldstücke
,
nennen
.
Da
nun bei aller
Zahl
doch
Einheit
zum
Grunde
liegen
muß
, so ist die
Erscheinung
als
Einheit
ein
Quantum
, und als ein
solches
jederzeit
ein
Kontinuum
.
Wenn nun alle
Erscheinungen
, sowohl
extensiv
, als
intensiv
betrachtet
,
kontinuierliche
Größen
sind, so
würde
der
Satz
: daß auch alle
Veränderung
(
Übergang
eines
Dinges
aus einem
Zustande
in den
anderen
)
kontinuierlich
sein
,
leicht
und mit
mathematischer
Evidenz
hier
bewiesen
werden
können
, wenn nicht die
Kausalität
einer
Veränderung
überhaupt
ganz
außerhalb
den
Grenzen
einer
Transzendental-Philosophie
läge
, und
empirische
Prinzipien
voraussetzte
.
Denn
daß eine
Ursache
möglich
sei
,
welche
den
Zustand
der
Dinge
verändere
,
d.i.
sie zum
Gegenteil
eines
gewissen
gegebenen
Zustandes
bestimme
, davon
gibt
uns der
Verstand
a
priori
gar
keine
Eröffnung
, nicht
bloß
deswegen, weil er die
Möglichkeit
davon
gar
nicht
einsieht
, (
denn
diese
Einsicht
fehlt
uns in
mehreren
Erkenntnissen
a
priori
,)
sondern
weil die
Veränderlichkeit
nur
gewisse
Bestimmungen
der
Erscheinungen
trifft
,
welche
die
Erfahrung
allein
lehren
kann,
indessen
daß ihre
Ursache
in dem
Unveränderlichen
anzutreffen
ist.
Da
wir aber hier nichts
vor
uns haben, dessen wir uns
bedienen
können
, als die
reinen
Grundbegriffe
aller
möglichen
Erfahrung
, unter
welchen
durchaus
nichts
Empirisches
sein
muß
; so
können
wir, ohne die
Einheit
des
Systems
zu
verletzen
, der
allgemeinen
Naturwissenschaft
,
welche
auf
gewisse
Grunderfahrungen
gebaut
ist, nicht
vorgreifen
.
Gleichwohl
mangelt
es uns nicht an
Beweistümern
des
großen
Einflusses
, den dieser unser
Grundsatz
hat,
Wahrnehmungen
zu
antizipieren
, und sogar deren
Mangel
sofern
zu
ergänzen
, daß er
allen
falschen
Schlüssen
, die daraus
gezogen
werden
möchten
, den
Riegel
vorschiebt
.
Wenn alle
Realität
in der
Wahrnehmung
einen
Grad
hat, zwischen dem und der
Negation
eine
unendliche
Stufenfolge
immer
minderer
Grade
stattfindet
, und
gleichwohl
ein jeder
Sinn
einen
bestimmten
Grad
der
Rezeptivität
der
Empfindungen
haben
muß
; so ist keine
Wahrnehmung
,
mithin
auch keine
Erfahrung
möglich
, die einen
gänzlichen
Mangel
alles
Realen
in der
Erscheinung
, es
sei
unmittelbar
oder
mittelbar
, (durch
welchen
Umschweif
im
Schließen
man immer
wolle
,)
bewiese
,
d.i.
es kann aus der
Erfahrung
niemals
ein
Beweis
vom
leeren
Raume
oder einer
leeren
Zeit
gezogen
werden.
Denn
der
gänzliche
Mangel
des
Realen
in der
sinnlichen
Anschauung
kann
erstlich
selbst nicht
wahrgenommen
werden,
zweitens
kann er aus keiner
einzigen
Erscheinung
und dem
Unterschiede
des
Grades
ihrer
Realität
gefolgert
, oder
darf
auch zur
Erklärung
derselben
niemals
angenommen
werden.
