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S.12.59
Was es daher an Körperlichkeit gibt, an Gefühl, Wahrnehmung,
Geistesformationen und Bewußtsein, ob vergangen, gegenwärtig oder zukünftig,
eigen oder fremd, grob oder fein, gemein oder erhaben, fern oder nahe, davon
sollte man der Wirklichkeit gemäß und mit rechter Einsicht also erkennen: ,Das
gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Ich'.
Um diese Ichlosigkeit und äußerste Leere des Daseins zu zeigen, zitiert
Vis. XVI die
folgenden Verse:—
,Bloß Leiden gibt es, doch kein
Leidender ist da.
Bloß Taten gibt es, doch kein
Täter findet sich.
Erlösung gibt es, doch nicht den
erlösten Mann.
Den Pfad gibt es, doch keinen
Wand'rer sieht man da.'
D. 9
Sollte man mich fragen, ob ich in der Vergangenheit gewesen sei oder nicht,
ob ich in der Zukunft sein werde oder nicht, ob ich jetzt sei oder nicht, so würde
ich auf solche Frage die Antwort geben: ,Wohl bin ich in der Vergangenheit
gewesen, und nicht bin ich nicht gewesen; wohl werde ich in der Zukunft sein,
und nicht werde ich nicht sein; wohl bin ich jetzt, und nicht bin ich nicht':
so würde ich die Frage beantworten ... In der Vergangenheit war mein
vergangenes Dasein wirklich, unwirklich das zukünftige und gegenwärtige Dasein.
In der Zukunft wird mein zukünftiges Dasein wirklich sein, unwirklich aber das
vergangene und gegenwärtige Dasein. Jetzt ist mein gegenwärtiges Dasein
wirklich, unwirklich das vergangene und zukünftige Dasein! .
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