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Die, welche so reden, erkennen
dich noch nicht, du Weisheit Gottes, Licht des Geistes; sie erkennen nicht, wie
das geschieht, was durch dich und in dir geschieht, sie erdreisten sich, das
Ewige verstehen zu wollen, aber ihr Herz flattert noch in den vergangenen und
zukünftigen Bewegungen der Dinge und ist noch voll Eitelkeit. Wer wird es festhalten
und zum Stillstand bewegen, damit es nur ein wenig den Glanz der immer stetigen
Ewigkeit erfasse und ihn vergleiche mit der nie stetigen Zeit; und erkenne, daß
sie unvergleichbar seien, und sehe, daß eine lange Zeit nicht lang werde als
nur durch viele vorübergehende Augenblicke, die nicht zugleich verfließen
können; daß aber in der Ewigkeit nichts vorübergehe, sondern in ihr alles stets
gegenwärtig sei; dagegen keine Zeit ganz gegenwärtig sei; daß er sehe, wie alle
Vergangenheit von der Zukunft verdrängt werde und alle Zukunft der
Vergangenheit folge und alle Vergangenheit und Zukunft von der ewigen Gegenwart
erschaffen werde und ausgehe? Wer wird. das Herz des Menschen festhalten, daß
es stehe und in der Gegenwart fußend erkenne, wie es festgegründete, zukünftige
und vergangene Zeiten bestimme, wie aber die Ewigkeit weder zukünftig noch
vergangen ist. Vermag etwa meine Hand dieses, oder kann die Hand meines Mundes
durch Worte ein so großes Werk vollbringen?
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