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Wenn jemand diesen beiden letzten
Erklärungen also zu widersprechen versuchen wollte: "Wenn ihr nicht
behaupten wollt, daß diese Gestaltlosigkeit des Stoffes mit den Worten Himmel
und Erde bezeichnet werde, so war also bereits etwas vorhanden, was Gott nicht
geschaffen hatte, um daraus Himmel und Erde zu schaffen; denn die Schrift
erzählt nicht, daß Gott diesen Stoff geschaffen hat, es sei denn, daß wir
zugeben, daß mit den Worten Himmel und Erde bloß die Erde bezeichnet werde,
wenn gesagt wird, im Anfang schuf Gott Himmel und Erde, sowie das, was folgt,
die Erde war wüst und leer, obgleich es gefallen hat, den ungestalteten Stoff
so zu benennen, so verstehen wir darunter doch nur den Stoff, den Gott nach den
vorhergehenden Worten, Gott schuf Himmel und Erde, geschaffen hat. Dann werden
die, welche diese beiden Ansichten, diese oder jene, die wir zuletzt anführten,
aufstellen, wenn sie dieses hören, erwidern und sagen: Wir leugnen zwar nicht,
daß diese ungestaltete Materie von Gott geschaffen sei, von dem Gott, von dem
alles Gute stammt; wie wir aber sagen, daß das weniger gut ist, -was mit der
Fähigkeit geschaffen ist, daß es umgeschaffen und gestaltet werden kann, daß es
aber doch gut ist; die Schrift aber hat nicht erwähnt, daß Gott die
Gestaltlosigkeit geschaffen habe, ebenso, wie sie vieles andere nicht erwähnt,
als: die Cherubim und Seraphim und was der Apostel ausdrücklich anführt,
Thronen, Herrschaften, Fürstentümer, Gewalten, die doch Gott offenbar
geschaffen hat. Wenn alles in den Worten, Er schuf Himmel und Erde, enthalten
sei, was sagen wir dann von den Wassern, auf denen der Geist Gottes schwebte?
Denn wenn sie unter der Benennung Erde zugleich mit begriffen sind, wie kann
dann unter dem Namen Erde die ungestaltete Materie verstanden werden, wenn wir
die schönen Wasser sehen? Oder wenn es so verstanden wird, warum steht dann
geschrieben, daß aus ebendieser Gestaltlosigkeit das Firmament gemacht und
Himmel genannt wurde, während nicht gesagt ist, es seien daraus die Wasser
gebildet? Denn das ist nicht mehr gestaltlos und leer, das wir so herrlich
dahinfließen sehen. Oder haben sie damals jene Gestalt erhalten, als Gott
sprach, es sammele sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Örter, so daß
das Sammeln selbst das Gestalten ist; was sollen wir da in Beziehung der Wasser
erwidern, die über dem Firmamente sind? Denn ungestaltet hätten sie einen so
ehrenvollen Platz nicht verdient, auch steht nicht geschrieben, durch welche
Stimme sie gestaltet sind. Wenn die Genesis verschweigt, daß Gott etwas
geschaffen habe, was weder dem gesunden Glauben noch der gewissen Erkenntnis
zweifelhaft ist, daß Gott es dennoch geschaffen habe, so wird doch deshalb der
gesunde Verstand nie zu behaupten wagen, diese Wasser seien mit Gott gleich
ewig, weil wir sie in dem Buche der Genesis zwar erwähnt finden, aber nicht
lesen, wann sie geschaffen sind; warum sollen wir nicht, unter Belehrung der
Wahrheit, erkennen, daß auch jener ungestaltete Stoff, welchen die Schrift wüst
und leer und die finstere Tiefe nennt, aus Nichts erschaffen sei und deshalb
mit ihm nicht gleich ewig, obgleich jene Erzählung zu sagen unterlassen hat,
wann er geschaffen sei?"
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