aas-hunde | hunge-verzw | viele-zwisc
Fettdruck = Main text
Aufzug Grau = Kommentar
1 1 | lebend, wie ein faules Aas?~ kann man zerfallen, wenn
2 1 | immerfort," gab ich~ zurück, "wo Aasgeruch dich hält und scharrst~
3 1 | Genick,~ wenn dich der Jäger abgefangen hat!~ Ich hör ihn durch
4 1 | Teil der Wasseruhr~ ist abgelaufen, und was unter'm Vorhang~
5 1 | erniedern,~ wozu man uns hat abgerichtet: dass wir~ mit Wasser und
6 1 | Chors: "Orest" bestimmter abheben.~ Komm!~ Er steht im Vorsaal,
7 1 | letzten Helle sich schwarz abhebend.~Er tritt herein. Elektra
8 1 | des Mordes von der Diele~ abspülen --~III. Magd~ und die Schmach,
9 1 | meiner Seele alle Hüllen~ abstreifen und das Fächeln sanfter
10 1 | stark sie sind! Wie du mich abwehrst,~ fühl' ich, was das für
11 1 | Ihr sollt das Süsse nicht~ abweiden von der Qual. Ihr sollt
12 1 | Elektra zu Boden stierend, wie abwesend:~ Ja, ja, ein Fremder. Aber
13 1 | Schwelle auf die andre, ach!~ treppauf, treppab, mir
14 1 | ohne auf Chrysothemis zu achten~ Wir sind bei den Göttern,
15 1 | da sitzt~ der Vater, er achtet's nicht, und doch muss es
16 1 | kriecht und fliegt,~ zur Ader lassen und im Dampf des
17 1 | weggezerrt.~Noch einmal erscheint Aegisths Gesicht am Fenster.~Elektra
18 1 | schwarzem Haar, einer Egypterin ähnlich,~mit glattem Gesicht einer
19 1 | Mutter?~Klytämnestra~ Wer älter wird, der träumt. Allein
20 1 | Verzweiflung.~ Was schaust du ängstlich um dich? sprich zu mir!~
21 1 | mehr~und mehr nach den äusseren Höfen rechts und im Hintergrunde
22 1 | zittern diesen Leib.~ Er ahnt welchen Weg ich ihn führe.~
23 1 | leben ohne Liebe?~Elektra~ Ai! Liebe tötet, aber keiner
24 | all
25 1 | droben~ vertragen nicht den allzuhellen Laut~ der Lust. So musste
26 1 | ist es, nicht einmal ein Alp, und dennoch~ es ist so
27 1 | eignen Pferde.~ Ich war so alt wie er und sein Gefährte~
28 1 | II. Magd, III. Magd, 6 andere Dienerinnen~ Was ist?~I.
29 1 | Elektra~ Es ist nichts anderes,~ als dass ich endlich klug
30 1 | wir auf der Stange~ wie angehängte Vögel, wenden links~ und
31 1 | redet.~ Wenn einer etwas Angenehmes sagt,~ und wär' es meine
32 1 | alle zu beneiden,~ die angeschmiedet sind an Kerkermauern,~ die
33 1 | dass meine Augenlider angeschwollen~ und meine Leber krank ist,
34 1 | du nicht die Kraft,~ dein Angesicht herauf zu mir zu schleppen?~
35 1 | noch einige Schritte des angespanntesten Triumphes~... Elektra stürzt
36 1 | hier ein grosses Prunkfest angestellt~ von seinem Fleisch und
37 1 | jauchzen, tausend Fackeln~ sind angezündet. Hörst du nicht, so hörst
38 1 | kommen kann~Chrysothemis angstvoll steigernd~ Was für ein Werk?~
39 1 | das Volk~ mir keine Zucht annehmen!~Elektra nimmt die Fackel
40 | ans
41 1 | ihr gesehn, wie sie uns ansah?~II. Magd~ Giftig~ wie eine
42 1 | weiss nicht,~ wie du mich ansiehst.~ Ich bin nur mehr der
43 1 | nicht aus,~ wenn man sie ansieht.~III. Magd~ Ja, wir kamen
44 1 | scheint ihr eine furchtbare Anstrengung zu kosten, sie~offen zu
45 1 | an ihr, immer furchtbarer anwachsend:~ Was bluten muss? Dein
46 1 | sterben muss und du dich anzeigst~ und mich hollen kommst:
47 1 | Schlupfwinkel, den einen Arm vor dem Gesicht.~I. Magd~
48 1 | widerlich. Sie redet wie ein Arzt.~Die Vertraute~ Sie redet~
49 1 | nicht wert,~ die Luft zu atmen, die sie atmet! O,~ könnt'
50 1 | die Luft zu atmen, die sie atmet! O,~ könnt' ich euch alle,
51 1 | seht doch das!~ Wie es sich aufbäumt mit geblähtem Hals~ und
52 1 | Orest~ Die diese Tat mir auferlegt,~Elektra~ Du wirst es tun!~
53 1 | Falschheit.~Klytämnestra (auffahrend)~ Ich will nichts hören.
54 1 | Aufseherin die ihnen die Tür aufgemacht~ Und wenn sie uns mit unsern
55 1 | vollbracht und Purpur-~ gezelte aufgerichtet sind, vom Dunst~ des Blutes,
56 1 | mit glattem Gesicht einer aufgerichteten Schlange gleichend, trägt~
57 1 | I. Magd ihr Wassergefäss aufhebend:~ Wo bleibt Elektra?~II.
