Der XXI. Artikel. Vom
Dienst der Heiligen.
Vom
Heiligendienst wird von den Unsern also gelehrt, dass man der Heiligen gedenken
soll, auf dass wir unsern Glauben staerken, so wir sehen, wie ihnen Gnade
widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, dass man Exempel
nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Befur, gleichwie die
Kaiserliche Majestaet seliglich und goettlich dem Exempel Davids folgen mag, Kriege
wider den Tuerken zu fuehren; denn beide sind sie in dem koeniglichen Amt,
welches Schutz und Schirm ihrer Untertanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen,
dass man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll. Denn es ist allein
ein einiger Versoehner und Mittler gesetzt zwischen Gott und dem Menschen,
Jesus Christus, 1 Tim. 2, 5, welcher ist
der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fuersprecher
vor Gott, Roem. 8, 34. Und der hat allein zugesagt, dass er unser Gebet
erhoeren wolle. Das ist auch der
hoechste Gottesdienst nach der Schrift, dass man denselben Jesum Christum in
allen Roeten und Anliegen von Herzen suche und anrufe. 1 Joh. 2, 1: "So
jemand suendigt, haben wir einen Fuersprecher bei Gott, der gerecht ist,
Jesum."
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