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Anderen Seelen fehlt es an
Glauben. Sie besitzen natürlich den gewöhnlichen Glauben, ohne den sie die
Taufgnade verraten würden. So glauben sie, daß der Herr allmächtig, gut und
seinen Versprechungen treu ist; sie verstehen es aber nicht, diesen Glauben auf
ihre eigenen Bedürfnisse zu übertragen. Sie sind nicht völlig davon überzeugt,
daß Gott, der ihre Prüfungen kennt, sich ihnen zuwendet, um ihnen beizustehen.
Jesus Christus verlangt aber
diesen besonderen, konkreten Glauben von uns. Wie er ihn einst als unabdingbare
Voraussetzung für seine Wundertaten forderte, so erwartet er ihn auch von uns,
bevor er uns seine Wohltaten schenkt ...
„Alles ist dem möglich,
der glaubt“ 10 sprach er zum Vater des kleinen Besessenen. Und im
Kloster Paray-le-Monial wiederholte er gegenüber der heiligen Margareta Maria
fast die gleichen Worte: „Wenn du glauben kannst, wirst du die Macht meines
Herzens im Glanz meiner Liebe sehen ...“
Könnt ihr glauben? Kann eure
Gewißheit so stark sein, daß nichts sie zu erschüttern vermag, so klar, daß sie
einem Beweis gleichkommt? ...
Das ist alles. Wenn ihr diesen
Grad an Vertrauen erreicht habt, werdet ihr sehen, welche Wunder an euch
geschehen ...
Bittet den göttlichen Meister,
daß er euren Glauben vermehre. Richtet immer wieder die Bitte des Evangeliums
an ihn: „Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben!“ 11
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