|
5. Die Mitwirkung der Ehegatten mit der Gnade des
Ehesakraments
Soll dieses Sakrament jedoch seine ganze Gnadenkraft
zur Geltung bringen, dann muß, wie Wir schon erinnert haben, die Mitarbeit der
Ehegatten hinzutreten, die darin besteht, daß sich die Ehegatten nach Kräften
bemühen, ihre Pflichten zu erfüllen. Es verhält sich da wie im natürlichen
Leben: Wenn immer die von Gott gegebenen Fähigkeiten ihre ganze Wirksamkeit entfalten
sollen, müssen sie von des Menschen arbeitsamem und erfinderischem Fleiß
angewandt und ausgenutzt werden. Wenn das unterbleibt, stiften sie kaum
irgendwelchen Nutzen. Ebenso müssen auch die Gnadenkräfte, die durch den
Empfang des Sakramentes in der Seele aufgespeichert sind, von den Menschen
durch eigenes Arbeiten und Mühen betätigt werden. Die Gatten mögen daher die
Gnade des Sakraments, die in ihnen lebt, nicht unbeachtet liegen
lassen!87Wenn sie trotz aller Schwierigkeiten die ihnen obliegenden Pflichten treu
erfüllen, werden sie die Wirkungen jener Gnade von Tag zu Tag mehr an sich
erfahren. Wenn dann die Lebensnot und die Last des Standes einmal schwer
drücken, so sollen sie nicht mutlos werden, sondern jenes Wort, das der hl.
Paulus seinem geliebten Schüler Timotheus über das Sakrament der Priesterweihe
schrieb, als Timotheus durch Mühen, Sorgen und schmachvolle Behandlung fast zu
Boden gedrückt wurde, auf sich beziehen: „Ich ermahne dich, die Gnade Gottes,
die in dir ist durch Auflegung meiner Hände, wieder zu erwecken. Denn Gott hat
uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft und der
Liebe und der Nüchternheit.“88
|