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Was auch immer die Gründe für das
Mißtrauen sein mögen, es bringt uns Verluste und beraubt uns wichtiger Güter.
Als der heilige Petrus aus dem
Boot stieg, um dem Heiland entgegenzugehen, ging er anfangs entschlossen auf
den Wogen, während der Wind mit aller Stärke weiterblies. Bald stiegen die
aufgebrachten Wogen wild in die Höhe, bald stürzten sie zurück in tiefe
Abgründe... Der Wasserschlund drohte den Apostel zu verschlingen. Petrus
schauderte ... stockte einen Augenblick und fing an zu sinken... „Du
Kleingläubiger, sprach Jesus zu ihm, warum hast du gezweifelt?..." 12
Das ist auch unsere Geschichte.
In Augenblicken des Eifers sitzen wir ruhig und gesammelt zu Füßen des Meisters. Kommt aber dann
der Sturm, wenden wir unsere ganze Aufmerksamkeit der Gefahr zu. Unsere Augen
wenden sich vom Herrn ab und richten sich furchtsam auf unsere Leiden und
Gefahren. Wir zögern ... und schon gehen wir unter! Die Versuchung kommt über
uns. Die Pflicht wird uns leidig, ihre Strenge stößt uns ab, ihre Last bedrückt
uns. Verwirrende Vorstellungen verfolgen uns. Der Sturm heult im Verstand, im
Gefühl, im Fleisch ...
Und dann verlieren wir den Boden
unter den Füßen;
wir fallen in Sünde, in Mutlosigkeit, die noch schlimmer ist als das Vergehen
selbst. Seelen ohne Vertrauen - warum zweifeln wir?
Auf tausenderlei Weisen werden
wir auf die Probe gestellt. Einmal sind es die weltlichen Geschäfte, die Gefahr
laufen, die materielle Zukunft beunruhigt uns. Dann ist es die Bosheit, die
unser Ansehen angreift. Der Tod zerreißt die rechtmäßigsten, zärtlichsten Bande der Gefühle. Da vergessen wir
all die mütterliche Fürsorge, die uns die göttliche Vorsehung angedeihen läßt
... Wir murren, wir lehnen uns auf, und dadurch werden unsere Schwierigkeiten
und die schmerzliche Fessel unseres Unglücks nur noch größer.
Seelen ohne Vertrauen – warum
zweifeln wir?
Hätten wir uns dem göttlichen
Meister mit um so größerem
Vertrauen zugewandt, je verzweifelter uns die Lage erscheinen mochte, wäre uns nicht
das geringste Übel geschehen ... Wir wären in aller Ruhe auf den Wogen
gewandelt; ohne zu straucheln wären wir in die ruhige, sichere Bucht gelangt
und schon bald hätten wir einen einladenden, vom Lichte des Himmels
erleuchteten Ort gefunden.
Auch die Heiligen hatten mit den
gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen ... viele von ihnen haben die gleichen
Fehler begangen. Doch sie haben wenigstens nicht gezweifelt ... Viel demütiger
jetzt nach dem Fall haben sie sich ohne Zögern erhoben und sich von nun an nur
noch auf die Hilfe von oben verlassen ... In ihrem Herzen aber bewahrten sie
die völlige Sicherheit, daß sie mit Gottes Unterstützung alles vermöchten. Und
ihr Vertrauen wurde nicht enttäuscht! 13
Werdet also zu vertrauensvollen
Seelen! Der Herr fordert uns dazu auf, und unser eigenes Interesse verlangt es.
So werdet ihr gleichzeitig erleuchtete Seelen und Seelen voller Frieden.
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