54. Noch eine letzte Frage
drängt sich auf: Hat die Kirche in Afrika die Laien genügend
dafür ausgebildet, ihre Verantwortlichkeiten im zivilen Leben sachkundig
wahrzunehmen und die gesellschaftlich-politischen Probleme im Lichte des
Evangeliums und des Glaubens an Gott zu bedenken? Das ist zweifellos eine
Aufgabe, die die Christen herausfordert; auf das Gesellschaftsgefüge einen
Einflub auszuüben, der nicht nur die Denkweisen, sondern die eigentlichen
Strukturen der Gesellschaft so umwandeln soll, dab sich darin Gottes Pläne
bezüglich der menschlichen Familie besser widerspiegeln. Gerade deshalb
habe ich für die Laien eine vollständige Ausbildung gewünscht,
die ihnen dazu verhilft, ein völlig kohärentes Leben zu führen.
Der Glaube, die Hoffnung und die Liebe müssen für das Verhalten des
echten Jüngers Christi in jeder seiner Handlungen, Situationen und
Verantwortlichkeiten richtunggebend sein. Da »evangelisieren besagt, die
Frohbotschaft in alle Bereiche der Menschheit zu tragen, sie durch deren
Einflub von innen her umzuwandeln und die Menschheit selbst zu erneuern«,68
müssen die Christen dazu ausgebildet werden, die sozialen Auflagen des
Evangeliums so zu leben, dab ihr Zeugnis zu einer prophetischen Herausforderung
gegenüber allem wird, was dem wahren Wohl der Menschen Afrikas wie jedes
anderen Erdteils schadet.
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