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Der DHAMMA ist die vom Buddha
selber gefundene, verwirklichte und verkündete, auf klarer Erkenntnis der
Wirklichkeit aufgebaute Erlösungslehre. Sie ist niedergelegt in den drei
Hauptteile umfassenden kanonischen Schriften des Buddhismus, dem sogen.
»Drei-Korb« (Ti-Pitaka), bestehend aus:
Vinaya-Pitaka, d. i. der Korb der
Ordenszucht, enthaltend die Regeln des Mönchsordens;
Sutta-Pitaka, d. i. der Korb der Lehrtexte,
enthaltend die eigentliche, in den vier Edlen Wahrheiten zusammengefaßte
Wirklichkeits- und Erlösungslehre in ihrem vollen Umfang;
Abhidhamma-Pitaka, d. i. der Korb der höheren
Lehre, welcher die Lehren des Sutta-Pitaka in streng philosophischer Form
bietet.
Der Dhamma wendet sich
ausschließlich an die eigene Erfahrung und Erkenntnis des Menschen, ist also
keine, einen voraussetzungslosen Glauben verlangende Offenbarungs-Religion. Er
bietet eine erhabene, doch wirklichkeitsnahe Sittenlehre, eine tiefgründige
Analyse der Wirklichkeit, sowie praktische Methoden der Geistesschulung und
Meditation,—kurz, er bietet umfassende, klare und verlässliche Führung auf dem
gesamten Wege der Leid-Befreiung.
Der Dhamma ist eine Lehre, die
gleicherweise das Gemüt wie das Denken befriedigt. Der hier gewiesene Mittlere
Pfad führt hinaus über die ausweglosen und zerstörerischen Extreme in Denken
und Lebensführung und trägt dazu bei, der Buddha-Lehre universelle und für alle
Zeiten gültige Bedeutung zu verleihen.
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