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Wir Freunde, wenn wir in größerer
Anzahl zusammen waren, erwogen, besprachen und verwünschten die wirren
Beschwerden des menschlichen Lebens und beschlossen fest, fern von dem Treiben
der Menge in Muße zu leben, und um zu dieser Ruhe zu gelangen, hatten wir
folgenden Lebensplan gemacht. Das, was wir besaßen, wollten wir zusammenlegen
und aus allem ein gemeinsames Familiengut bilden, daß bei dem Freundesbund
nicht das eine diesem, das andere jenem gehöre, sondern, da aus allem eins
gebildet wurde, das Ganze den einzelnen gehöre und alles allen. Es schienen uns
zehn Männer in diesem Bunde sein zu können, und zwar darunter sehr Vermögende,
vor allen Romanianus, unser Landsmann, den schwere Verlegenheiten in seinen
Geschäften an den Hof gezogen hatten, von Jugend auf mein vertrautester Freund.
Er nahm sich am meisten der Sache an, und bei seinem großen Ansehen fielen
seine Ratschläge am meisten ins Gewicht, weil er das größte Vermögen hatte. Wir
beschlossen, daß jedesmal zwei Mitglieder ein Jahr lang, wie bei dem Magistrat,
alles Notwendige besorgten, die übrigen aber in Ruhe lebten. Aber als wir
überlegten, ob das wohl den Frauen, die einige von uns schon hatten und die wir
andern uns wünschten, recht sein würde, da zerrann uns der ganze Plan, den wir
so trefflich ausgesonnen hatten, unter den Händen und wurde beiseite gelegt.
Wir seufzten, klagten und richteten unsere Schritte wieder auf die breiten und
betretenen Wege dieser Welt, mancherlei Gedanken waren in unserem Herzen. Dein
Ratschluß, o Gott, bleibt in Ewigkeit. Diesem Ratschlusse gemäß verlachtest du
das Unsrige und schafftest das Deine. Du gibst uns unsere Speise zu seiner
Zeit, du tust deine Hand auf und sättigest alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
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