Kriterien und Bereiche
der Inkulturation
62. Das ist eine schwierige und heikle
Aufgabe, denn sie stellt die Treue der Kirche zum Evangelium und zur
apostolischen Überlieferung in der ständigen Entwicklung der Kulturen
in Frage. Zu Recht haben die Synodenväter daher bemerkt: »Was die raschen
kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen
betrifft, so werden unsere Ortskirchen an einem immer wieder erneuerten
Inkulturationsprozeb arbeiten und dabei folgende zwei Kriterien beachten
müssen: die Vereinbarkeit mit der christlichen Botschaft und die
Gemeinschaft mit der Universalkirche [...]. Auf jeden Fall wird man dafür
sorgen müssen, jeden Synkretismus zu vermeiden«.96
»Als Weg zu einer vollständigen
Evangelisierung zielt die Inkulturation darauf ab, den Menschen in die Lage zu
versetzen, angesichts der vollen Anhänglichkeit an Gottvater und eines
heiligmäbigen Lebens durch die Wirkung des Heiligen Geistes Jesus Christus
in die Gesamtheit des persönlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und
politischen Daseins aufzunehmen«.97
Indem die Synode Gott für die
Früchte dankte, die die Anstrengungen der Inkulturation für das Leben
der Kirchen des Kontinents, besonders für die alten orientalischen Kirchen
Afrikas bereits erbracht haben, empfahl sie »den Bischöfen und allen
Bischofskonferenzen, dem Umstand Rechnung zu tragen, dab die Inkulturation
sämtliche Bereiche des Lebens der Kirche und der Evangelisierung
einbezieht: Theologie, Liturgie, Leben und Aufbau der Kirche. Das alles
unterstreicht, dab es einer Untersuchung im Bereich der afrikanischen Kulturen
in ihrer ganzen Komplexität bedarf«. Aus diesem Grund hat die Synode die
Hirten aufgefordert, »sich weitestgehend die vielfältigen
Möglichkeiten zunutze zu machen, die die derzeitige Disziplin der Kirche
diesbezüglich bereits vorsieht«.98
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