|
Wie eine Quelle in geringem Raume
reicher ist und in mehreren Bächen größere Strecken bewässert als jeder
einzelne Bach, der aus dieser Quelle hervorgeht und über große Strecken
dahinfließt, so entquillt die Erzählung deines treuen Dieners, die so vielen
anderen Verkündigern dienen sollte, in ihrer einfachen Art der Rede wie ein
Strom lauterer Wahrheit, aus dem jeder das Wahre schöpft, der eine dies, der
andere jenes, wie er es fassen kann, durch die Krümmungen langer Schlüsse. Denn
wenn die einen diese Worte lesen oder hören, so denken sie sich Gott als einen
Menschen oder als ein materielles Wesen mit einer unbegrenzten Macht, das durch
einen neuen und plötzlichen Entschluß außer sich und in entfernten Räumen
Himmel und Erde geschaffen habe, zwei große Körper, den einen oben, den andern
unten, die alles umfaßten. Und wenn sie hören, Gott sprach, es werde und es
ward, dann denken sie sich wirklich Worte, die anfingen und endeten, in der
Zeit ertönten und vorübergingen, nach deren Verklingen sogleich der Gegenstand
da wäre, der nach Seinem Befehle da sein sollte, und ähnliches, was sie sich
alles in dieser Weise ihres fleischlichen Geistes denken. In diesen noch
umnündigen Wesen wird, während ihre Schwäche durch die große Einfalt der Sprache
gleichsam wie im mütterlichen Schoße getragen wird, der Glaube heilsam erbauet,
daß Gott alle diese Dinge geschaffen, die ihre Sinne in ihrer wunderbaren
Mannigfaltigkeit um sich her erblicken. Wenn aber irgend jemand von ihnen diese
niedrige Schreibart verachten und in vermessener Schwachheit seine tragende und
nährende Wiege verlassen wollte, der Unglückliche würde elend dahinfallen. Herr
mein Gott, erbarme dich, daß nicht die, welche des Weges vorübergehen, das
zarte Junge zertreten, und sende deinen Engel, daß er es wieder in sein Nest
trage, damit es nun leben bleibe, bis es fliegen kann.
|