58 1 | Niedersausen einer Peitsche,~ein Aufraffen, ein Weitertaumeln.~Chrysothemis~
59 1 | an den Stufen ihr Gewand~aufraffend, läuft sie ins Haus. Die
60 1 | ein schnell ersticktes Aufschreien, das Niedersausen einer
61 1 | Schwester nicht?~Elektra aufschreiend:~ Orest!~Elektra ganz leise,
62 1 | Ziehbrunnen, links ~vorne. Aufseherinnen unter ihnen.~ ~I. Magd ihr
63 1 | und im Dampf des Blutes~ aufsteh'n und schlafen gehn wie
64 1 | Was redest du?~Elektra aufstehend:~ Denn eh du diesem Haus~
65 1 | mir ist, wir haben einen Auftrag~ an die Frau.~Orest~ Wir
66 1 | schön,~ wenn er sich einmal auftut um zu zürnen!~ Aus deinem
67 1 | Aufzug I~ ~Der innere Hof, begrenzt
68 1 | sind's, die in Person~ dir aufzuwarten wünschen, Herr. Und ich,~
69 1 | Klytämnestra mit gesenkten Augenlidern~ Ich schickte~ viel Gold
70 1 | schön: wenn ich die Lampe~ ausblies vor meinem Spiegel, fühlt
71 1 | das Licht,~ das von mir ausgeht?~Chrysothemis~ Nun ist der
72 1 | im Haus, der ihren Blick~ aushält!~Die Aufseherin~ Hinein!~
73 1 | Bette,~ auf dem die Seele ausruht, wie ein Bett~ von Balsam,
74 1 | Schnäbeln,~ die mir das Blut aussagen? zeigst du nicht~ die Spuren
75 | ausser
76 1 | uns sie essen hiess, die ausspie~ vor uns und Hündinnen uns
77 1 | du nicht die Botschaft~ austrompeten dort, wo sie sich freu'n!~
78 1 | und du's in hellen~ Tränen ausweinen kannst.~Chrysothemis~ O
79 1 | in einem~ geschwollnen Bach wird ihres Lebens Leben~
80 1 | schläft.~ Sie schlugen dich im Bade tot, dein Blut~ rann über
81 1 | Körpers weisser Nacktheit badete~ so wie in einem Weiher,
82 1 | dass ihr euren Mund~ nicht bändigt, wo ein Hauch, ein Laut,
83 1 | ausruht, wie ein Bett~ von Balsam, drauf die Seele ruhen kann,~
84 1 | als wär's der glühnde Bauch von einem Tier~ von Erz --
85 1 | Leib verwelkt, und wärs ein Bauer,~ dem sie mich geben, Kinder
86 1 | Orest!~Elektra ganz leise, bebend:~ Orest! Orest! Orest!~
87 1 | Königin ist über und über bedeckt mit Edelsteinen~und Talismanen,
88 1 | nichts.~ Nichts gibt es zu bedenken, als nur: wie?~ wie wir
89 1 | zu folgen. Die Dienerin befestigt die Fackel an einem~eisernen
90 1 | Diener~ Für den,~ der dir's befiehlt. Da glotzt er! Rasch, für
91 1 | rings um dein Grab:~in begeistertem Pathos~ und über Leichen
92 1 | sich jedoch, wenn Elektra beginnt, mehr~und mehr nach den
93 1 | und erscheint mit ihren Begleiterinnen in der~Türe~von der Türschwelle
94 1 | der zwanzigfache Ozean begräbt~ mir jedes Glied mit seiner
95 1 | Aufzug I~ ~Der innere Hof, begrenzt von der Rückseite des Palastes
96 1 | geben.~ Darum bin ich so~ behängt mit Steinen. Denn es wohnt
97 1 | rechte~ Blutopfer unter'm Beile fällt, dann träumst du~
98 1 | Gemach, den Kopf voraus,~ die Beine schleifend hinterher: dein
99 1 | fallen zu~ Das klingt mir so bekannt. Und nur als hätt ich's~
100 1 | dunklen Stunde hier herum, belauerst,~ was andre tun!~ Ich hab'
101 1 | Lebendiges~ und meinen Schlaf belauert.~ Diese Träume müssen~ ein
102 1 | ist dir gegeben, alle zu beneiden,~ die angeschmiedet sind
103 1 | erkennt, selig, wer ihn berührt!~ Selig, wer ihm das Beil
104 1 | dies Haar, versträhnt, beschmutzt, erniedrigt,~ verstehst
105 1 | Chrysothemis unter~ihnen. Wie besinnungslos laufen sie gegen die Hoftür.
106 1 | die leben, sind mit Blut bespritzt und haben~ selbst Wunden,
107 1 | Du lebst, und er, der besser war als du~ und edler tausendmal,
108 1 | Rufe des~Chors: "Orest" bestimmter abheben.~ Komm!~ Er steht
109 1 | Teiche sitzend, abends ihre Beulen~ und all ihr Eiterndes der
110 1 | hab ich genug, die Tore zu bewachen,~ und wenn ich will, lass
111 1 | vor meiner Kammer drei Bewaffnete~ mit offenen Augen sitzen.
