58. Das Wort, das aus dem
Mund Gottes kommt, ist lebendig und kraftvoll und kehrt nie leer zu ihm
zurück (vgl. Jes 55, 11; Hebr 4, 12-13). Man mub es daher
unaufhörlich verkünden, bei jeder Gelegenheit »dafür eintreten,
ob man es hören will oder nicht [...] in unermüdlicher und geduldiger
Belehrung« (2 Tim 4, 2). Das zuerst der Kirche anvertraute geschriebene
Wort Gottes »darf nicht eigenmächtig ausgelegt werden« (2 Petr 1,
20); seine authentische Auslegung ist Sache der Kirche.84
Um zu erreichen, dab das Wort Gottes
bekannt, geliebt, bedacht und im Herzen der Gläubigen bewahrt werde (vgl. Lk
2, 19.51), ist es notwendig, die Anstrengungen für einen erleichterten
Zugang zur Heiligen Schrift zu intensivieren, speziell durch Gesamt- oder
Teilübersetzungen der Bibel, die möglichst in Zusammenarbeit mit den
anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften erstellt werden und von
Leseanleitungen für das Gebet und das Studium des Textes in Familie und
Gemeinde begleitet sein sollen. Auberdem gilt es, für die Mitglieder des
Klerus, für die Ordensleute, für die Katechisten und für die
Laien im allgemeinen die Bibelausbildung zu fördern; für
entsprechende Wortgottesdienste zu sorgen; das Bibelapostolat zu fördern
mit Hilfe des biblischen Zentrums für Afrika und Madagaskar und anderer
ähnlicher Einrichtungen, die auf allen Ebenen Unterstützung
verdienen. Kurz gesagt, man wird trachten müssen, allen Gläubigen von
Kindheit an die Heilige Schrift in die Hand zu geben.85
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