Denn
wenn auch die
ganze
Anschauung
eines
bestimmten
Raumes
oder
Zeit
durch und durch
real
,
d.i.
kein
Teil
derselben
leer
ist; so
muß
es doch, weil jede
Realität
ihren
Grad
hat, der, bei
unveränderter
extensiver
Größe
der
Erscheinung
bis zum Nichts (dem
Leeren
) durch
unendliche
Stufen
abnehmen
kann,
unendlich
verschiedene
Grade
, mit
welchen
Raum
oder
Zeit
erfüllt
sei
,
geben
, und die
intensive
Größe
in
verschiedenen
Erscheinungen
kleiner
oder
größer
sein
können
,
obschon
die
extensive
Größe
der
Anschauung
gleich
ist.
Wir
wollen
ein
Beispiel
davon
geben
.
Beinahe
alle
Naturlehrer
,
da
sie einen
großen
Unterschied
der
Quantität
der
Materie
von
verschiedener
Art
unter
gleichem
Volumen
(
teils
durch das
Moment
der
Schwere
, oder des
Gewichts
,
teils
durch das
Moment
des
Widerstandes
gegen
andere
bewegte
Materien
)
wahrnehmen
,
schließen
daraus
einstimmig
: dieses
Volumen
(
extensive
Größe
der
Erscheinung
)
müsse
in
allen
Materien
,
obzwar
in
verschiedenem
Maße
,
leer
sein
. Wer hätte aber von diesen
größtenteils
mathematischen
und
mechanischen
Naturforschern
sich
wohl
jemals
einfallen
lassen
, daß sie diesen ihren
Schluß
lediglich
auf eine
metaphysische
Voraussetzung
,
welche
sie doch so sehr zu
vermeiden
vorgeben
,
gründeten
?
indem
sie
annehmen
, daß das
Reale
im
Raume
(ich
mag
es hier nicht
Undurchdringlichkeit
oder
Gewicht
nennen
, weil dieses
empirische
Begriffe
sind),
allerwärts
einerlei
sei
, und sich nur der
extensiven
Größe
d.i.
der
Menge
nach
unterscheiden
könne
. Dieser
Voraussetzung
, dazu sie
keinen
Grund
in der
Erfahrung
haben
konnten
, und die also
bloß
metaphysisch
ist,
setze
ich einen
transzendentalen
Beweis
entgegen
, der zwar den
Unterschied
in der
Erfüllung
der
Räume
nicht
erklären
soll
, aber doch die
vermeinte
Notwendigkeit
jener
Voraussetzung
,
gedachten
Unterschied
nicht anders, als durch
anzunehmende
leere
Räume
,
erklären
zu
können
,
völlig
aufhebt
, und das
Verdienst
hat, den
Verstand
wenigstens
in
Freiheit
zu
versetzen
, sich diese
Verschiedenheit
auch auf
andere
Art
zu
denken
, wenn die
Naturerklärung
hierzu
irgendeine
Hypothese
notwendig
machen
sollte
.
Denn
da
sehen
wir, daß,
obschon
gleiche
Räume
von
verschiedenen
Materien
vollkommen
erfüllt
sein
mögen
, so, daß in
keinem
von
beiden
ein
Punkt
ist, in
welchem
nicht ihre
Gegenwart
anzutreffen
wäre
, so habe doch jedes
Reale
bei
derselben
Qualität
ihren
Grad
(des
Widerstandes
oder des
Wiegens
),
welcher
ohne
Verminderung
der
extensiven
Größe
oder
Menge
ins
Unendliche
kleiner
sein
kann,
ehe
sie in das
Leere
übergeht
, und
verschwindet
. So kann eine
Ausspannung
, die einen
Raum
erfüllt
,
z
.
B
.
