66. »Das Bemühen um den
Dialog mub auch die Muslime guten Willens einbeziehen. Die Christen dürfen
nicht vergessen, dab viele Muslime willens sind, den Glauben Abrahams
nachzuahmen und nach den Vorschriften der Zehn Gebote zu leben«.111 In diesem
Zusammenhang unterstreicht die Botschaft der Synode, dab der lebendige
Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde und Herr der Geschichte, der Vater
der groben Menschheitsfamilie ist, der wir angehören. Als solcher will er,
dab wir seine Zeugen sind, indem wir die Werte und religiösen Traditionen
eines jeden achten, gemeinsam für die Förderung und Entwicklung des
Menschen auf allen Ebenen arbeiten. Weit davon entfernt, jemand sein zu wollen,
in dessen Namen andere Menschen sich umbringen, verpflichtet er die
Gläubigen dazu, sich gemeinsam in den Dienst am Leben in Gerechtigkeit und
Frieden zu stellen.112
Man wird daher besondere Aufmerksamkeit
darauf legen müssen, dab der islamisch-christliche Dialog auf beiden
Seiten die Ausübung der Religionsfreiheit respektiert, und zwar mit allem,
was dazugehört, einschlieblich der äuberen, öffentlichen
Glaubenskundgebungen.113 Christen und Muslime sind aufgerufen, sich um die
Förderung eines Dialogs zu bemühen, der von den aus einer falschen
Irenik oder einem militanten Fundamentalismus herrührenden Gefahren frei
ist, und ihre Stimme ebenso gegen unlautere politische Mabnahmen und Praktiken
zu erheben wie gegen jedes Fehlen tatsächlicher Reziprozität der
Religionsfreiheit.114
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