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Eucharistie und kirchliche
Gemeinschaft
Die Enzyklika behandelt in einem
eigenen Kapitel das Thema kirchliche Gemeinschaft. Es ist ein zentrales Thema,
weil der ganze Zweck des Dokumentes darin besteht, den Beitrag der Eucharistie
zum Aufbau und zum Wachstum der Kirche deutlich zu machen. Die für die
Kirche kennzeichnende Gemeinschaft muß in ihrer tieferen Bedeutung
verstanden werden: »Die auf Erden pilgernde Kirche ist aufgerufen, die
Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott wie auch die Gemeinschaft unter den
Gläubigen zu bewahren und zu fördern« (34). »Die Eucharistie
erscheint als Höhepunkt aller Sakramente, weil sie die Gemeinschaft mit
Gott Vater im Einswerden mit dem eingeborenen Sohn durch den Heiligen Geist zur
Vollendung führt.« »Gott verbindet sich mit uns in der vollkommensten
Einheit. Eben darum ist es angemessen, in der Seele das dauernde Verlangen nach
dem eucharistischen Sakrament zu pflegen.«
Die kirchliche Gemeinschaft der
eucharistischen Versammlung ist Gemeinschaft mit dem eigenen Bischof, dem
sichtbaren Prinzip und Fundament der Einheit in seiner Teilkirche; sie ist auch
Gemeinschaft mit dem Papst und, so können wir hinzufügen, mit der
Gemeinschaft der Bischöfe, mit dem gesamten Klerus und mit dem ganzen Volk
(39).
Unter den Auswirkungen dieser
Gemeinschaft dürfen wir eine größere Öffnung im
ökumenischen Bereich feststellen, die dem Umstand zu verdanken ist,
daß unsere orientalischen Brüder der katholischen Kirche
näherstehen. Wenn sie spontan um den Empfang der Eucharistie aus der Hand
eines katholischen geweihten Amtsträgers bitten und in rechter Weise
darauf vorbereitet sind, soll ihrer Bitte stattgegeben werden und auch die Möglichkeit
zur Gegenseitigkeit bestehen.
»Ein Grund zur Freude –
heißt es in der Enzyklika Ut unum sint – ist in diesem Zusammenhang,
daran zu erinnern, daß die katholischen Priester in bestimmten
Einzelfällen die Sakramente der Eucharistie, der Buße und der
Krankensalbung anderen Christen spenden können, die …noch nicht in voller
Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen…« (46), und umgekehrt.
Es geht bei dieser Vorgehensweise
nicht um die Praxis einer Interkommunion, sondern darum, einem schwerwiegenden
geistlichen Bedürfnis einzelner Gläubiger im Hinblick auf das ewige
Heil entgegenzukommen, sofern bei den Betreffenden eine ausreichende
Übereinstimmung bezüglich der Lehre über die Kirche und die
Eucharistie besteht.
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