Wärme
, und auf
gleiche
Weise
jede
andere
Realität
(in der
Erscheinung
), ohne im
mindesten
den
kleinsten
Teil
dieses
Raumes
leer
zu
lassen
, in ihren
Graden
ins
Unendliche
abnehmen
, und
nichtsdestoweniger
den
Raum
mit diesen
kleineren
Graden
ebensowohl
erfüllen
, als eine
andere
Erscheinung
mit
größeren
. Meine
Absicht
ist hier
keineswegs
, zu
behaupten
: daß dieses
wirklich
mit der
Verschiedenheit
der
Materien
, ihrer
spezifischen
Schwere
nach, so
bewandt
sei
,
sondern
nur aus einem
Grundsatze
des
reinen
Verstandes
darzutun
: daß die
Natur
unserer
Wahrnehmungen
eine solche
Erklärungsart
möglich
mache
, und daß man
fälschlich
das
Reale
der
Erscheinung
dem
Grade
nach als
gleich
, und nur der
Aggregation
und deren
extensiven
Größe
nach als verschieden
annehme
, und dieses sogar,
vorgeblichermaßen
, durch einen
Grundsatz
des
Verstandes
a
priori
behaupte
.
Es hat
gleichwohl
diese
Antizipation
der
Wahrnehmung
etwas
für
einen der
transzendentalen
gewohnten
und
dadurch
behutsam
gewordenen
Nachforscher
, immer etwas
Auffallendes
an sich, und
erregt
darüber
einiges
Bedenken
, daß der
Verstand
einen
dergleichen
synthetischen
Satz
, als der von dem
Grad
alles
Realen
in den
Erscheinungen
ist, und
mithin
der
Möglichkeit
des
inneren
Unterschiedes
der
Empfindung
selbst, wenn man von ihrer
empirischen
Qualität
abstrahiert
, und es ist also noch eine der
Auflösung
nicht
unwürdige
Frage
: wie der
Verstand
hierin
synthetisch
über
Erscheinungen
a
priori
aussprechen
, und diese sogar in
demjenigen
, was
eigentlich
und
bloß
empirisch
ist,
nämlich
die
Empfindung
angeht
,
antizipieren
könne
?
Die
Qualität
der
Empfindung
ist
jederzeit
bloß
empirisch
und kann
a
priori
gar
nicht
vorgestellt
werden, (
z
.
B
.
Farben
,
Geschmack
usw
.). Aber das
Reale
, was den
Empfindungen
überhaupt
korrespondiert
, im
Gegensatz
mit der
Negation
=
O
,
stellt
nur etwas
vor
, dessen
Begriff
an sich ein
Sein
enthält
, und
bedeutet
nichts als die
Synthesis
in einem
empirischen
Bewußtsein
überhaupt
. In dem
inneren
Sinn
nämlich
kann das
empirische
Bewußtsein
vonO
bis zu jedem
größeren
Grade
erhöht
werden, so daß
eben
dieselbe
extensive
Größe
der
Anschauung
(
z
.
B
.
erleuchtete
Fläche
) so
große
Empfindung
erregt
, als ein
Aggregat
von
vielem
anderen
(
minder
erleuchteten
)
zusammen
. Man kann also von der
extensiven
Größe
der
Erscheinung
gänzlich
abstrahieren
, und sich doch an der
bloßen
Empfindung
in einem
Moment
eine
Synthesis
der
gleichförmigen
Steigerung
vonO
bis zu dem
gegebenen
empirischen
Bewußtsein
vorstellen
. Alle
Empfindungen
werden daher, als solche, zwar nur
a
priori
gegeben
, aber die
Eigenschaft
derselben
, daß sie einen
Grad
haben, kann
a
priori
erkannt
werden. Es ist
merkwürdig
, daß wir an
Größen
überhaupt
a
priori
nur eine
einzige
Qualität
,
nämlich
die
Kontinuität
, an aller
Qualität
aber (dem
Realen
der
Erscheinungen
) nichts weiter
a
priori
, als die
intensive
Quantität
derselben
,
nämlich
daß sie einen
Grad
haben,
erkennen
können
, alles
übrige
bleibt
der
Erfahrung
überlassen
.
3.
Analogien
der
Erfahrung
Das
Prinzip
derselben
ist:
Erfahrung
ist nur durch die
Vorstellung
einer
notwendigen
Verknüpfung
der
Wahrnehmungen
möglich
.