112 1 | Orest ist tot!~Elektra bewegt die Lippen.~Chrysothemis~
113 1 | sie geschickt,~ weil wir bezeugen können, dass ihr Sohn~ Orest
114 1 | sich auf, seinen Schauder bezwingend~Die Tür des Hauses erhellt
115 1 | Füsse.~ Wie schlank und biegsam leicht umschling ich sie
116 1 | dir gejagt, denen du~ die Bissen hinwarfst, darum müss ihr
117 1 | Elektra~ Er leugnet's ab.~ Er bläst auf mich und nimmt mir meinen
118 1 | unbegreifliches, erhabenes Gesicht,~ o bleib bei mir! Lös nicht~ in Luft
119 1 | Aegisth an der Tür stehend bleibend:~ He! Lichter! Lichter!~
120 1 | Fackeln,~erscheint noch bleicher über dem scharlachroten
121 1 | auf und schoss~ grässliche Blicke, reckte ihre Finger~ wie
122 1 | Wenn sie mich mit ihren Blicken töten könnte!~ O Götter,
123 1 | Er tritt herein. Elektra blickt auf ihn. Er dreht sich langsam
124 1 | Hoftür, ein starker Greis mit blitzenden ~Augen.~Der Pfleger des
125 1 | melden's nicht~ mit worten blos, nein, mit leibhaftigen
126 1 | hündisch auf der Treppe~ im Blute glitschernd, hier in diesem
127 1 | schnell schlüpfst du aus dem blutigen Gewand~ mit reinem Leib
128 1 | Elektra~ Wenn das rechte~ Blutopfer unter'm Beile fällt, dann
129 1 | Völker~ des letzten Thule in blutroten Nebel:~ ich will nicht länger
130 1 | die Spannung weicht einem~bösen Triumph. Es kommen immer
131 1 | nicht der Bote~ von einem Boten. Nichts -- Mit Messern~
132 1 | die eine Wunde ist, ein Brand, ein Eiter~ und eine Flamme!~
133 1 | träumst du nicht mehr, dann brauche ich~ nicht mehr zu träumen,
134 1 | durch die Hoftür~In dem breiten Fenster erscheint Klytämnestra.~
135 1 | leben und nicht leben.~Sie bricht in heftiges Weinen aus~Elektra~
136 1 | weil ich ihm~ Botschaft zu bringen habe, grosse Botschaft,~
137 1 | Was die Wahrheit ist, das bringt kein Mensch heraus.~ Wenn
138 1 | bin ich der Spott der Buben!~Orest~ Elektra! Elektra!~
139 1 | umkreist,~sich plötzlich tief bückend:~ Hier! die Stufen,~ dass
140 1 | sich ab und zu die Rufe des~Chors: "Orest" bestimmter abheben.~
141 1 | du ins andre Ohr, dass du Dämonen~ gesehen hast mit langen
142 | Dafür
143 1 | wenn man unter dir~ so daliegt, wie nun ich.~Chrysothemis~
144 1 | zur Ader lassen und im Dampf des Blutes~ aufsteh'n und
145 1 | deine Augen, und das Bad~ dampfte von deinem Blut, da nahm
146 1 | du?~ So haben sie dich darben lassen oder --~ sie haben
147 | dazu
148 1 | schlagen: diese Zeit~ -- sie dehnt sich vor dir wie ein finstrer
149 1 | Tag und Nacht~ an nichts denkst als an ihn. Dass dir das
150 1 | wahr.~Chrysothemis~ An uns denkt niemand. Tot! Elektra, tot!~
151 1 | nicht einmal ein Alp, und dennoch~ es ist so fürchterlich,
152 | dessen
153 1 | Blut des Mordes von der Diele~ abspülen --~III. Magd~
154 1 | gefolgt von drei andern Dienern,~aus dem Hof lautlos herein,
155 1 | ihr Blut~ hinab, um dir zu Dienst zu sein, und wir, wir,~
156 1 | starrt von dem Unrat, dem wir dienstbar sind!~Die Mägde tragen die
157 | dieser
158 | dieses
159 1 | selber muss --~Elektra~ Nein. Diesmal~ gehst du nicht auf die
160 1 | etwas, das man los wird. Wer dran leidet~ und nicht das Mittel
161 1 | drangen~ seine Seufzer, drang nicht sein Stöhnen~ an mein
162 1 | meinem Leib mich freute, drangen~ seine Seufzer, drang nicht
163 1 | Hausflur gelaufen. Alle drehen~sich nach ihr um. Elektra
164 1 | Elektra blickt auf ihn. Er dreht sich langsam um, so dass~
165 1 | wie gejagt, hinter ihr drein.~Elektra~ Was sagen sie
166 1 | überall die Erde~ dumpf dröhnen machen, alle warten~ auf
167 1 | Klytämnestra die beiden Hände drohend~gegen Elektra. Dann hebt
168 1 | geschehn,~ zu seinen Füssen drücken wir dich hin.~ Du möchtest
169 1 | es ist~ kein Schmerz, es drückt mich nicht, es würgt mich
170 1 | Magd~ Und du?~III. Magd~ "Drum hockst du immerfort," gab
171 1 | kommt. Dass das Kind da drunten~ in den Klüften des Grausens
172 1 | Ich fühlt' es, wie der dünne Strahl des Mondes~ in meines
173 1 | ich dich salben und ins duftige Bad~ sollst du mir tauchen
174 1 | nicht ein Königskind~ und duldet solche Schmach! Ich will
175 1 | Tritte überall die Erde~ dumpf dröhnen machen, alle warten~
176 1 | Elektra kommt aus der schon dunkelnden Hausflur gelaufen. Alle
177 1 | auf eine Vertraute, die dunkelviolett gekleidet ist, und auf~einen
178 1 | was treibst du dich~ zur dunklen Stunde hier herum, belauerst,~
179 1 | gezelte aufgerichtet sind, vom Dunst~ des Blutes, den die Sonne
180 1 | der besser war als du~ und edler tausendmal, und tausendmal~
181 1 | zurückgekämmtem schwarzem Haar, einer Egypterin ähnlich,~mit glattem Gesicht
182 1 | jenes andre Weib, die Memme, ei,~ Aegisth, der tapfre Meuchelmörder,
183 1 | Stöhnen~ an mein Bette? Eifersüchtig sind~ die Toten: und er
184 1 | seitwärts der Türschwelle, eifrig~zu graben an, lautlos, wie
185 | eigenes
186 1 | treiben lässt.~II. Magd~ Das eigne Kind!~I. Magd~ Wär' sie
187 1 | Denn ihn erschlugen seine eignen Pferde.~ Ich war so alt
188 1 | schweigt, du hörst dein eignes Herz~ an deinen Rippen schlagen:
189 1 | Orest Zu Orest in fliegender Eile~ Sie wartet drinnen. Ihre
190 1 | Brunnen~ heben kaum die Eimer, und auf einmal~ sind sie
191 1 | Lebens freun!~Sie stehn einander, Elektra in wilder Trunkenheit,
192 | eines
193 1 | liegst in deinem Selbst so eingekerkert,~ als wär's der glühnde
194 | einige
195 1 | von wo es kommen mag, einlassen, wie~ die Kranken tun, wenn
196 | eins
197 1 | nicht das Tier des Waldes einsam~ und grässlich lebt ich
198 1 | Chrysothemis~ Du bist es, die mit Eisenklammern~ mich an den Boden schmiedet.
