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ZEHNFACHER SEGEN
M.119
Hat man nun, ihr Jünger, diese Achtsamkeit auf den Körper geübt, entfaltet, M.119
häufig erweckt, als Werkzeug und Grundlage genommen, befolgt, sich völlig damit
vertraut gemacht, sie zur Vollendung gebracht, so mag man einen zehnfachen
Segen erwarten: —Über Lust und Unlust hat man Gewalt, läßt sich nicht von der
Unlust bezwingen; die aufgestiegene Unlust überwindend verweilt man.
Über Furcht und Schrecken hat man Gewalt, läßt sich nicht davon bezwingen;
aufgestiegene Furcht und Schrecken überwindend verweilt man.
Man erträgt geduldig Hitze und Kälte, Hunger und Durst, Wind und Sonne,
sowie Belästigung durch Bremsen, Mücken und Kriechtiere; und verletzende und
böse Redeweisen, sowie aufgestiegene Schmerzgefühle, stechende, scharfe,
bittere, unliebsame, unangenehme und lebensgefährdende hält man standhaft aus.
Die vier Vertiefungen (jhána), die geistesklaren, bei Lebzeiten
beglückenden, gewinnt man nach Belieben, ohne Mühe und Anstrengung.
Die vielartigen magischen Kräfte werden einem zuteil. Mit dem Himmlischen
Ohre, dem geläuterten, übermenschlichen, hört man beiderlei Töne, himmlische
wie menschliche, ferne wie nahe.
Im Geiste durchschaut man die Herzen der anderen Wesen und Personen.
Man erinnert sich an mancherlei frühere Daseinsformen. Mit dem Himmlischen
Auge, dem geläuterten, übermenschlichen, sieht man die Menschen abscheiden und
wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und häßliche, glückliche und
unglückliche; sieht man, wie die Wesen gemäß ihrer Taten wiedergeboren werden.
Nach Versiegung der Triebe gewinnt man die von Trieben freie Gemüts- und
Wissenserlösung, indem man sie schon bei Lebzeiten selber erkannt und
verwirklicht hat.
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