Beweis
Erfahrung
ist ein
empirisches
Erkenntnis
,
d.i.
ein
Erkenntnis
, das durch
Wahrnehmungen
ein
Objekt
bestimmt
. Sie ist also eine
Synthesis
der
Wahrnehmungen
, die selbst nicht in der
Wahrnehmung
enthalten
ist,
sondern
die
synthetische
Einheit
des
Mannigfaltigen
derselben
in einem
Bewußtsein
enthält
,
welche
das
Wesentliche
einer
Erkenntnis
der
Objekte
der
Sinne
,
d.i.
der
Erfahrung
(nicht
bloß
der
Anschauung
oder
Empfindung
der
Sinne
)
ausmacht
. Nun
kommen
zwar in der
Erfahrung
die
Wahrnehmungen
nur
zufälligerweise
zueinander
, so, daß keine
Notwendigkeit
ihrer
Verknüpfung
aus den
Wahrnehmungen
selbst
erhellt
, noch
erhellen
kann, weil
Apprehension
nur eine
Zusammenstellung
des
Mannigfaltigen
der
empirischen
Anschauung
, aber keine
Vorstellung
von der
Notwendigkeit
der
verbundenen
Existenz
der
Erscheinungen
, die sie
zusammenstellt
, im
Raum
und
Zeit
in
derselben
angetroffen
wird.
Da
aber
Erfahrung
ein
Erkenntnis
der
Objekte
durch
Wahrnehmungen
ist,
folglich
das
Verhältnis
im
Dasein
des
Mannigfaltigen
, nicht wie es in der
Zeit
zusammengestellt
wird,
sondern
wie es
objektiv
in der
Zeit
ist, in ihr
vorgestellt
werden
soll
, die
Zeit
selbst aber nicht
wahrgenommen
werden kann, so kann die
Bestimmung
der
Existenz
der
Objekte
in der
Zeit
nur durch ihre
Verbindung
in der
Zeit
überhaupt
,
mithin
nur durch
a
priori
verknüpfte
Begriffe
,
geschehen
.
Da
diese nun
jederzeit
zugleich
Notwendigkeit
bei sich
führen
, so ist
Erfahrung
nur durch eine
Vorstellung
der
notwendigen
Verknüpfung
der
Wahrnehmungen
möglich
.
Die drei
modi
der
Zeit
sind
Beharrlichkeit
,
Folge
und
Zugleichsein
. Daher werden drei
Regeln
aller
Zeitverhältnisse
der
Erscheinungen
,
wonach
jeder ihr
Dasein
in
Ansehung
der
Einheit
aller
Zeit
bestimmt
werden kann,
vor
aller
Erfahrung
vorangehen
, und diese
allererst
möglich
machen
.
Der
allgemeine
Grundsatz
aller drei
Analogien
beruht
auf der
notwendigen
Einheit
der
Apperzeption
, in
Ansehung
alles
möglichen
empirischen
Bewußtseins
, (der
Wahrnehmung
,) zu jeder
Zeit
,
folglich
,
da
jene
a
priori
zum
Grunde
liegt
, auf der
synthetischen
Einheit
aller
Erscheinungen
nach ihrem
Verhältnisse
in der
Zeit
.
Denn
die
ursprüngliche
Apperzeption
bezieht
sich auf den
inneren
Sinn
(den
Inbegriff
aller
Vorstellungen
), und zwar
a
priori
auf die
Form
desselben
,
d.i.
das
Verhältnis
des
mannigfaltigen
empirischen
Bewußtseins
in der
Zeit
. In der
ursprünglichen
Apperzeption
soll
nun alle dieses
Mannigfaltige
, seinen
Zeitverhältnissen
nach,
vereinigt
werden;
denn
dieses
sagt
die
transzendentale
Einheit
derselben
a
priori
, unter
welcher
alles
steht
, was zu
meinem
(
d.i.
meinem
einigen
)
Erkenntnisse
gehören
soll
,
mithin
ein
Gegenstand
für
mich werden kann. Diese
synthetische
Einheit
in dem
Zeitverhältnisse
aller
Wahrnehmungen
,
welche
a
priori
bestimmt
ist, ist also das
Gesetz
: daß alle
empirischen
Zeitbestimmungen
unter
Regeln
der
angeben
Zeitbestimmung
stehen
müssen
, und die
Analogien
der
Erfahrung
, von denen wir jetzt
handeln
wollen
,
müssen
dergleichen
Regeln
sein
.