199 1 | befestigt die Fackel an einem~eisernen Ring im Türpfosten. Orest
200 1 | fällt~ und dort das letzte, eisig Grässliche~ vor dieser Sonne
201 1 | Wunde ist, ein Brand, ein Eiter~ und eine Flamme!~Orest~
202 1 | ihre Beulen~ und all ihr Eiterndes der kühlen Luft~ preisgeben
203 1 | gekleidet ist, und auf~einen elfenbeinernen, mit Edelsteinen geschmückten
204 1 | erschreckend fast,~ so heb' ich's empor, so hoch! damit~ sein Lächeln
205 1 | Boden.~Elektra Chrysothemis emporreissend~ Es ist nicht wahr!~ Es
206 1 | Diese Träume müssen~ ein Ende haben. Wer sie immer schickt:~
207 1 | sich hin, leise und sehr energisch:~ Nun muss es hier von uns
208 1 | und auf einmal~ sind sie entbunden ihrer Last kommen~ zum Brunnen
209 1 | jagt dich auf,~ schreiend entfliehst du. Aber er, er ist hinterdrein,~
210 1 | Ring, läuft hinunter, ihm~entgegen, und verneigt sich vor ihm.~
211 1 | du?~ Wer heisst dich, mir entgegentritten?~Elektra~ Darf ich~ nicht
212 1 | du diesem Haus~ und mir entkommst, musst du es tun!~Chrysothemis
213 1 | Sei verflucht!~mit wilder Entschlossenheit~ Nun denn allein!~Sie fängt
214 1 | Vater --~Chrysothemis~ Du?~ Entsetzliche, du hast es?~Elektra~ Für
215 1 | ihnen.~Elektra allein, in entsetzlicher Spannung. Sie läuft auf
216 1 | Chrysothemis ins Haustor entspringend:~ Ich kann nicht!~Elektra~
217 1 | dein Denken fort und fort~ entzwei, so gehst du hin im Taumel,
218 1 | ist Alles! Schwester, hab Erbarmen!~Elektra~ Mit wem?~Chrysothemis~
219 1 | Arme sind. Du könntest~ erdrükken, was du an dich ziehst.
220 1 | erwürgt.~Fackeln und Gestalten erfüllen den Gang links von der Tür.~
221 1 | Bräuche sind noch nicht erfüllt.~ alles schweigt, du hörst
222 1 | fanden sie vor, und sie ergetzen sich~ mit ihr.~Aegisth~
223 1 | willst du? Rede, sprich, ergiesse dich,~ dann geh und lass
224 1 | Hehres, unbegreifliches, erhabenes Gesicht,~ o bleib bei mir!
225 1 | Die Hunde auf dem Hof erkennen mich,~ und meine Schwester
226 1 | die die Stärkern sind. Erlaubst du,~ dass ich voran dir
227 1 | wie noch nie!~An den grell erleuchteten Fenstern klirrt und schlürft
228 1 | nach dem Tod~ als wie nach Erlösung schrei'n -- denn du,~ du
229 1 | die sich bei Tag und Nacht erneut,~ in Winkel fegen...~I.
230 1 | sagte: keinen Hund kann man erniedern,~ wozu man uns hat abgerichtet:
231 1 | versträhnt, beschmutzt, erniedrigt,~ verstehst du's, Bruder?
232 1 | habe Finsternis~ gesät und ernte Lust über Lust.~Chrysothemis~
233 1 | Elektra~ Kannst du mich nicht erraten?~Klytämnestra~ Nein, darum
234 1 | ganz jung, mit zitternder erregter Stimme:~ Ich will~ vor ihr
235 1 | Chrysothemis fast schreiend vor Erregung:~ Hörst du denn nicht, sie
236 1 | ihn ersehnt, selig der ihn erschaut!~ Selig, wer ihn erkennt,
237 1 | unsern Augen.~ Denn ihn erschlugen seine eignen Pferde.~ Ich
238 1 | dir ein Lebendiges liegt, erschreckend fast,~ so heb' ich's empor,
239 1 | verneigt sich vor ihm.~Aegisth erschrickt vor der wirren Gestalt im
240 1 | kommt,~ selig der, der ihn ersehnt, selig der ihn erschaut!~
241 1 | gedämpftes Keifen, ein schnell ersticktes Aufschreien, das Niedersausen
242 1 | einen Mann in deinen Armen~ erstikken, Überall~ ist so viel Kraft
243 1 | zuerst wie aus einem Traum~erwachend auf Chrysothemis~Elektra~
244 1 | Atem, pfui! und Röcheln von Erwürgten,~ nichts andres gibt's in
245 1 | Bauch von einem Tier~ von Erz -- und so wie jetzt kannst
246 1 | Allen hatten~ sie's schon erzählt, im Kreise standen alle~
247 | eurer
248 1 | Warum geschieht mir das, ihr ew'gen Götter?~Elektra~ Die
249 1 | immer frischem Wasser~ das ewige Blut des Mordes von der
250 1 | Hüllen~ abstreifen und das Fächeln sanfter Luft,~ von wo es
251 1 | die Stufen,~ dass du nicht fällst.~Aegisth an der Haustür:~
252 1 | hereingrinst, ist noch nicht der fahle Morgen, nein,~ immer noch
253 1 | erscheint Klytämnestra.~Ihr fahles, gedunsenes Gesicht, in
254 1 | wir Vollbringenden.~ Sie fahren dahin wie die Schärfe des
255 1 | Blut! das Dunkel und die Fakkeln werfen~ schwarzrote Todesnetze
256 1 | Schleppträgerin~ Ein jedes Wort ist Falschheit.~Klytämnestra (auffahrend)~
257 1 | Drinnen. Eine liebe Wirtin~ fanden sie vor, und sie ergetzen
258 1 | III. Magd~ ich war nicht faul --~IV. Magd~ die gab ihr
