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Lutheran Hymnals

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"If God Himself Be for Me"
                         Paul Gerhardt, 1607-1676
pp. 370-372
 
 
        1. Ist Gott fuer mich, so trete
        Gleich alles wider mich,
        Sooft ich ruf' und bete,
        Weicht alles hinter sich.
        Hab' ich das Haupt zum Freunde
        Und bin geliebt bei Gott,
        Was kann mir tun der Feinde
        Und Widersacher Rott'?
 
        2. Nun weiss und glaub' ich feste,
        Ich ruehm's auch ohne Scheu,
        Dass Gott der Hoechst' und Beste,
        Mein Freund und Vater sei,
        Und dass in allen Faellen
        Er mir zur Rechten steh'
        Und daempfe Sturm und Wellen
        Und was mir bringet Weh.
 
        3. Der Grund, da ich mich gruende,
        Ist Christus und sein Blut,
        Das machet, dass ich finde
        Das ew'ge wahre Gut.
        An mir und meinem Leben
        Ist nichts auf dieser Erd';
        Was Christus mir gegeben,
        Das ist der Liebe wert.
 
        4. Mein Jesus ist mein' Ehre,
        Mein Glanz und helles Licht.
        Wenn der nicht in mir waere,
        So duerft' und koennt' ich nicht
        Vor Gottes Augen stehen
        Und vor dem strengen Sitz;
        Ich muesste stracks vergehen
        Wie Wachs in Feuershitz'.
 
        5. Mein Jesus hat geloeschet,
        Was mit sich fuehrt den Tod;
        Der ist's, der mich rein waeschet,
        Macht schneeweiss, was ist rot.
        In ihm kann ich mich freuen,
        Hab' einen Heldenmut,
        Darf kein Gerichte scheuen,
        Wie sonst ein Suender tut.
 
        6. Nichts, nichts kann mich verdammen.
        Nichts nimmet mir mein Herz!
        Die Hoell' und ihre Flammen,
        Die sind mir nur ein Scherz.
        Kein Urteil mich erschrecket,
        Kein Unheil mich betruebt,
        Weil mich mit Fluegeln decket
        Mein Heiland, der mich liebt.
 
        7. Sein Geist wohnt mir im Herzen,
        Regieret meinen Sinn,
        Vertreibt mir Sorg' und Schmerzen,
        Nimmt allen Kummer hin,
        Gibt Segen und Gedeihen
        Dem, was er in mir schafft,
        Hilft mir das Abba schreien,
        Aus aller meiner Kraft.
 
        8. Und wenn an meinem Orte
        Sich Furcht und Schwachheit find't,
        So seufzt und spricht er Worte,
        Die unausprechlich sind
        Mir zwar und meinem Munde,
        Gott aber wohl bewusst,
        Der an des Herzens Grunde
        Ersiehet seine Lust.
 
        9. Sein Geist spricht meinem Geiste
        Manch suesses Trostwort zu,
        Wie Gott dem Hilfe leiste,
        Der bei ihm suchet Ruh',
        Und wie er hab' erbauet
        Ein' edle, neue Stadt,
        Da Aug' und Herze schauet,
        Was er geglaubet hat.
 
        10. Da ist mein Teil, mein Erbe
        Mir praechtig zugericht't;
        Wenn ich gleich fall' und sterbe,
        Faellt doch mein Himmel nicht.
        Muss ich auch gleich hier feuchten
        Mit Traenen meine Zeit,
        Mein Jesus und sein Leuchten
        Durchsuesset alles Leid.
 
        11. Wer sich mit dem verbindet,
        Den Satan fleucht und hasst,
        Der wird verfolgt und findet
        Ein' harte, schwere Last
        Zu leiden und zu tragen,
        Geraet in Hohn und Spott,
        Das Kreuz und alle Plagen,
        Die sind sein taeglich Brot.
 
        12. Das ist mir nicht verborgen,
        Doch bin ich unverzagt.
        Dich will ich lassen sorgen,
        Dem ich mich zugesagt,
        Es koste Leib und Leben
        Und alles, was ich hab';
        An dir will ich fest kleben
        Und nimmer lassen ab.
 
        13. Die Welt, die mag zerbrechen,
        Du stehst mir ewiglich,
        Kein Brennen, Hauen, Stechen
        Soll trennen mich und dich,
        Kein Hungern und kein Duersten,
        Kein' Armut, keine Pein,
        Kein Zorn der grossen Fuersten
        Soll mir ein' Hindrung sein.
 
        14. Kein Engel, keine Freuden,
        Kein Thron, kein' Herrlichkeit,
        Kein Lieben und kein Leiden,
        Kein' Angst und Herzeleid,
        Was man nur kann erdenken,
        Es sei klein oder gross,
        Der keines soll mich lenken
        Aus deinem Arm und Schoss.
 
        15. Mein Herze geht in Spruengen
        Und kann nicht traurig sein,
        Ist voller Freud'und Singen,
        Sieht lauter Sonnenschein.
        Die Sonne, die mir lachet,
        Ist mein Herr Jesus Christ;
        Das, was mich singen machet,
        Ist, was im Himmel ist.




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