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Wort des Buddha IntraText CT - Text |
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39 Den Willen (cetaná) bezeichne ich als das Wirken (kamma), denn mit dem Willen wirkt man die Tat in Werken, Worten und Gedanken . . . Es gibt Taten, ihr Jünger, die in der Hölle reifen, . . . im Tierschoß reifen, . . . im Gespensterreich reifen, . . . in der Menschenwelt reifen, . . . in der Himmelswelt reifen . . . Dreierlei aber ist das Ergebnis der Taten: entweder bei Lebzeiten reifend, oder in der nächsten Geburt, oder bei einer späteren Gelegenheit. Eigner und Erben ihres Wirkens sind die Wesen, ihrem Wirken entsprungen, mit ihrem Wirken verknüpft, haben ihr Wirken zur Zuflucht und werden das gute und schlechte Wirken, das sie verüben, zum Erbe haben. Und wo immer die Wesen ins Dasein treten, dort werden ihre Taten (kamma) zur Reife kommen. Und wo immer ihre Taten zur Reife kommen, dort werden sie die Früchte jener Taten ernten, sei es in diesem Leben oder im nächsten, oder in irgend einem späteren Leben. Es wird eine Zeit kommen, ihr Jünger, wenn das große Weltmeer versiegt, austrocknet, nicht mehr da ist. Es wird eine Zeit kommen, ihr Jünger, wenn diese gewaltige Erde vom Feuer verzehrt wird, zunichte wird, nicht mehr da ist. Nicht aber, sage ich, ihr Jünger, gibt es ein Ende des Leidens für die von Unwissenheit (avijjá) gehemmten und von Begehren (tanhá) gefesselten Wesen, die diese Daseinsrunde durcheilen, diese Daseinsrunde durchwandern. BEGEHREN Die zweite Edle Wahrheit zeigt, daß die Entstehung des Leidens und der Leidenswelt in uns selber liegt. Damit ist gleichzeitig die Möglichkeit der Erlösung (3. Wahrheit) und eines Weges zu ihr (4. Wahrheit) gegeben. Begehren (tanhá) ist der Urheber des Daseins und des Wiederseins. Dieses Dasein aber ist, wie wir gesehen haben, kein wirkliches, beharrendes "Sein", sondern ein Werdeprozeß (bhava), dessen Verlauf eben durch den Charakter, die Stärke und die Richtung des Begehrens bestimmt wird. KARMA Denn das Begehren ist es, das allem lebensbejahenden Wirken des Menschen (kamma, Skr. karma) zugrunde liegt; und dieses Wirken in Werken, Worten und Gedanken ist es, das je nach seiner Beschaffenheit den Charakter und das Geschick des Menschen bestimmt und ihn die Folgen dieses Wirkens in immer erneuten Existenzen erfahren läßt. Das Dasein oder besser der "Werdeprozeß«, gliedert sich also in einen aktiven, verursachenden Karma-Prozeß (kamma-bhava), und seine Auswirkung, den Wiedergeburts-Prozeß (uppatti-bhava). Auch hier, in der Betrachtung von Karma, darf die Anattá-Lehre nicht außer Acht gelassen werden. Ebenso wie die auf dem Wasserspiegel eines Teiches dahineilende Welle nichts weiter ist als ein durch den Wind erzeugter und sich als fortgesetztes Sichheben und Sichsenken äußernder Vorgang: genau so ist es keine wirkliche Ichheit, die das Meer des Daseins durcheilt, sondern nur ein durch Begehren erzeugter Werdeprozeß, der je nach der Art des karmischen Wirkens bald als Mensch, bald als Tier oder unsichtbares Wesen in Erscheinung tritt, wobei das sich beständig wiederholende Aufleben und Absterben dieser Wesen mit den unaufhörlichen Hebungen und Senkungen des Wassers verglichen werden mag. Die Karma-Lehre hat daher hier, in der Behandlung der 2. Wahrheit von der Leidens-Entstehung, ihren gebührenden Platz. — Es sei nochmals betont, daß Karma das Wirken selber bedeutet und nicht etwa das Ergebnis des Wirkens oder gar des Schicksals des Menschen ist, wie es vielfach angenommen wird. In der buddhistischen Lehre bezeichnet Karma den die Wiedergeburt erzeugenden oder beeinflussenden heilsamen oder unheilsamen Willen (kusala- oder akusala-cetaná), sowie die damit verbundenen Geistesfaktoren. |
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