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An der Schwelle der Schule, wo
solche Sitten heimisch waren, lag ich als elender Knabe; eines solchen
Kampfplatzes Ringkunst war es, wo ich mich mehr davor fürchtete, einen
Sprachfehler zu machen, als ich mich hütete, wenn ich es dennoch tat,
diejenigen, welche es nicht taten, zu beneiden. Ich sage es und bekenne es dir,
mein Gott, worin ich von denen gelobt wurde, welchen zu gefallen uns damals
gerade so viel galt als ein gottgefälliges Leben. Denn ich sah nicht den
Abgrund der Schande, in welchen ich von deinen Augen verstoßen wurde, denn wer
konnte in deinen Augen schändlicher sein als ich, da ich auch sogar solchen
mißfiel durch unzählige Betrügereien und Lügen, meinen Erziehern und Eltern
gegenüber durch Spielsucht, durch die Begierde Possen zu sehen und in
spielsüchtiger Unruhe nachzuahmen?Auch den Keller und den Tisch meiner Eltern
bestahl ich, teils aus Naschsucht, teils um den Knaben ihre Rollen im Spiel, an
dem sie sich gleicherweise wie ich ergötzten, mir sie aber gleichwohl
verkauften, abzumarkten. Auch in diesem Spiel erschlich ich mir, von eitler
Begier zu glänzen verblendet, oft durch Betrug den Sieg. Was aber wollte ich
selbst so wenig dulden und tadelte ich so roh, wenn ich andere dabei ertappte,
als eben das, was ich anderen tat, und wenn ich selbst darüber ertappt wurde,
lieber tobte als mich gefügt hätte? Ist das die kindliche Unschuld? Nein, o
Herr, sie ist es gewiß nicht. Das ist, was aus dem Knabenalter auf das höhere
folgende Alter übergeht, nur daß es sich anstatt der Erzieher und Lehrer, der
Nüsse und Kugeln und Sperlinge jetzt um Präfekten und Könige, Gold, Landgüter
und Sklaven handelt, wie auch anstatt der Ruten schwerere Strafen eintreten. In
der Kleinheit der Kinder hast du, unser König, uns ein Symbol der Demut
gegeben, wenn du sprachst: Solcher ist das Himmelreich!
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