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P. Thomas de Saint Laurent
Das Buch vom Vertrauen

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  • III
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III

 

Gott sorgt für unsere Bedürfnisse.

„Sorget euch nicht!“ sagt der Herr.

Was will er wohl mit diesem Rat genau sagen? ...

Sollen wir, um dem Hinweis des Meisters zu gehorchen, die zeitlichen Geschäfte völlig aufgeben? ...

Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Gnade manchmal von bestimmten Seelen das Opfer einer strikten Armut verlangt, damit sie sich ganz der göttlichen Vorsehung anvertrauen. Diese Berufungen sind jedoch bemerkenswert selten. Alle anderen, seien es Religionsgemeinschaften oder Einzelne, besitzen Güter, die sie klug zu verwalten haben.

Der Heilige Geist lobt die starke Frau, die es versteht, gut ihr Haus zu führen. Er stellt sie uns im Buch der Sprüche vor, wie sie früh aufsteht, um Knechten und Mägden ihre Aufgaben zuzuteilen und auch mit eigenen Händen zu arbeiten. Nichts entgeht ihrer Aufmerksamkeit. Die ihr Anvertrauten haben nichts zu fürchten: Dank ihrer Voraussicht erhalten alle das Notwendige, das Angenehme und sogar einen mäßigen Luxus. Ihre Söhne preisen sie glücklich und ihr Gatte rühmt ihre Tugenden. 2

Die Wahrheit hätte diese Frau nicht so lebhaft gelobt, wenn sie nicht ihrer Pflicht nachgekommen wäre.

Wir brauchen uns also nicht zu beunruhigen; wenn wir uns auf vernünftige Art und Weise um unsere Pflichten kümmern, sollen wir uns nicht von düsteren Zukunftsaussichten ängstigen lassen und ohne Zögern mit der Hilfe der göttlichen Vorsehung rechnen.

Das hat nichts mit Illusionen zu tun! Ein solches Vertrauen erfordert eine große Seelenkraft. Es gilt beide Klippen zu meiden: den Mangel und das Übermaß. Wer leichtsinnigerweise seine Pflichten und Geschäfte vernachlässigt, kann keine besondere Hilfe erwarten, es sei denn, er will Gott versuchen. Wer den materiellen Sorgen den ersten Platz in seinem Denken einräumt, wer mehr mit sich selbst als mit Gott rechnet, täuscht sich noch mehr; er nimmt dem Allerhöchsten den Platz weg, der ihm in unserem Leben zusteht.

„In medio stat virtus“: Zwischen den Extremen liegt die Pflicht.

Wenn wir unsere Interessen nicht klug wahrgenommen haben, wird uns die Sorge um die Zukunft die Macht und die Güte Gottes verkennen und unterschätzen lassen.

Während der langen Jahre in der Wüste brachte ein Rabe dem heiligen Paulus, dem Eremiten, täglich ein halbes Brot. Eines Tages besuchte der heilige Antonius den berühmten Einsiedler. Die beiden Heiligen waren so in ihr Gespräch vertieft, daß sie in ihren frommen Betrachtungen die notwendige Nahrung vergaßen. Doch die Vorsehung vergaß sie nicht: Der Rabe kam wie immer geflogen, brachte diesmal aber ein ganzes Brot!

Der himmlische Vater hat das ganze Weltall mit einem einzigen Wort geschaffen; wie kann es ihm da schwer sein, seinen Kindern im Notfall beizustehen?... 

Der heilige Kamillus von Lellis hatte Schulden gemacht, um seine armen Kranken versorgen zu können. Seine Ordensbrüder waren ganz aufgeregt. Er aber beruhigte sie mit den Worten: „Warum sollten wir an der Vorsehung zweifeln? Glaubt ihr etwa, daß es dem Herrn schwer fällt, uns einige von den Gütern zu verschaffen, mit denen er Juden und Türken, beide Feinde unseres Glaubens, überhäuft hat?“ 3 Das Vertrauen des heiligen Kamillus wurde nicht enttäuscht; einen Monat später hinterließ ihm ein sterbender Gönner eine beträchtliche Summe.

Die Sorge um die Zukunft bedeutet Mißtrauen, das Gott beleidigt und seinen Zorn hervorruft.

Als die Hebräer aus Ägypten geflohen waren und sich inmitten der Wüste verloren sahen, vergaßen sie die Wunder, die Jahweh für sie vollbracht hatte... Angst überkam sie, sie fingen an zu murren ... „Ist Gott wohl imstande, einen Tisch in der Wüste zu decken? ... Kann er auch Brot verleihen oder verschafft er seinem Volke fleischliche Nahrung?“  Diese Worte ärgerten den Herrn. Er warf Feuer vom Himmel auf sie; sein Zorn entbrannte gegen Israel, „denn sie glaubten nicht an Gott, sie vertrauten nicht seiner hilfreichen Tat“. 4

Also keine unnötigen Sorgen: Der Vater behütet uns.

 




2 Sprüche, XXXI, 10-28.



3 Kleine Bolandisten, Bd. VIII, 18. Juli.



4 Numquid poterit Deus parare mensam in deserto? ... Numquid et panem poterit dare aut mensam parare populo suo? Et ignis accensus est in Jacob, et ira ascendit in Israel, quia non crediderunt in Deo, nec speraverunt in salutari ejus. Psalmen, LXXVII, 19-22.






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