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| P. Thomas de Saint Laurent Das Buch vom Vertrauen IntraText CT - Text |
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IV
Mit diesem Vertrauen beteten die Heiligen, und deswegen erwies sich Gott ihnen gegenüber von einer unendlichen Großzügigkeit. Der Abt Sisois, heißt es im „Leben der Väter“, betete eines Tages für einen seiner Anhänger, den die Gewalt der Versuchung niedergestreckt hatte. „Ob du willst oder nicht“, sprach er zu Gott, „ich werde nicht von dir ablassen, bis du ihn geheilt hast.“ Und die Seele des armen Bruders gewann Gnade und Gleichmut zurück. 21 Der Herr ließ sich dazu herab, der heiligen Gertrud zu offenbaren, daß ihr Vertrauen dem göttlichen Herzen derart Gewalt antat, daß er sich gezwungen sah, ihr alles zu gewähren. Und er fügte noch hinzu, daß sie damit die Anforderungen seiner Güte und seiner Liebe zu ihr erfüllte. Eine Freundin dieser Heiligen betete schon seit einiger Zeit, ohne Erhörung zu finden. Da eröffnete ihr der Heiland: „Ich habe deine Bitten abgeschlagen, weil du nicht ein solches Vertrauen in meine Güte hast wie meine getreue Gertrud. Ihr werde ich nie abschlagen, was sie erbittet.“ 22 Sehen wir schließlich, wie die heilige Katharina von Siena nach dem Zeugnis des seligen Raimund von Capua, ihres Beichtvaters, betete. „Herr“, sagte sie, „ich werde dir so lange zu Füßen und in deiner Gegenwart bleiben, bis deine Güte mir meinen Wunsch erfüllt hat, bis es dir gefällt, das zu tun, worum ich dich bitte.“ „Herr“, sprach sie weiter, „ich will, daß du mir das ewige Leben für alle diejenigen versprichst, die ich liebe.“ Danach streckte sie ihre Hand mit bewundernswerter Dreistigkeit dem Tabernakel entgegen und fügte hinzu: „Herr, lege deine Hand in meine! Ja, gib mir einen Beweis dafür, daß du mir gewährst, worum ich dich bitte!...“ Mögen uns diese Beispiele dazu anregen, uns in die Tiefe der Seele zurückzuziehen und unser Gewissen ein wenig zu prüfen. Mit einem frommen Autor richten wir an uns selbst die folgende Frage: „Haben wir in unsere Bitten ein volles Vertrauen hineingelegt, ein bißchen von dieser Unbedingtheit des Kindes, das seine Mutter um den gewünschten Gegenstand bittet? Von der Unbedingtheit der armen Bettler, die uns verfolgen und die, gerade weil sie uns nicht in Ruhe lassen, das erreichen, was sie wollen? Vor allem aber von der gleichzeitig respekt- und vertrauensvollen Unbedingtheit der Heiligen in ihrem Bitten?...“ 23
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21 Vitae Patrum, Buch VI. 22 Saint-Jure: De la connaissance et de l’amour de J. C., Bd. III, S. 27. 23 Sauvé, Jesus intime, Bd. II, S. 428. |
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