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| P. Thomas de Saint Laurent Das Buch vom Vertrauen IntraText CT - Text |
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I
Der Weise baut sein Haus auf Fels; weder Überschwemmungen, noch Regen, noch Unwetter können es zerstören. Damit auch das Gebäude unseres Vertrauens allen Prüfungen widerstehen kann, muß es auf unerschütterlichem Fundament stehen. „Wollt ihr wissen,“ fragt der heilige Franz von Sales, „was für ein Fundament unser Vertrauen haben soll. Es muß auf der unendlichen Barmherzigkeit Gottes aufgebaut sein und auf den Verdiensten des Todes und des Leidens unseres Herrn Jesus Christus; und von unserer Seite muß der feste, umfassende Entschluß dazukommen, ganz Gott zu gehören und uns völlig und vorbehaltlos seiner Vorsehung anzuvertrauen.“ 1 Zu groß ist die Anzahl der Hoffnungsgründe, als daß wir sie hier alle aufführen könnten. Wir werden daher nur die näher untersuchen, die uns die Menschwerdung des Wortes und die heilige Gestalt des Erlösers anbieten. Außerdem ist Christus in Wahrheit der Eckstein2, auf den sich unser geistliches Leben vor allem zu stützen hat. Was für ein Vertrauen würde uns das Geheimnis der Menschwerdung einflößen, wenn wir uns die Mühe machen würden, uns weniger oberflächlich mit ihm zu beschäftigen! ... Wer ist dieses Kind, das da in der Krippe weint, wer ist dieser Heranwachsende, der da in Nazareth in der Werkstatt arbeitet, dieser Prediger, dem Tausende begeistert lauschen, dieser Wundertätige, der zahllose Wunder vollbringt, dieses unschuldige Opfer, das am Kreuz stirbt? Es ist der Sohn des Allerhöchsten, ewig und Gott wie der Vater ... Es ist der seit langem erwartete Emmanuel, den der Prophet „Wunder-Rat, Gott-Held, Friedens-Fürst“ 3 nennt. Oft vergessen wir aber, daß Jesus unser Eigentum ist. Er gehört uns im wahrsten Sinne des Wortes: Wir haben unvergängliche Rechte auf ihn, denn der himmlische Vater hat ihn uns gegeben. Die Heilige Schrift sagt dazu: „Der Sohn Gottes wurde uns geschenkt“ 4. Und auch der heilige Johannes schreibt in seinem Evangelium: „Denn so liebte Gott die Welt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab“ 5. Wenn uns Christus also gehört, haben wir auch ein Recht auf die unendlichen Verdienste seines Wirkens, seiner Leiden und seines Todes. Wie könnten wir unter diesen Bedingungen den Mut verlieren? Indem er uns seinen Sohn ausgeliefert hat, hat uns der himmlische Vater die Fülle aller Güter geschenkt. Es liegt an uns, diesen kostbaren Schatz zu nutzen. Wenden wir uns also mit heiliger Dreistigkeit an den Himmel, und bitten wir ohne Zögern im Namen unseres Erlösers um die Gnaden, die wir uns erwünschen. Bitten wir um zeitlichen Segen, vor allem aber um die Unterstützung der Gnade. Für unser Vaterland bitten wir um Frieden und Wohlstand, für die Kirche um Frieden und Freiheit. Ein solches Gebet wird mit Sicherheit erhört. Versuchen wir aber nicht mit Gott Geschäfte zu machen, wenn wir so vorgehen? Im Austausch für die erwünschten Güter bieten wir ihm seinen eigenen, eingeborenen Sohn an. Und bei diesem Geschäft können wir Gott gar nicht übervorteilen: Wir geben ihm unendlich mehr, als wir von ihm erhalten. Wenn wir also mit einem Glauben beten, der Berge versetzt, wird unser Gebet so wirksam sein, daß es, wenn nötig, auch die außerordentlichsten Wunder erwirkt.
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1 Les vrais entretiens spirituels. Ed. de Annecy, Bd. VI, S. 30. 2 Vgl. Offenbarung, IV, 11. 3 Admirabilis ... Deus fortis ... Princeps pacis. Isaias, IX, 6. 4 Filius datus est nobis. Isaias, IX, 6. 5 Deus dilexit mundum ut Filium suum unigenitum daret. Sic enim. Johannes, III, 16. |
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