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P. Thomas de Saint Laurent
Das Buch vom Vertrauen

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  • I
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I

 

Wir haben bereits gesagt, daß das Vertrauen eine heldenhafte Hoffnung ist; sie unterscheidet sich von der allen Gläubigen gemeinen Hoffnung nur durch ihren Grad an Vollkommenheit. Sie erstreckt sich folglich auf die gleichen Situationen wie diese Tugend, doch sind ihre Handlungen intensiver und begeisterter.

Mit der gewöhnlichen Hoffnung erwartet das Vertrauen vom himmlischen Vater alle Hilfe, die notwendig ist, um hier auf Erden heilig zu leben und die Seligkeit im Paradies zu verdienen.

So erwartet es zuerst einmal die zeitlichen Güter in dem Maße, in dem diese uns zum letzten Ziel führen können.

Nichts ist logischer: Wir können den Himmel nicht als reine Geister erobern wollen; wir sind aus Leib und Seele zusammengesetzt. Dieser Leib, den der Schöpfer mit seinen anbetungswürdigen Händen geschaffen hat, ist unser untrennbarer Gefährte im irdischen Dasein; und er wird auch nach der allgemeinen Auferstehung unser Los teilen. Wir können also seiner Hilfe im Kampf um die Eroberung der Seligkeit nicht entbehren.

Nun hat aber der Leib für seinen Unterhalt und zur Erfüllung seiner Aufgaben vielerlei Bedürfnisse. Diesen muß die göttliche Vorsehung nachkommen; und das tut sie auch auf vortreffliche Weise.

Gott sorgt für unsere Bedürfnisse ... und zwar aufs Großzügigste. Sein wachsamer Blick folgt uns und läßt uns nicht ins Elend sinken. Inmitten materieller Schwierigkeiten dürfen wir uns nicht beirren lassen, wenn sie auch noch so beängstigend sind. Mit aller Sicherheit erwarten wir aus den göttlichen Händen, was wir zum Lebensunterhalt brauchen.

„Darum sage ich euch“, mahnt der Heiland, sorgt nicht ängstlich für euer Leben, was ihr essen oder trinken, noch für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Betrachtet die Vögel des Himmels! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? ... Und warum sorgt ihr ängstlich für die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht und spinnen nicht; und doch sage ich euch: Selbst Salomon in all seiner Herrlichkeit war nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wieviel mehr euch, ihr Kleingläubigen?

Sorget euch also nicht ängstlich und sagt nicht: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns bekleiden? Denn nach all dem trachten die Heiden. Es weiß ja euer Vater im Himmel, daß ihr all dessen bedürft.

Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und dies alles wird euch dazugegeben werden.“ 1

Es reicht nicht, einfach nur das Auge über diese Rede des Herrn schweifen zu lassen. Es ist wichtig, ihr längere Zeit unsere Aufmerksamkeit zu schenken, um ihren tieferen Sinn herauszufinden und in ihre Lehre einzudringen.

 




1 Ideo dico vobis, ne solliciti sitis animae vestrae quid manducetis, neque corpori vestro quid induamini. Nonne anima plus est quam esca, et corpus plus quam vestimentum?

Respicite volatilia caeli, quoniam non serunt, neque metunt, neque concregant in horrea, et Pater vester caelestis pascit illa. Nonne vos magis pluris estis illis?

Et de vestimento quod solliciti estis? Considerate lilia agri quomodo crescunt: non laborant neque nent. Dico autem vobis quoniam nec Salomon in omni gloria sua coopertus est sicut unum ex illis. Si autem faenum agri, quod hodie est et cras in clibanum mittitur, Deus sic vestit: quanto magis vos, modicae fidei!

Nolite ergo solliciti esse, dicentes: Quid manducabimus, aut quid bibemus, aut quo operiemur? Haec enim omnia gentes inquirunt. Scit enim Pater vester quia his omnibus indigentis.

Quaerite ergo primum regnum Dei et justitiam ejus, et haec omnia adjicientur vobis. Matthäus, VI, 25-26 und 28-33.






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