|
Andere dagegen, für welche diese
Worte kein Nest mehr sind, sondern schattiges Gebüsch, erblicken die in ihnen
verborgenen Früchte, fliegen fröhlich umher, suchen schwatzend und pflücken
sie. Denn wenn sie diese Worte lesen oder hören, sehen sie, mein Gott, daß
deine unwandelbare Ewigkeit über alle vergangenen und zukünftigen Zeiten
erhaben ist und daß es doch nichts in der zeitlichen Schöpfung gibt, was du
nicht geschaffen hast, der du selbst dein eigener Wille bist, in welchem sich
nichts ändert oder Neues entsteht, was nicht schon vorher dagewesen wäre und
kraft dessen du alles geschaffen hast; aber nicht dein Ebenbild aus deinem
Wesen, das Urbild aller Dinge, sondern aus nichts das Gestaldose, das dir
unähnlich, aber durch dein Ebenbild gestaltet werden sollte, so daß jede Art
von Geschöpfen sich dir, dem Allrnächtigen, nach dem ihr verliehenen Vermögen
anschlösse, und daß alles sehr gut würde, möge es mit dir vereint bleiben oder
stufenweise der Zeit und dem Raume nach sich von dir entfernend die herrliche
Mannigfaltigkeit des Alls bewirken oder erleiden. Dies sehen sie und freuen
sich im Lichte deiner Wahrheit, soviel sie hier es vermögen.
Ein anderer von ihnen sieht auf
das, daß gesagt ist, im Anfang schuf Gott, und versteht unter dem Anfange die
Weisheit, weil auch sie selbst zu uns spricht. Ein anderer sieht ebenfalls auf
diese Worte und versteht unter dem Anfang das Entstehen der geschaffenen Dinge,
und so faßt er, im Anfang schuf Gott, auf, als wenn gesagt wäre, zuerst schuf
er. Von denen, die unter im Anfang verstehen, in der Weisheit hast du Himmel
und Erde gemacht, meint der eine, Himmel und Erde sei der noch zu erschaffende
Stoff des Himmels und der Erde genannt; ein anderer sieht darin die bereits
gebildeten verschiedenen Wesen; noch ein anderer ein gestaltetes, und zwar
geistiges Wesen unter dem Worte Himmel und eine ungestaltete körperliche
Materie unter dem Namen Erde. Die aber unter dem Namen Himmel und Erde eine
noch ungestaltete Materie verstehen, aus der Himmel und Erde gebildet werden
sollen, die fassen auch dies auf verschiedene Weise auf. der eine versteht
darunter die geistige und leibliche Schöpfung, der andere erkennt darin nur
das, woraus jene sichtbare körperliche Masse, die in ihrem großen Schoße
sichtbare und erkennbare Wesen birgt, vollendet werden sollte. Auch die sind
nicht eins, die der Ansicht sind, daß die bereits geordneten und ausgebildeten
Geschöpfe an dieser Stelle Himmel und Erde genannt würden; sondern der eine
versteht darunter die unsichtbare und sichtbare Schöpfung; der andere bloß die
sichtbare, in der er den lichtvollen Himmel erblickt und die finstere Erde und
was auf ihnen ist.
|