Diese
Grundsätze
haben das
Besondere
an sich, daß sie nicht die
Erscheinungen
, und die
Synthesis
ihrer
empirischen
Anschauung
,
sondern
bloß
das
Dasein
, und ihr
Verhältnis
untereinander
in
Ansehung
dieses ihres
Daseins
,
erwägen
. Nun kann die
Art
, wie etwas in der
Erscheinung
apprehendiert
wird,
a
priori
dergestalt
bestimmt
sein
, daß die
Regel
ihrer
Synthesis
zugleich
diese
Anschauung
a
priori
in jedem
vorliegenden
empirischen
Beispiele
geben
,
d.i.
sie daraus
zustande
bringen
kann. Allein das
Dasein
der
Erscheinungen
kann
a
priori
nicht
erkannt
werden, und ob wir
gleich
auf diesem
Wege
dahin
gelangen
könnten
, auf irgendein
Dasein
zu
schließen
, so
würden
wir dieses doch nicht
bestimmt
erkennen
,
d.i.
das,
wodurch
seine
empirische
Anschauung
sich von
anderen
unterschiede
,
antizipieren
können
.
Die
vorigen
zwei
Grundsätze
,
welche
ich die
mathematischen
nannte
, in
Betracht
dessen, daß sie die
Mathematik
auf
Erscheinungen
anzuwenden
berechtigten
,
gingen
auf
Erscheinungen
ihrer
bloßen
Möglichkeit
nach, und
lehrten
, wie sie sowohl ihrer
Anschauung
, als dem
Realen
ihrer
Wahrnehmung
nach, nach
Regeln
einer
mathematischen
Synthesis
erzeugt
werden
könnten
; daher sowohl bei der einen, als bei der
anderen
die
Zahlgrößen
, und, mit ihnen, die
Bestimmung
der
Erscheinung
als
Größe
,
gebraucht
werden
können
. So
werde
ich
z
.
B
. den
Grad
der
Empfindungen
des
Sonnenlichts
aus etwa
200000
Erleuchtungen
durch den
Mond
zusammensetzen
und
a
priori
bestimmt
geben
,
d.i.
konstruieren
können
. Daher
können
wir die
ersteren
Grundsätze
konstitutive
nennen
.
Ganz
anders
muß
es mit denen
bewandt
sein
, die das
Dasein
der
Erscheinungen
a
priori
unter
Regeln
bringen
sollen
.
Denn
,
da
dieses sich nicht
konstruieren
läßt
, so werden sie nur auf das
Verhältnis
des
Daseins
gehen
, und keine
andere
als
bloß
regulative
Prinzipien
abgeben
können
.
Da
ist also weder an
Axiome
, noch an
Antizipationen
zu
denken
,
sondern
, wenn uns eine
Wahrnehmung
in einem
Zeitverhältnisse
gegen
andere
(
obzwar
unbestimmte
)
gegeben
ist, so wird
a
priori
nicht
gesagt
werden
können
:
welche
andere
und wie
große
Wahrnehmung
,
sondern
, wie sie dem
Dasein
nach, in diesem
modo
der
Zeit
, mit
jener
notwendig
verbunden
sei
. In der
Philosophie
bedeuten
Analogien
etwas sehr
Verschiedenes
von
demjenigen
, was sie in der
Mathematik
vorstellen
. In dieser sind es
Formeln
,
welche
die
Gleichheit
zweier
Größenverhältnisse
aussagen
, und
jederzeit
konstitutiv
, so, daß, wenn zwei
Glieder
der
Proportion
gegeben
sind, auch das
dritte
dadurch
gegeben
wird,
d.i.
