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Wort des Buddha

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  • VIERTE WAHRHEIT
      • 47
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47

 

ACHTFACHER PFAD

Was aber ist jener mittlere Pfad? Es ist jener edle Achtfache Pfad, nämlich:

1. rechte Erkenntnis (sammá-ditthi)

III. Wissen (paññá)

2. rechte Gesinnung (sammá-sankappa)

3. rechte Rede (sammá-vácá)

I. Sittlichkeit (síla)

4. rechtes Tun (sammá-kammanta)

5. rechter Lebensunterhalt (sammá-ájíva)

6. rechte Anstrengung (sammá-vayáma)

II. Sammlung (samádhi)

7. rechte Achtsamkeit (samma-sati)

8. rechte Sammlung (sammá-samádhi)

Das also, ihr Jünger, ist der mittlere Pfad, den der Vollendete aufgefunden hat, der sehend und wissend macht und zum Frieden, zur Durchschauung, Erleuchtung und zum Nirwahn führt.

M.139

Frei von Schmerzen und Qualen ist dieser Pfad, frei von Verzweiflung und Bedrängnis, der rechte Pfad.

 

Da der Charakter des Edlen Achtfachen Pfades häufig missverstanden wurde, sind hier einige erklärende Worte angebracht.

Die bildhafte Bezeichnung als ein "Pfad" oder "Weg" darf nicht dahin missverstanden werden, daß man die einzelnen Stufen dieses Weges in der gegebenen Reihenfolge, eine nach der anderen, zurückzulegen hat, wie es häufig dargestellt wird. Wenn dem wirklich so wäre, dann müßte man als allererstes rechte Erkenntnis und Wahrheitsdurchschauung verwirklicht haben, bevor man daran denken könnte, rechte Gesinnung, rechte Rede usw. zu erreichen. In Wirklichkeit aber werden die die Sittlichkeits-Gruppe (síla) bildenden Glieder (3—5) als erstes zur Vollendung gebracht, dann die als Geistesschulung oder Sammlung (samádhi) geltenden Glieder (6—8) und zu allerletzt die beiden ersten Glieder (1—2), welche die Gruppe der Weisheit (paññá) bilden.

Ein anfängliches Mindestmaß von rechter Erkenntnis muß freilich vorhanden sein, um überhaupt einen wohlbegründeten Antrieb zum Beschreiten des Pfades zu geben; und es ist ferner erforderlich, damit die anderen Pfadglieder, ihre eigentliche Funktion, wirksam zur Befreiung zu verhelfen, erfüllen können. Aus diesem Grunde, und um die Wichtigkeit dieses Faktors zu betonen, nimmt rechte Erkenntnis auf dem heiligen Achtfachen Pfade die erste Stufe ein.

Doch dieses keimhafte Verständnis muß sich erst ganz allmählich mit Hilfe der anderen Pfadglieder bis zu jenem höchsten Hellblick (vipassaná) entwickeln, der die unmittelbare Bedingung bildet zum Eintritt in die vier überweltlichen Stufen oder Pfade der Heiligkeit und zur Verwirklichung des Nirwahns. Nur im Falle dieses überweltlichen Hellblicks sind alle übrigen Glieder als bloße Symptome, Begleiterscheinungen oder Äußerungen der Erkenntnis zu werten.

Rechte Erkenntnis bildet somit Anfang und Ende der gesamten Buddha-Lehre.




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