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Sie sagen nämlich: "Wenn
dies auch wahr ist, so hat doch gewiß Moses, als er durch Eingebung des
heiligen Geistes schrieb: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde, dieses beides
nicht vor Augen gehabt. Er hat mit dem Worte Himmel nicht jene geistige oder übersinnliche
Schöpfung gemeint, die stets das Angesicht Gottes schauet, noch auch mit dem
Worte Erde jene ungestaltete Materie." "Was denn also?"
"Was wir sagen, das hat jener Ausdruck gemeint, und das hat er mit diesen
Worten gesagt. " "Welches?" "Mit dem Namen des Himmels und
der Erde", sagen sie, "wollte er jene ganze sichtbare Welt überhaupt
mit wenigen Worten bezeichnen, uni darnach durch die Aufzählung der Tage
gleichsam im Einzelnen das Ganze, wie es dem heiligen Geist gefiel, es zu
bezeichnen, zu ordnen. Denn das rohe und fleischliche Volk, zu dein er sprach,
waren Menschen der Art, daß er glaubte, ihnen nur die sichtbaren Werke Gottes
darstellen zu dürfen. Daß unter der wüsten und leeren Erde und der mit
Finsternis bedeckten Tiefe, aus der, wie in der Folge gezeigt wird, in jenen
Tagen alles Sichtbare, was bekannt ist, gemacht und geordnet ist, nicht
unpassend jener ungestaltete Stoff zu verstehen sei, darin stimmen sie
überein."
Wie wenn nun ein anderer sagte,
eben diese Gestaltlosigkeit und Vermischung des Stoffs sei vorerst mit dem
Namen des Himmels und der Erde angedeutet, weil aus ihr diese sichtbare Welt
mit allen Wesen, die jetzt auf ihr offenbar erscheinen, gebildet und vollendet
worden ist, die gewöhnlich Himmel und Erde genannt wird? Wenn ein anderer
sagte, nicht unpassend werde die unsichtbare und sichtbare Natur Himmel und
Erde genannt und hierdurch sei die allgemeine Schöpfung, die Gott in der
Weisheit, das heißt im Anfange schuf, in diesen beiden Worten begriffen; da
jedoch alles nicht aus dem Wesen Gottes selbst, sondern aus Nichts gemacht ist,
weil es nicht dasselbe ist, was Gott ist, und allem eine gewisse
Veränderlichkeit innewohnt, so möge es bleiben wie das ewige Haus Gottes oder
sich verändern wie des Menschen Seele und Leib; sei der jetzt noch ungestaltete
und gewiß gestaltungsfähige gemeinsame Stoff aller unsichtbaren und sichtbaren
Dinge, woraus Himmel und Erde werden sollte, das heißt beide bereits gebildeten
Schöpfungen, die unsichtbare und sichtbare, hervorgehen sollten, mit diesen Worten
bezeichnet, wüste und leere Erde und es war finster über der Tiefe, mit dem
Unterschiede, daß unter der wüsten und leeren Erde die sinnliche Materie vor
Annahme einer Gestalt; unter dem es war fisnter über der Tiefe der geistige
Stoff vor Hemmung der gleichsam fließenden Maßlosigkeit und vor Erleuchtung der
Weisheit verstanden wird.
Es ließe sich noch ein anderes
sagen, wenn man wollte, "daß, wenn es heißt, im Anfang schuf Gott Himmel
und Erde, unter Himmel und Erde nicht die vollendete und gestaltete unsichtbare
und sichtbare Natur bezeichnet werden sollte, sondern der noch rohe Entwurf der
Dinge, der bildungs- und schaffungsfähige Stoff; in ihm bereits vermischt nur
noch nicht durch Eigenschaft und Gestalt geschieden war, was nun, in bestimmter
Weise geordnet, Himmel und Erde genannt wird, jener die geistige, diese die
sinnliche Schöpfung bezeichnend".
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