konstruiert
werden kann. In der
Philosophie
aber ist die
Analogie
nicht die
Gleichheit
zweier
quantitativen
,
sondern
qualitativen
Verhältnisse
, wo ich aus drei
gegebenen
Gliedern
nur das
Verhältnis
zu einem
vierten
, nicht aber dieses
vierte
Glied
selbst
erkennen
, und
a
priori
geben
kann,
wohl
aber eine
Regel
habe, es in der
Erfahrung
zu
suchen
, und ein
Merkmal
, es in
derselben
aufzufinden
. Eine
Analogie
der
Erfahrung
wird also nur eine
Regel
sein
, nach
welcher
aus
Wahrnehmungen
Einheit
der
Erfahrung
(nicht wie
Wahrnehmung
selbst, als
empirische
Anschauung
überhaupt
)
entspringen
soll
, und als
Grundsatz
von den
Gegenständen
(der
Erscheinungen
) nicht
konstitutiv
,
sondern
bloß
regulativ
gelten
.
Ebendasselbe
aber wird auch von den
Postulaten
des
empirischen
Denkens
überhaupt
,
welche
die
Synthesis
der
bloßen
Anschauung
(der
Form
der
Erscheinung
), der
Wahrnehmung
(der
Materie
derselben
), und der
Erfahrung
(des
Verhältnisses
dieser
Wahrnehmungen
)
zusammen
betreffen
,
gelten
,
nämlich
daß sie nur
regulative
Grundsätze
sind, und sich von den
mathematischen
, die
konstitutiv
sind, zwar nicht in der
Gewißheit
,
welche
in
beiden
a
priori
feststeht
, aber doch in der
Art
der
Evidenz
,
d.i.
dem
Intuitiven
derselben
(
mithin
auch der
Demonstration
)
unterscheiden
.
Was aber bei
allen
synthetischen
Grundsätzen
erinnert
ward
, und hier
vorzüglich
angemerkt
werden
muß
, ist dieses: daß diese
Analogien
nicht als
Grundsätze
des
transzendentalen
,
sondern
bloß
des
empirischen
Verstandesgebrauchs
, ihre
alleinige
Bedeutung
und
Gültigkeit
halben
,
mithin
auch nur als solche
bewiesen
werden
können
, daß
folglich
die
Erscheinungen
nicht unter die
Kategorien
schlechthin
,
sondern
nur unter ihre
Schemate
subsumiert
werden
müssen
.
Denn
,
wären
die
Gegenstände
, auf
welche
diese
Grundsätze
bezogen
werden
sollen
,
Dinge
an sich selbst, so
wäre
es
ganz
unmöglich
, etwas von ihnen
a
priori
synthetisch
zu
erkennen
. Nun sind es nichts als
Erscheinungen
, deren
vollständige
Erkenntnis
, auf die alle
Grundsätze
a
priori
zuletzt
doch immer
auslaufen
müssen
,
lediglich
die
mögliche
Erfahrung
ist,
folglich
können
jene
nichts, als
bloß
die
Bedingungen
der
Einheit
des
empirischen
Erkenntnisses
in der
Synthesis
der
Erscheinungen
zum
Ziele
haben; diese aber wird nur allein in dem
Schema
des
reinen
Verstandesbegriffs
gedacht
, von deren
Einheit
, als einer
Synthesis
überhaupt
, die
Kategorie
die durch keine
sinnliche
Bedingung
restringierte
Funktion
enthält
. Wir werden also durch diese
Grundsätze
die
Erscheinungen
nur nach einer
Analogie
, mit der
logischen
und
allgemeinen
Einheit
der
Begriffe
,
zusammenzusetzen
berechtigt
werden, und daher uns in dem
Grundsatze
selbst zwar der
Kategorie
bedienen
, in der
Ausführung
aber (der
Anwendung
auf
Erscheinungen
) das
Schema
derselben
, als den
Schlüssel
ihres
Gebrauchs
, an dessen
Stelle
, oder
jener
vielmehr
, als
restringierende
Bedingung
, unter dem
Namen
einer
Formel
des
ersteren
, zur
Seite
setzen
.
A
.
