Intensive
Evangelisierung
47. Die erste grundlegende Feststellung der
Synodenväter betrifft den Hunger der afrikanischen Völker nach Gott. Um
eine entsprechende Erwartung nicht zu enttäuschen, müssen die Glieder
der Kirche vor allem ihren Glauben vertiefen.54 Denn gerade weil sie
Trägerin der Evangelisierung ist, mub die Kirche »damit beginnen, sich
selbst zu evangelisieren«.55 Sie mub die Herausforderung aufgreifen, die
enthalten ist »in diesem Thema von der Kirche, die sich durch eine
beständige Bekehrung und Erneuerung selbst evangelisiert, um die Welt
glaubwürdig zu evangelisieren«.56
Die Synode hat Kenntnis genommen von der
dringenden Notwendigkeit, in Afrika Millionen von Menschen, die noch nicht
evangelisiert sind, die Frohe Botschaft zu verkünden. Sicher respektiert
und schätzt die Kirche die nichtchristlichen Religionen, zu denen sich
unzählige Menschen auf dem afrikanischen Kontinent bekennen, da sie ja
lebendiger Ausdruck der Seele breiter Bevölkerungsgruppen sind. Doch
»weder die Achtung und Wertschätzung gegenüber diesen Religionen noch
die Vielschichtigkeit der aufgeworfenen Fragen können für die Kirche
eine Aufforderung darstellen, eher zu schweigen als Jesus Christus vor den
Nichtchristen zu verkünden. Im Gegenteil, die Kirche ist der Auffassung,
dab diese vielen Menschen das Recht haben, den Reichtum des Geheimnisses
Christi (vgl. Eph 3,8) kennenzulernen, worin, nach unserem Glauben, die
Menschheit in unerschöpflicher Fülle alles das finden kann, was sie
suchend und tastend über Gott, über den Menschen und seine
Bestimmung, über Leben und Tod und über die Wahrheit in Erfahrung zu
bringen sucht«.57
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