|
Ich verstehe dies einstweilen so,
mein Gott, wenn ich die Worte deiner heiligen Schrift höre: Im Anfange schuf
Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und leer und es war finster über
der Tiefe, wobei nicht erwähnt wird, an welchem Tage du dies tatest. Ich
verstehe einstweilen so unter diesem Himmel des Himmels den geistigen Himmel,
in welchem die Erkenntnis ein vollständiges Erkennen ist, nicht stückweise,
nicht wie in einem Rätsel, nicht durch einen Spiegel, sondern völlig offenbar
von Angesicht zu Angesicht; nicht bald dieses, bald jenes, sondern, wie gesagt,
ein vollständiges Erkennen ohne irgendeinen Wechsel der Zeit; und unter der
wüsten und leeren Erde, auf der bald dieses, bald jenes stattfindet, weil, wo
keine Gestalt ist, auch wie dieses oder jenes ist; unter diesen beiden, dem
gleich anfangs Gestalteten und dem gänzlich Ungestalteten, verstehe ich unter
jenem den Himmel, jedoch den Himmel des Himmels; unter diesem aber die Erde,
jedoch die wüste und leere Erde; in Beziehung auf dieses, beides glaube ich,
daß deine heilige Schrift ohne Erwähnung von Tagen sagt: Im Anfang schuf Gott
Himmel und Erde. Sie fügt sogleich hinzu, welche Erde gemeint sei. Da sie am
zweiten Tage die Erschaffung der Himmelsfestung erwähnt und sie den Himmel
nennt, so wird dadurch angedeutet, von welchem Himmel früher ohne Erwähnung der
Tage die Rede war.
|