Erste
Analogie
-
Grundsatz
der
Beharrlichkeit
der
Substanz
Bei allem
Wechsel
der
Erscheinungen
beharrt
die
Substanz
, und das
Quantum
derselben
wird in der
Natur
weder
vermehrt
noch
vermindert
.
Beweis
Alle
Erscheinungen
sind in der
Zeit
, in
welcher
, als
Substrat
, (als
beharrlicher
Form
der
inneren
Anschauung
,) das
Zugleichsein
sowohl als die
Folge
allein
vorgestellt
werden kann. Die
Zeit
also in der aller
Wechsel
der
Erscheinungen
gedacht
werden
soll
,
bleibt
und
wechselt
nicht; weil sie
dasjenige
ist, in
welchem
das
Nacheinander-
oder
Zugleichsein
nur als
Bestimmungen
derselben
vorgestellt
werden
können
. Nun kann die
Zeit
für
sich nicht
wahrgenommen
werden.
Folglich
muß
in den
Gegenständen
der
Wahrnehmung
,
d.i.
den
Erscheinungen
, das
Substrat
anzutreffen
sein
,
welches
die
Zeit
überhaupt
vorstellt
, und an dem aller
Wechsel
oder
Zugleichsein
durch das
Verhältnis
der
Erscheinungen
zu demselben in der
Apprehension
wahrgenommen
werden kann. Es ist aber das
Substrat
alles
Realen
,
d.i.
zur
Existenz
der
Dinge
Gehörigen
, die
Substanz
, an
welcher
alles, was zum
Dasein
gehört
, nur als
Bestimmung
kann
gedacht
werden.
Folglich
ist das
Beharrliche
, womit in
Verhältnis
alle
Zeitverhältnisse
der
Erscheinungen
allein
bestimmt
werden
können
, die
Substanz
in der
Erscheinung
,
d.i.
das
Reale
derselben
, was als
Substrat
alles
Wechsels
immer
dasselbe
bleibt
.
Da
diese also im
Dasein
nicht
wechseln
kann, so kann ihr
Quantum
in der
Natur
auch weder
vermehrt
noch
vermindert
werden.
Unsere
Apprehension
des
Mannigfaltigen
der
Erscheinung
ist
jederzeit
sukzessiv
, und ist also immer
wechselnd
. Wir
können
also
dadurch
allein
niemals
bestimmen
, ob dieses
Mannigfaltige
, als
Gegenstand
der
Erfahrung
,
zugleich
sei
, oder
nacheinander
folge
, wo an ihr nicht etwas zum
Grunde
liegt
, was
jederzeit
ist,
d.i.
etwas
Bleibendes
und
Beharrliches
, von
welchem
aller
Wechsel
und
Zugleichsein
nichts, als so viel
Arten
(
modi
der
Zeit
) sind, wie das
Beharrliche
existiert
. Nur in dem
Beharrlichen
sind also
Zeitverhältnisse
möglich
(
denn
Simultaneität
und
Sukzession
sind die
einzigen
Verhältnisse
in der
Zeit
),
d.i.
das
Beharrliche
ist das
Substratum
der
empirischen
Vorstellung
der
Zeit
selbst, an
welchem
alle
Zeitbestimmung
allein
möglich
ist. Die
Beharrlichkeit
drückt
überhaupt
die
Zeit
, als das
beständige
Korrelatum
alles
Daseins
der
Erscheinungen
, alles
Wechsels
und aller
Begleitung
, aus.
Denn
der
Wechsel
trifft
die
Zeit
selbst nicht,
sondern
nur die
Erscheinungen
in der
Zeit
, (so wie das
Zugleichsein
nicht ein
modus
der
Zeit
selbst ist, als in
welcher
gar
keine
Teile
zugleich
,
sondern
alle
nacheinander
sind).
Wollte
man der
Zeit
selbst eine
Folge
nacheinander
beilegen
, so
müßte
man noch eine
andere
Zeit
denken
, in
welcher
diese
Folge
möglich
wäre
. Durch das
Beharrliche
allein
bekommt
das
Dasein
in
verschiedenen
Teilen
der
Zeitreihe
nacheinander
eine
Größe
, die man
Dauer
nennt
.
