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Lutheran Hymnals IntraText CT - Text |
"A Pilgrim and a Stranger"
Paul Gerhardt, 1607-1676
pp. 415-416
1. Ich bin ein Gast auf Erden
Und hab' hier keinen Stand;
Der Himmel soll mir werden,
Da ist mein Vaterland.
Hier reis' ich aus und abe;
Dort in der ew'gen Ruh'
Ist Gottes Gnadengabe,
Die schleusst all' Arbeit zu.
2. Was ist mein ganzes Wesen
Von meiner Jugend an
Als Mueh' und Not gewesen?
Solang ich denken kann,
Hab' ich so manchen Morgen,
So manche liebe Nacht
Mit Kummer und mit Sorgen
Des Herzens zugebracht.
3. So ging's den lieben Alten,
An deren Fuss und Pfad
Wir uns noch taeglich halten,
Wenn's fehlt an gutem Rat.
Wie musste sich doch schmiegen
Der Vater Abraham,
Bevor ihm sein Vergnuegen
Und rechte Wohnstatt kam!
4. Wie manche schwere Buerde
Trug Isaak, sein Sohn!
Und Jakob, dessen Wuerde
Stieg bis zum Himmelsthron,
Wie musste der sich plagen!
In was fuer Weh und Schmerz,
In was fuer Furcht und Zagen
Sank oft sein armes Herz!
5. So will ich zwar nun treiben
Mein Leben durch die Welt,
Doch denk' ich nicht zu bleiben
In diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Strassen,
Die zu der Heimat fuehrt,
Da mich ohn' alle Massen
Mein Vater troesten wird.
6. Die Herberg' ist zu boese,
Der Truebsal ist zu viel.
Ach komm, mein Gott, und loese
Mein Herz, wenn dein Herz will!
Komm, mach ein sel'ges Ende
An meiner Wanderschaft,
Und was mich kraenkt, das wende
Durch deinen Arm und Kraft!
7. Da will ich immer wohnen,
Und nicht nur als ein Gast,
Bei denen, die mit Kronen
Du ausgeschmuecket hast.
Da will ich herrlich singen
Von deinem grossen Tun
Und frei von schnoeden Dingen
In meinem Erbteil ruhn.