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Das menschgewordene Wort, das
sich für uns dahingegeben hat, verfügt über eine Macht ohne Grenzen.
Im Evangelium erscheint es als
der höchste Herr der Erde, der Dämonen und des übernatürlichen Lebens; alles
ist seiner unumschränkten Herrschaft unterworfen.
In dieser Macht des Heilands
liegt noch ein weiterer, äußerst sicherer Anlaß zum Vertrauen. Nichts kann den Herrn
daran hindern, uns zu Hilfe zu kommen und uns zu schützen.
Jesus beherrscht auch
die Kräfte der Natur.
Gleich zu
Beginn seines apostolischen Wirkens finden wir ihn auf der Hochzeit zu Kana.
Während des Festmahls geht der Vorrat an Wein zu Ende. Was für eine Schande für
die armen Leute, die den Meister mit seiner Mutter und seinen Jüngern
eingeladen hatten! Die Jungfrau Maria bemerkt sofort das Mißgeschick; sie ist
immer die Erste, die unsere Bedürfnisse erkennt und Abhilfe schafft. Sie wirft
ihrem Sohn einen bittenden Blick zu, flüstert ihm eine kurze Bitte ins Ohr. Sie
kennt sehr wohl seine Macht und seine Liebe. Und Jesus, der ihr nichts
abschlagen kann, verwandelt Wasser in Wein. ... Es war dies sein erstes Wunder.
Ein
andermal überquert der Meister gegen Abend in einem Boot mit seinen Jüngern den
See Genesareth, um der Menge zu entgehen, die auf ihn eindringt. Während der
Überfahrt erhebt sich ein starker Sturm, Wogen türmen sich auf und stürzen
furchterregend auf sie nieder. Das Oberdeck wird überflutet, das Boot droht zu
sinken. Ermüdet schläft derweil der Meister im Heck, das göttliche Haupt auf
Tauwerk gebettet. Entsetzt wecken ihn die Jünger, indem sie rufen: „Herr,
hilf, wir gehen zugrunde!“ 6 Da steht der
Heiland auf, gebietet dem Wind und sagt zu dem stürmischen See: Stille,
beruhige dich! Im gleichen Augenblick kehrt Ruhe ein. ... Die Zeugen dieses
Geschehens fragen sich voller Staunen: „Wer ist dieser, daß ihm selbst die
Winde und der See gehorchen?“
Jesus
heilt die Kranken.
Viele
Blinde tasteten sich bis in seine Nähe und klagen ihm ihr Leid: „Sohn
Davids, erbarme dich unser!“ 7 Der Meister
berührt ihre Augen und diese göttliche Berührung öffnet ihnen die Augen für das
Licht.
Sie
bringen einen Taubstummen zu ihm und bitten ihn, er möge ihm die Hände
auflegen. Der Heiland erhört ihren Wunsch, und der Mann beginnt zu sprechen und
seine Ohren öffnen sich.
Einmal
begegnet er auf dem Weg zehn Aussätzigen. Aussätzige gelten als aus der
menschlichen Gesellschaft ausgestoßen;
sie werden abgewiesen, wegen der Furcht vor
Ansteckung meidet man sie, alle rücken entsetzt von ihrer Fäulnis ab... So
wagen es auch die zehn Aussätzigen nicht in die Nähe des Herrn ... Sie halten
Abstand. Indem sie aber ihre wenigen Kräfte zusammennehmen, die das Leiden
ihnen gelassen hat, rufen sie von weitem: „Herr, habe Erbarmen mit uns!“ Jesus,
der dereinst am Kreuz selbst der große Aussätzige und in der Eucharistie der große Verlassene sein sollte, zeigt sich ergriffen von
ihrem Elend: „Geht und zeigt euch den Priestern!“, sagt er zu ihnen.
Und
während die Unglückseligen dahingehen, um den Befehl des Meisters auszuführen
... spüren sie, daß sie geheilt sind.
Jesus
erweckt die Toten.
Insgesamt
ruft er drei Tote ins Leben zurück. Und das erstaunlichste aller Wunder ist
seine eigene Auferstehung am Morgen des dritten Tages nach dem schmachvollen
Tod auf Golgotha und seiner Grablegung.
Ebenso
wird er auch uns am Ende der Zeiten wiedererwecken.
Die
Menschen, die wir geliebt haben, unsere Verstorbenen, wird er uns dereinst zwar
in verwandelter, aber dennoch ähnlicher Gestalt zurückgeben und so unsere
Tränen für alle Ewigkeit trocknen. Dann wird es kein Weinen mehr geben, keine
Trennung, keine Trauer, denn die Zeit unseres Elends wird zu Ende sein.
Jesus
beherrscht die Hölle.
Während
der drei Jahre seines öffentlichen Wirkens trifft Jesus wiederholt auf Besessene.
Mit seiner überlegenen Autorität richtet er sich an die Dämonen, befiehlt ihnen
gebieterisch, und die Dämonen beugen sich seiner Stimme, indem sie seine
Gottheit anerkennen ...
Jesus
ist der Herr des übernatürlichen Lebens.
Er
erweckt tote Seelen zum Leben und gibt ihnen die verlorene Gnade zurück. Und um
zu beweisen, daß er tatsächlich diese göttliche Kraft besitzt, heilt er einen
Gelähmten.
„Was ist wohl leichter“, fragte er die ihn umgebenden Schriftgelehrten, „zu
dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh
auf, nimm dein Bett und geh umher? Ihr sollt aber wissen, daß der Menschensohn
Macht hat, Sünden zu vergeben auf Erden`. Und er sprach zu dem Gelähmten: ´Ich
sage dir: Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause!`“
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Es wäre also angebracht, längere Zeit über die
staunenswerte Macht Jesu nachzudenken. Wenn es darum geht, diese Macht in
unseren Dienst zu stellen, zögert der Meister nie.
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