Dialog
65. »Die
Dialoghaltung ist die Verhaltensweise des Christen innerhalb seiner
Gemeinschaft sowie gegenüber den anderen Gläubigen und Menschen guten
Willens«.107 Der Dialog mub yor allem in der Kirhe als Familie gepflegt
werden, und zwar auf allen Ebenen: zwischen Bischöfen, Bischofskonferenzen
oder Versammlungen der Hierarchie und Apostolischem Stuhl, zwischen den
Bischofskonferenzen bzw. Bischofsversammlungen der verschiedenen Nationen
desselben Kontinents und jenen der anderen Kontinente und in jeder Teilkirche zwischen
dem Bischof, dem Presbyterium, den Ordensleuten, den pastoralen Mitarbeitern
und den gläubigen Laien; sowie auch zwischen den verschiedenen Riten
innerhalb ein und derselben Kirche. S.E.C.A.M. soll für seine Ausstattung
»mit Strukturen und Mitteln« sorgen, »die die Ausübung dieses Dialogs
gewährleisten«,108 um insbesondere eine organisch gewachsene pastorale
Solidarität zu fördern.
»In ihrem Zeugnis in Afrika mit Christus
verbunden, sind die Katholiken eingeladen, einen ökumenischen Dialog mit
allen getauften Brüdern und Schwestern der anderen christlichen
Konfessionen in Gang zu bringen, damit die Einheit, für die Christus
gebetet hat, Wirklichkeit werde und auf diese Weise ihr Dienst an den
Völkern des Kontinents das Evangelium in den Augen aller Männer und
Frauen, die Gott suchen, glaubwürdiger mache«.109 Dieser Dialog kann
konkrete Gestalt annehmen in Initiativen wie der ökumenischen
Bibelübersetzung, der theologischen Vertiefung des einen oder anderen
Aspekts des christlichen Glaubens oder auch durch das gemeinsam dargebrachte
evangelische Zeugnis für die Gerechtigkeit, den Frieden und die Achtung
der Menschenwürde. Man sollte sich daher um die Errichtung von
Ökumenismus-Kommissionen auf nationaler und diözesaner Ebene kümmern.110
Die Christen sind gemeinsam für das Zeugnis des Evangeliums auf dem
Kontinent verantwortlich. Die Fortschritte im Ökumenismus haben auch zum
Ziel, diesem Zeugnis gröbere Wirksamkeit zu verleihen.
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