259 1 | vergehn, lebend, wie ein faules Aas?~ kann man zerfallen,
260 1 | Nacht erneut,~ in Winkel fegen...~I. Magd~ unser Leib,
261 1 | Weil ich hinaus muss~ auf's Feld, den Herren holen, weil
262 1 | verhaltnes Wasser aus dem Fels. Sie flutet~ mit deinen
263 1 | An den grell erleuchteten Fenstern klirrt und schlürft ein
264 1 | furchtbares Warten. Von ferne tönt drinnen,~gellend, der
265 1 | bin wie ein Hund an deiner Ferse, willst du~ in eine Höhle,
266 1 | ziehst du den Knoten nur noch fester, ranken~ will ich mich rings
267 1 | schrie sie uns nach. "Esst Fettes, und esst Süsses~ und geht
268 1 | ja doch vor allen an. Wo find' ich~ die fremden Männer,
269 1 | Stallung! he!~Ein alter Diener finsteren Gesichts, zeigt sich an
270 1 | bist denn du?~Der alte finstre Diener stürzt, gefolgt von
271 1 | dehnt sich vor dir wie ein finstrer Schlund~ von Jahren -- diese
272 1 | meiner Wange~ spür ich den Flaum auf deinen jungen Armen.~
273 1 | Pfleger des Orest Zu Orest in fliegender Eile~ Sie wartet drinnen.
274 1 | jedes Tier, das kriecht und fliegt,~ zur Ader lassen und im
275 1 | aus den gebunden Mördern fliessen,~ und in einem Schwall,
276 1 | der Bruder da,~ und Liebe fliesst über uns wie Öl und Myrrhen.~
277 1 | mir~ und meinem Leib als Flüche und Verzweiflung.~ Was schaust
278 1 | Chrysothemis~ Lass mich!~Flüchtet ein paar Schritte~Elektra
279 1 | und die Schleppträgerin flüstern miteinander~Elektra nähert
280 1 | Vertraute kommt hergelaufen. Sie~flüstert Klytämnestra etwas ins Ohr.
281 1 | schwacher~Schein durch den Flur auf den Hof und streift
282 1 | mir an meinem Fleisch, und folg' ich~ dir nicht und schlachte,
283 1 | Fremden,~winkt, ihr hinein zu folgen. Die Dienerin befestigt
284 1 | hört dich!~Aegisth er wird fortgerissen:~ Weh mir!~Elektra steht,
285 1 | Klytämnestra~ Nein, darum frag' ich.~ Den Namen sag des
286 1 | Chrysothemis verwundert fragend~ Elektra?~Elektra~ Wir!~
287 1 | haben einen Auftrag~ an die Frau.~Orest~ Wir sind an sie
288 1 | Und ich,~ die so oft durch freche unbescheidne Näh'~ dich
289 1 | nützen. Sagst du's nicht~ im Freien, wirst du's an der Kette
290 1 | Ja, ja, ein Fremder. Aber freilich~ ist er vom Haus.~Klytämnestra~
291 1 | tot!~ Gestorben in der Fremde! Tot! Gestorben~ dort in
292 1 | Tot! Gestorben~ dort in fremdem Land. Von seinen Pferden~
293 1 | sich sättigend mit~wilder Freude, streckt Klytämnestra die
294 1 | Schwester, die bewahrt sich~ für Freudenfeste auf!~Orest~ Elektra, hör
295 1 | Elektra, hör mich an. Ich freue mich,~ dass ich dich heut
296 1 | da drinnen leben und sich freuen,~ dass dies Gezücht in seiner
297 1 | kann sich seines Lebens freun!~Sie stehn einander, Elektra
298 1 | mit Wasser und mit immer frischem Wasser~ das ewige Blut des
299 1 | selber und mit mir!~ Wem frommt denn solche Qual?~ Der Vater,
300 1 | schön,~ du bist wie eine Frucht an der Reife Tag.~Chrysothemis~
301 1 | Wie du mich abwehrst,~ fühl' ich, was das für Arme sind.
302 1 | Fenster! Lass mich deine Arme fühlen:~ wie kühl und stark sie
303 1 | hälst du~ den Nacken hin, fühlst schon die Schärfe zukken~
304 1 | ahnt welchen Weg ich ihn führe.~Elektra~ Du wirst es tun?
305 1 | warten,~ weil ich den Reigen führen muss, und ich~ kann nicht,
306 1 | Sehnen~ hast du wie ein Füllen. Schlank sind deine Füsse.~
307 per| alter Diener~Die Aufseherin~Fünf Mägde~Dienerinnen und Diener~ ~ ~
308 1 | und dennoch~ es ist so fürchterlich, dass meine Seele~ sich
309 1 | Chrysothemis~ Sie haben etwas Fürchterlichtes vor.~Elektra~ Die beiden
310 1 | zitterst ja!~Klytämnestra~ Wer fürchtet sich~ vor einem Schwachsinnigen.~
311 1 | es geschehn,~ zu seinen Füssen drücken wir dich hin.~ Du
312 1 | gegen uns und schrie: "Ich füttre~ mir einen Geier auf im
313 1 | seine beiden Hände,~ da fuhr das Beil hinab und spaltete~
314 1 | verboten.~Elektra~ So hast du Furcht vor ihm?~Klytämnestra~ Wer
315 1 | und es scheint ihr eine furchtbare Anstrengung zu kosten, sie~
316 1 | immer näher~an ihr, immer furchtbarer anwachsend:~ Was bluten
317 1 | im Himmel!~Abermals ein furchtbares Warten. Von ferne tönt drinnen,~
318 1 | Klytämnestra~ Es heisst, sie gaben~ ihm schlechte Wohnung und
319 1 | hier. Sie kommen durch die Gänge.~ Sie kommen hier vorbei.
