Verkündigung
57. »Die Synode erinnert daran, dab
Evangelisieren besagt, durch das Wort und das Leben die Frohbotschaft von Jesus
Christus zu verkünden, der gekreuzigt wurde, gestorben und auferstanden
ist, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist«.76 Dem von allen Seiten von
aufbrechendem Hab und Gewalt, von Konflikten und Kriegen erdrückten Afrika
sollen die Verkünder des Evangeliums die im Ostergeheimnis verwurzelte
Hoffnung auf das Leben verkünden. Jesus hat gerade zu dem Zeitpunkt,
als sein Leben menschlich gesprochen zum Scheitern verurteilt zu sein schien,
die Eucharistie, das »Unterpfand der ewigen Herrlichkeit«,77 eingesetzt, um
seinen Sieg über den Tod in Zeit und Raum zu verewigen. Deshalb wollte
sich die Sonderversammlung für Afrika zu diesem Zeitpunkt, da sich der
afrikanische Kontinent in verschiedener Hinsicht in einer kritischen Lage
befindet, als »Synode der Wiedererstehung, Synode der Hoffnung«
vorstellen [...] . »Christus, unsere Hoffnung, lebt, auch wir werden leben!«.78
Afrika ist nicht dem Tod, sondern dem Leben geweiht!
Daher mub sich »die Neuevangelisierung auf
die Begegnung mit der lebendigen Person Christi konzentrieren«.79 »Die
Erstverkündigung mub das Ziel haben, dieses erschütternde und
begeisternde Erleben Christi, der uns anzieht und mitreibt, schlieblich in ein
Abenteuer des Glaubens zu verwandeln«.80 Eine Aufgabe, die auf einzigartige
Weise dadurch erleichtert wird, dab »der Afrikaner von seinem Leben und seiner
traditionellen Religion her an Gott, den Schöpfer, glaubt. Er ist daher
auch offen für die vollständige und endgültige Offenbarung
Gottes in Jesus Christus, Gott-mit-uns, fleischgewordenes Wort. Jesus, die
Frohe Botschaft, ist Gott, der den Afrikaner [...] aus Unterdrückung und
Sklaverei rettet«.81
Die Evangelisierung mub »den Menschen und
die Gesellschaft auf allen Bereichen ihres Daseins erreichen. Sie äubert
sich in verschiedenen Aktivitäten, insbesondere in den
Betätigungsfeldern, die von der Synode ausdrücklich in Betracht
gezogen wurden: Verkündigung, Inkulturation, Dialog, Gerechtigkeit und
Frieden, soziale Kommunikationsmittel«.82
Damit diese Mission vollständig
gelingt, mub »bei der Evangelisierung die eindringliche Anrufung des Heiligen
Geistes erfolgen, auf dab sich ein ständiges Pfingsten ereigne, in dem,
wie schon beim ersten Pfingsten, Maria ihren Platz haben wird«.83 In der Tat
führt die Kraft des Heiligen Geistes die Kirche in die ganze Wahrheit ein
(vgl. Joh 16, 13) und läbt sie auf die Welt zugehen, damit sie mit
vertrauensvoller Gewibheit Zeugnis gibt von Christus.
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