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D.22
ENTSTEHUNG DES BEGEHRENS
Wo aber entsteht dieses Begehren,
wo faßt es Wurzel? Bei den lieblichen und angenehmen Dingen in der Welt, da
entsteht dieses Begehren, da faßt es Wurzel.
Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper,
Geist; Formen, Töne, Düfte, Säfte, Körpereindrücke und Geistobjekte sind etwas
Liebliches und Angenehmes. Bewußtsein, Bewußtseinseindruck, aus dem
Bewußtseinseindruck entstandenes Gefühl, Wahrnehmung, Wille, Begehren,
Gedankenfassen und Überlegen, die durch Formen, Töne, Düfte, Säfte,
Körpereindrücke und Geistobjekte bedingt sind, all diese sind etwas Liebliches
und Angenehmes. Da entsteht dieses Begehren, da faßt es Wurzel.
M.38
Hat da einer mit dem Auge eine
Form wahrgenommen, mit dem Ohre einen Ton, mit der Nase einen Duft, mit der
Zunge einen Saft, mit dem Körper einen Körpereindruck, mit dem Geiste ein
Geistobjekt, so faßt er bei einem lieblichen Objekt Zuneigung, und bei einem
unliebsamen Objekt fühlt er Abneigung.
BEDINGTE ENTSTEHUNG
Was immer er für ein Gefühl (vedaná)
empfindet—angenehm, unangenehm oder indifferent — das billigt und pflegt er und
klammert sich daran (= "Begehren"). Während er aber das Gefühl
billigt, pflegt und sich daran klammert, steigt in ihm Neigung auf. Die Neigung
aber zu den Gefühlen, diese gilt als das "Anhaften" (upádána);
durch Anhaften aber bedingt ist dieser (gegenwärtige) Werdeprozeß (bhava),
durch den (karmischen) Werdeprozeß bedingt ist die (Wieder-)Geburt (játi),
durch die Geburt aber bedingt entstehen Altern und Sterben, Sorge, Jammer,
Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. Also kommt es zur Entstehung dieser ganzen
Leidensfülle.
Die Reihe der
"Bedingten Entstehung" (paticca-samuppáda), die in diesem
Text nur teilweise wiedergegeben wird, mag also als eine ausführliche
Darstellung der 2. Wahrheit angesehen werden.
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