320 1 | starrt mich an und seins ist Gallert.~ Dein Mund geht auf und
321 1 | und Gestalten erfüllen den Gang links von der Tür.~Chrysothemis~
322 1 | Ich hör sie laufen.~ Das ganze Haus ist auf. Sie kreissen
323 1 | doch! Du zitterst ja am ganzen Leib!~Orest~ Lass zittern
324 1 | man zerfallen, wenn man garnicht krank ist?~ zerfallen wachen
325 1 | möglich! hörst du?~ ein Gaul, ein Maultier, oder meinetwegen~
326 1 | geben, Kinder will ich ihm~ gebären und mit meinem Leib sie
327 1 | Palastes und niedrigen ~Gebäuden, in denen die Diener wohnen.
328 1 | Wie es sich aufbäumt mit geblähtem Hals~ und nach mir züngelt!
329 1 | diesem Haus~ empfangen und geboren haben. Sagt sie~ das oder
330 1 | Elektra~ Wer schläft, ist ein gebundnes Opfer. Schliefen~ sie nicht
331 1 | Schleppen von Tieren, ein~gedämpftes Keifen, ein schnell ersticktes
332 1 | Tür, hinter ihr Fackeln, Gedräng, ~Gesichter von Männern
333 1 | die Seele in der selbst-~ gedrehten Schlinge, sausend fällt
334 1 | Chrysothemis steht an die Tür gedrückt.~ Ist mein Gesicht dir so
335 1 | Klytämnestra.~Ihr fahles, gedunsenes Gesicht, in dem grellen
336 1 | war so alt wie er und sein Gefährte~ bei Tag und Nacht.~Elektra~
337 1 | sind!~Die Mägde tragen die Gefässe ins Haus links~Die Aufseherin
338 1 | Stimme? Und was ist~ in dich gefahren, dass du nach dem Mund~
339 1 | Das Werk, das nun auf uns~ gefallen ist, weil er nicht kommen
340 1 | gesenkten Kopf, wie das gefangene Tier~im Käfig.~steht plötzlich
341 1 | lebendigen Leibes wie ein wüstes~ Gefild und diese Nessel wächst
342 1 | sobald~ das rechte Blut geflossen ist.~Elektra~ Ein jeder!~
343 1 | alte finstre Diener stürzt, gefolgt von drei andern Dienern,~
344 1 | geben können!~ Sie sind gegangen und ich habe ihm~ das Beil
345 1 | mich mit euren Reden~ und Gegenreden nicht zu Tod? Ich will nicht~
346 1 | von oben in die tiefsten~ geheimsten Klüfte deiner Seele fällt~
347 1 | Ich füttre~ mir einen Geier auf im Leib."~II. Magd~
348 1 | furchtbar atmend, gegen das Haus gekehrt.~Die Frauen kommen von links
349 1 | Vertraute, die dunkelviolett gekleidet ist, und auf~einen elfenbeinernen,
350 1 | vorne~V. Magd in die Tür geklemmt~ Ihr alle seid nicht wert,~
351 1 | muss meine Kraft in mir gelähmt sein, warum~ bin ich lebendigen
352 1 | schon dunkelnden Hausflur gelaufen. Alle drehen~sich nach ihr
353 1 | geschmückten Stab. Eine gelbe~Gestalt, mit zurückgekämmtem
354 1 | sterb ich~ seliger als ich gelebt. Orest! Orest! Orest!~ Nein,
355 1 | Von ferne tönt drinnen,~gellend, der Schrei Klytämnestras.~
356 1 | zerrte dich~ hinaus aus dem Gemach, den Kopf voraus,~ die Beine
357 1 | schlafloses, unbändiges Gemüt,~ vor dem sie zittern, ah,
358 1 | geschieht mir das, ihr ew'gen Götter?~Elektra~ Die Götter!
359 1 | Wunderbare Bräuche,~ und sehr genau zu üben.~Klytämnestra~ Rede
360 1 | bluten muss? Dein eigenes Genick,~ wenn dich der Jäger abgefangen
361 1 | müssen. Meine Scham hab' ich geopfert,~ die Scham, die süsser
362 1 | mit dem Rücken an die Tür gepresst.~Chrysothemis~ Es muss etwas
363 1 | Türen auf in diesem Haus!~ Gepresster Atem, pfui! und Röcheln
364 1 | wünsch den Tod~ und das Gericht herbei auf sie und ihn.~
365 1 | uns! Ich habe Finsternis~ gesät und ernte Lust über Lust.~
366 1 | Stall?~Ein junger Diener~ Gesattelt~ soll werden, und so rasch
367 1 | tun!~ Ich hab' hier ein Geschäft. Was kümmert's dich!~ Lass
368 1 | mich sehn! Traumbild, mir geschenktes~ Traumbild, schöner als
369 1 | die Kraft zu jäten!~ Warum geschieht mir das, ihr ew'gen Götter?~
370 1 | Die Stunde, wo sie dich geschlachtet haben,~ dein Weib und der
371 1 | oder --~ sie haben dich geschlagen?~Elektra~ Lass mein Kleid,
372 1 | Pferden~ erschlagen und geschleift.~Ein junger Diener kommt
373 1 | elfenbeinernen, mit Edelsteinen geschmückten Stab. Eine gelbe~Gestalt,
374 1 | Schwester!~Elektra~ Armes~ Geschöpf!~Chrysothemis~ Hab Mitleid
375 1 | wenn ihr vergebliches Geschrei die Schwärze~ der Wolken
376 1 | das mir in mein~ Gesicht geschrieben ist:~ erhängt ist dir die
377 1 | geträumt hat,~ dass sie geschrien hat aus ihrem Schlaf,~ wie
378 1 | von sprachlosem Grauen geschüttelt.~ Hinab die Treppen durch
379 1 | einem Schwall, in einem~ geschwollnen Bach wird ihres Lebens Leben~
380 1 | andre Ohr, dass du Dämonen~ gesehen hast mit langen spitzen
381 1 | Gesicht.~I. Magd~ Habt ihr gesehn, wie sie uns ansah?~II.
