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A.III.35
Drei Himmelsboten
Sahest du, o Mensch, nicht unter
den Menschen den ersten Himmelsboten erscheinen? Sahest du nie eine Frau oder
einen Mann von 80, 90 oder 100 Jahren, abgelebt, gekrümmt wie Dachsparren,
gebückt, auf eine Krücke gestützt, schlotternden Ganges dahinschleichend,
siech, mit verwelkter Jugend, mit abgebrochenen Zähnen und ergrauten Haaren,
oder kahl, mit wackelndem Kopfe, voller Runzeln, die Glieder mit Flecken
bedeckt? Und dachtest du da nicht, o Mensch, der du Verstand besitzest und alt
genug bist: ,Auch ich bin dem Alter unterworfen, kann dem Alter nicht entgehen.
So laß mich denn Gutes tun in Werken, Worten und Gedanken'? O Mensch, aus
Leichtsinn hast du weder in Werken, Worten, noch Gedanken Gutes getan.
Wahrlich, o Mensch, jene böse Tat
wurde weder von deiner Mutter getan, noch von deinem Vater, deinem Bruder,
deiner Schwester, noch von deinen Freunden und Genossen, deinen Vettern und
Blutsverwandten, noch von Geistern, Asketen oder Priestern. Du allein hast jene
böse Tat begangen, du allein sollst deren Frucht erfahren.
Sahest du, O Mensch, nicht unter
den Menschen den zweiten Himmelsboten erscheinen? Sahest du nie unter den Menschen
eine Frau oder einen Mann, krank, elend, schwer leidend, sich im eigenen Kot
und Urin umher wälzend, der von anderen aufgerichtet, von anderen niedergelegt
werden muß? Und dachtest du da nicht, O Mensch, der du Verstand besitzest und
alt genug bist: ,Auch ich bin der Krankheit unterworfen, kann der Krankheit
nicht entgehen. So laß mich denn Gutes tun in Werken, Worten und Gedanken'? . .
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Sahest du, o Mensch, nicht unter
den Menschen den dritten Himmelsboten erscheinen? Sahest du nie unter den
Menschen eine Frau oder einen Mann, einen oder zwei oder drei Tage nach dem
Tode, aufgeschwollen, blau verfärbt, mit Eiter bedeckt? Und dachtest du da
nicht, o Mensch, der du Verstand besitzest und alt genug bist: ,Auch ich bin
dem Tode unterworfen, kann dem Tode nicht entgehen. So laß mich denn Gutes tun
in Werken, Worten und Gedanken'? O Mensch, aus Leichtsinn hast du weder in
Werken, Worten noch Gedanken Gutes getan. Wahrlich, o Mensch, jene böse Tat
wurde weder von deiner Mutter getan, noch von deinem Vater, deinem Bruder,
deiner Schwester, noch von deinen Freunden und Genossen, deinen Vettern und
Blutsverwandten, noch von Geistern, Asketen oder Priestern. Du allein hast jene
böse Tat begangen, du allein sollst deren Frucht erfahren.
Obige drei Himmelsboten (deva-dúta)
findet man in den buddhistischen Ländern vielfach bildlich dargestellt. In Majjhima-Nikaya 130 finden sich neben diesen dreien noch zwei
weitere, nämlich Geburt und Bestrafung von Übeltätern.
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