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Es war genug, Herr, gegen die
Betrogenen und Betrüger und stummen Schwätzer, weil aus ihnen nicht dein Wort
hervortönte; genug war es, was Nebridius bereits in Karthago aufgebracht hatte
und wovon wir alle, die wir es hörten, erschüttert waren. Was würde ein
Geschlecht der Finsternis, welches sie dir aus einer entgegengesetzten
Weltmasse entgegenzustellen pflegten, dir haben anhaben können, wenn du mit ihm
nicht hättest streiten wollen? Wenn man antwortete, es hätte dir schaden
können, so wärest du verletzbar und vergänglich. Wenn man aber gesagt hätte, es
konnte dir keinen Schaden zufügen, so war keine Ursache zum Streit vorhanden,
und zwar eines Streites, daß ein Teil oder ein Glied von dir oder ein Sproß
deines Wesens sich mit den feindlichen Mächten und nicht von dir geschaffenen
Naturen vermischte und so weit verdorben und zum Schlechten verwandelt würde,
daß er von der Seligkeit ins Elend sänke und der Hilfe bedürfte, um befreit und
gereinigt zu werden; ein solcher Teil, ein solcher Sprößling aber war die
Seele, der dein freies Wort im Zustande der Knechtschaft, dein reines Wort im
Zustande der Befleckung und dein unverderbtes Wort im Zustande des Verderbens
zu Hilfe käme, aber auch dies verderbbar, weil es von einer und derselben
Substanz ist. Wenn sie daher dich und was du bist, dein Wesen, unwandelbar nannten,
so ist ihre ganze Lehre falsch und verwerflich; wenn sie es aber für verderbbar
halten, so ist dies schon an und für sich falsch und von Grund aus verwerflich.
Es war dies also Grund genug, mich von dem Druck zu befreien, der auf meinem
Herzen lag, weil es für sie keinen Ausweg gab, ohne schreckliche
Gotteslästerung des Geistes und der Zunge, wenn sie in dieser Weise von dir
dachten und redeten.
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