382 1 | und Tiere~ des Hofes zur Gesellschaft.~Elektra~ Ah!~Klytämnestra
383 1 | Ein alter Diener finsteren Gesichts, zeigt sich an der Hoftür:~
384 1 | nicht allein!~ Nur so wie gestern, wie ein Schatten, dort~
385 1 | Elektra~ Das Kind war ganz gesund.~Klytämnestra~ Es heisst,
386 1 | niemals deine Schwester war!~ Getreu will ich mit dir in deiner
387 1 | Elektra von seinen Ton getroffen:~ Wer~ bist denn du?~Der
388 1 | Hause~ Orest! Orest! Orest!~Getümmel im Hause, Stimmengewirr,
389 1 | Hände und den Saum seines Gewandes.~Elektra kaum ihrer mächtig:~
390 1 | wüsstest du, mit welchem~ geweihten Tier --~Elektra~ Mit einem
391 1 | eine Prophetin immerfort gewesen~ und habe nichts hervorgebracht
392 1 | Herzen hassten, haben sich~ geworfen auf die andern, überall~
393 1 | nicht mehr du selber. Das Gewürm~ hängt immerfort um dich.
394 1 | vollbracht und Purpur-~ gezelte aufgerichtet sind, vom Dunst~
395 1 | sich freuen,~ dass dies Gezücht in seiner Höhle lebt~ und
396 1 | beide sich stützend, eilig, gierig, an den Stufen ihr Gewand~
397 1 | sie uns ansah?~II. Magd~ Giftig~ wie eine wilde Katze.~III.
398 1 | und stöhnt.~III. Magd~ Da gingen wir zuzweit~ und kamen ihr
399 1 | einer Egypterin ähnlich,~mit glattem Gesicht einer aufgerichteten
400 1 | eines Königs Tochter!~ Ich glaube, ich war schön: wenn ich
401 1 | sei denn, das ich jetzt gleich~ sterben muss und du dich
402 1 | aufgerichteten Schlange gleichend, trägt~ihr die Schleppe.
403 1 | ihn, erst ihn, dann sie, gleichviel.~Chrysothemis~ Ich fürchte
404 1 | ein Schatten, und doch Glieder~ und das Weisse von einem
405 1 | auf der Treppe~ im Blute glitschernd, hier in diesem Haus~ empfangen
406 1 | der dir's befiehlt. Da glotzt er! Rasch, für mich!~ Sofort!
407 1 | eingekerkert,~ als wär's der glühnde Bauch von einem Tier~ von
408 1 | die durch die Schleier glüht~ wie eine Fakkel, in das
409 1 | Ich trage die Last~ des Glükkes, und ich tanze vor euch
410 1 | achten~ Wir sind bei den Göttern, wir Vollbringenden.~ Sie
411 1 | Götter! bist doch selber eine Göttin!~ bist, was sie sind.~Klytämnestra~
412 1 | ich hielte, ich -- bei Gott! --~ sie unter Schloss und
413 1 | drunten~ in den Klüften des Grausens lungert,~ dass die da drinnen
414 1 | der Hoftür, ein starker Greis mit blitzenden ~Augen.~Der
415 1 | reden wie noch nie!~An den grell erleuchteten Fenstern klirrt
416 1 | gedunsenes Gesicht, in dem grellen Licht der Fackeln,~erscheint
417 1 | Botschaft zu bringen habe, grosse Botschaft,~ wichtig genug,
418 1 | die werden sagen: einem grossen König~ wird hier ein grosses
419 1 | grossen König~ wird hier ein grosses Prunkfest angestellt~ von
420 1 | Kerkermauern,~ die auf dem Grund von Brunnen nach dem Tod~
421 1 | Sie flutet~ mit deinen Haaren auf die starken Schultern~
422 1 | Boden fallen, wie von Sinnen hälst du~ den Nacken hin, fühlst
423 1 | in einer Scheuer Dunkel hängen sehn~ um dessen willen,
424 1 | so bekannt. Und nur als hätt ich's~ vergessen, lang und
425 1 | kein Tropfen Blut am Leibe haften:~ schnell schlüpfst du aus
426 1 | euch alle, euch, erhängt am Halse,~ in einer Scheuer Dunkel
427 1 | Dort machen sie~plötzlich Halt, wenden sich.~Chrysothemis~
428 per| Diener~ ~ ~Schauplatz der Handlung: Mykene~ ~ ******** ******** ******** ********~
429 1 | Magd~ Sind sie dir~ nicht hart genug mit ihr? Setzt man
430 1 | die~ Aegisth von Herzen hassten, haben sich~ geworfen auf
431 1 | Ein Weib.~Klytämnestra hastig~ Von meinen Dienerinnen
432 1 | klirrt und schlürft ein hastiger~Zug vorüber: es ist ein
433 | hatten
434 1 | der speist sich~ aus des Hauptes offner Wunde.~ Agamemnon!