Denn
in der
bloßen
Folge
allein ist das
Dasein
immer
verschwindend
und
anhebend
, und hat
niemals
die
mindeste
Größe
. Ohne dieses
Beharrliche
ist also kein
Zeitverhältnis
. Nun kann die
Zeit
an sich selbst nicht
wahrgenommen
werden;
mithin
ist dieses
Beharrliche
an den
Erscheinungen
das
Substratum
aller
Zeitbestimmung
,
folglich
auch die
Bedingung
der
Möglichkeit
aller
synthetischen
Einheit
der
Wahrnehmungen
,
d.i.
der
Erfahrung
, und an diesem
Beharrlichen
kann alles
Dasein
und aller
Wechsel
in der
Zeit
nur als ein
modus
der
Existenz
dessen, was
bleibt
und
beharrt
,
angesehen
werden. Also ist in
allen
Erscheinungen
das
Beharrliche
der
Gegenstand
selbst,
d.i.
die
Substanz
(
phaenomenon
), alles aber, was
wechselt
, oder
wechseln
kann,
gehört
nur zu der
Art
, wie diese
Substanz
oder
Substanzen
existieren
,
mithin
zu ihren
Bestimmungen
.
Ich
finde
, daß zu
allen
Zeiten
nicht
bloß
der
Philosoph
,
sondern
selbst der
gemeine
Verstand
diese
Beharrlichkeit
, als ein
Substratum
alles
Wechsels
der
Erscheinungen
,
vorausgesetzt
haben, und auch
jederzeit
als
ungezweifelt
annehmen
werden, nur daß der
Philosoph
sich
hierüber
etwas
bestimmter
ausdrückt
,
indem
er
sagt
: bei
allen
Veränderungen
in der
Welt
bleibt
die
Substanz
, und nur die
Akzidenzen
wechseln
. Ich
treffe
aber von diesem so
synthetischen
Satze
nirgends auch nur den
Versuch
von einem
Beweise
an, ja er
steht
auch nur
selten
, wie es
ihm
doch
gebührt
, an der
Spitze
der
reinen
und
völlig
a
priori
bestehenden
Gesetze
der
Natur
. In der
Tat
ist der
Satz
, daß die
Substanz
beharrlich
sei
,
tautologisch
.
Denn
bloß
diese
Beharrlichkeit
ist der
Grund
, warum wir auf die
Erscheinung
die
Kategorie
der
Substanz
anwenden
, und man hätte
beweisen
müssen
, daß in
allen
Erscheinungen
etwas
Beharrliches
sei
, an
welchem
das
Wandelbare
nichts als
Bestimmung
seines
Daseins
ist.
Da
aber ein
solcher
Beweis
niemals
dogmatisch
,
d.i.
aus
Begriffen
,
geführt
werden kann, weil er einen
synthetischen
Satz
a
priori
betrifft
, und man
niemals
daran
dachte
, daß
dergleichen
Sätze
nur in
Beziehung
auf
mögliche
Erfahrung
gültig
sind,
mithin
auch nur durch eine
Deduktion
der
Möglichkeit
der
letzteren
bewiesen
werden
können
; so ist kein
Wunder
, wenn er zwar bei aller
Erfahrung
zum
Grunde
gelegt
(weil man dessen
Bedürfnis
bei der
empirischen
Erkenntnis
fühlt
),
niemals
aber
bewiesen
worden
ist.
Ein
Philosoph
wurde
gefragt
: wieviel
wiegt
der
Rauch
? Er
antwortete
:
ziehe
von dem
Gewichte
des
verbrannten
Holzes
das
Gewicht
der
übrigbleibenden
Asche
ab, so hast du das
Gewicht
des
Rauchs
. Er
setzte
also als
unwidersprechlich
voraus
: daß, selbst im
Feuer
, die
Materie
(
Substanz
) nicht
vergehe
,
sondern
nur die
Form
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