43. In der afrikanischen
Kultur und Tradition gilt die Rolle der Familie allgemein als grundlegend. Da
der Afrikaner offen ist für diesen Sinn für die Familie, für die
Liebe und Achtung des Lebens, liebt er die Kinder, die voll Freude als ein
Gottesgeschenk angenommen werden. »Die Söhne und Töchter Afrikas
lieben das Leben. Gerade diese Liebe zum Leben läbt sie der Verehrung
der Vorfahren so grobe Bedeutung beimessen. Sie glauben instinktiv, dab jene
Toten weiterleben und in Gemeinschaft mit ihnen bleiben. Ist das nicht
irgendwie eine Vorbereitung auf den Glauben an die Gemeinschaft der
Heiligen? Die Völker Afrikas achten das Leben, das empfangen und
geboren wird. Sie freuen sich über dieses Leben. Sie lehnen den Gedanken
ab, es dürfe zerstört werden, auch wenn die sogenannten
?fortschrittlichen Zivilisationen' sie in diese Richtung drängen
möchten. Lebensfeindliche Praktiken aber werden ihnen durch
Wirtschaftssysteme auferlegt, die dem Egoismus der Reichen dienen«.50 Die
Afrikaner bekunden Achtung für das Leben bis zu seinem natürlichen
Ende und halten für alte Menschen und Angehörige einen Platz im
Schobe der Familie bereit.
Die afrikanischen Kulturen besitzen einen
scharfen Sinn für Solidarität und Gemeinschaftsleben. Ein Fest wird
in Afrika nur mit der ganzen Dorfgemeinschaft vorbereitet und begangen. Das
Gemeinschaftsleben in den afrikanischen Gesellschaften ist tatsächlich
Ausdruck der Grobfamilie. Ich bete inbrünstig darum und bitte darum zu
beten, dab Afrika dieses kostbare kulturelle Erbe für immer bewahren und
nie der Versuchung des Individualismus erliegen möge, der seinen besten
Traditionen so fremd ist.
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