435 1 | Füsse!~Chrysothemis ins Haustor entspringend:~ Ich kann
436 1 | spüre durch die Kühle deiner Haut~ das warme Blut hindurch,
437 1 | erschreckend fast,~ so heb' ich's empor, so hoch! damit~
438 1 | Ah, konnt' mir's denken! Heda, Stallung! he!~Ein alter
439 1 | sie fällt. Elektra fährt heftig auf.~Elektra zitternd~ Was
440 1 | nicht leben.~Sie bricht in heftiges Weinen aus~Elektra~ Was
441 1 | schöner als alle Träume.~ Hehres, unbegreifliches, erhabenes
442 1 | das Mittel findet, sich zu heilen,~ ist nur ein Narr. Ich
443 | heim
444 1 | Königs Agamemnon!~ Elektra heiss' ich.~Orest~ Nein!~Elektra~
445 1 | Meuchelmörder, er,~ der Heldentaten nur im Bett vollführt.~
446 1 | werden da sein, mir zu helfen.~ Ich will es tun,~ ich
447 1 | Hoftür, von der letzten Helle sich schwarz abhebend.~Er
448 1 | Sonne schmilzt und du's in hellen~ Tränen ausweinen kannst.~
449 1 | reinem Leib ins hochzeitliche Hemd.~Chrysothemis~ Lass mich!~
450 | herauf
451 1 | Frauen kommen von links herausgelaufen, Chrysothemis unter~ihnen.
452 1 | nichts hören. Was aus euch herauskommt,~ ist nur der Atem des Aegisth.~
453 1 | und was unter'm Vorhang~ hereingrinst, ist noch nicht der fahle
454 1 | Hausflur. die Vertraute kommt hergelaufen. Sie~flüstert Klytämnestra
455 1 | Wand, die Fremden,~ die hergeschickt sind, es zu melden: zwei,~
456 1 | meinen traurigen Winkel,~ Herold des Unglücks! Kannst du
457 1 | Ich lebe hier und bin die Herrin. Diener~ hab ich genug,
458 1 | nicht?~Elektra~ aber ihre Herrlichkeit~ ist nicht zu viel für uns!
459 1 | den Hunden?~ Hast du~ den Herrn nie sie schlagen sehn?~V.
460 | herunter
461 1 | gewesen~ und habe nichts hervorgebracht aus mir~ und meinem Leib
462 1 | muss furchtbar~ ein Schrei hervorsprüh'n, furchtbar wie der Schrei~
463 1 | alle, die~ Aegisth von Herzen hassten, haben sich~ geworfen
464 1 | zur Hoftür herein, laut heulend wie ein~verwundetes Tier.~
465 1 | Weinen aus~Elektra~ Was heulst du? Fort, hinein! Dort ist
466 1 | Stunde, wo sie um den Vater heult,~ dass alle Wände schallen.~
467 1 | sie da?~III. Magd~ Sie heulte nur und warf sich~ in ihren
468 1 | auf den Hof und streift hie und da die Gestalten~der
469 1 | Wär' sie mein Kind, ich hielte, ich -- bei Gott! --~ sie
470 1 | sehn? Schleppst du dich hierher~ in meinen traurigen Winkel,~
471 1 | als man mit uns sie essen hiess, die ausspie~ vor uns und
472 1 | Es sind keine~ Götter im Himmel!~Abermals ein furchtbares
473 1 | allein. Der Vater fort,~ hinabgescheucht in seine kalten Klüfte.~
474 1 | verzogen hat.~die Frauen sind hinausgelaufen, Chrysothemis allein, von
475 1 | deiner Haut~ das warme Blut hindurch, mit meiner Wange~ spür
476 1 | habe alles, was ich war,~ hingeben müssen. Meine Scham hab'
477 1 | entfliehst du. Aber er, er ist hinterdrein,~ er treibt dich durch das
478 1 | äusseren Höfen rechts und im Hintergrunde verzogen hat.~die Frauen
479 1 | voraus,~ die Beine schleifend hinterher: dein Auge,~ das starre,
480 1 | gejagt, denen du~ die Bissen hinwarfst, darum müss ihr Blut~ hinab,
481 1 | vor~der Schwelle Liegende hinweg:~ Platz da! wer lungert
482 1 | hebst du die Hände?~ So hob der Vater seine beiden Hände,~
483 1 | hin werd' ich das Knie~ hochheben Schritt für Schritt, und
484 1 | vielleicht~ für dich die Hochzeit an? Ich hör sie laufen.~
485 1 | Gewand~ mit reinem Leib ins hochzeitliche Hemd.~Chrysothemis~ Lass
486 1 | wie eine Fakkel, in das Hochzeitsbett~ mit starken Armen zieht.~
487 1 | Und du?~III. Magd~ "Drum hockst du immerfort," gab ich~
488 1 | wussten es schon.~Elektra mit höchster Kraft~ Es ist nicht wahr.~
489 1 | er stammelt, liegt im Hofe bei den Hunden~ und weiss
490 1 | schlechte Wohnung und Tiere~ des Hofes zur Gesellschaft.~Elektra~
491 1 | Kinder hat, die um sein hohes Grab~ so königliche Siegestänze
492 1 | Elektra~ Lass mich!~Orest~ hohl sind deine Wangen!~Elektra~
493 1 | schickte mir den Hass,~ den hohläugigen Hass als Bräutigam.~ So
494 1 | dich anzeigst~ und mich hollen kommst: dann sterb ich~
495 1 | hören freut,~ so will ich horchen, auf was sie redet.~ Wenn
496 1 | umschling ich sie deine Hüften sind!~ Du windest dich durch
497 1 | ich von meiner Seele alle Hüllen~ abstreifen und das Fächeln
498 1 | die ausspie~ vor uns und Hündinnen uns nannte.~I. Magd~ Was?~
499 1 | Nächten, wenn der Sturm die Hütte~ zusammenschüttelt!~ Hörst
500 | hundert
|